Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 41 (1928) Richter und Narr
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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»ca tes Kapitel «nden a\ Ma» hatte fl, [ ach in einem An lerlafen dürfe U!ll en als Führer im( en w«rde. Aber e: nd war in die V0r sich auf die Schul i(ntzte. Dort liefe len un(l begannt In. sein Haus aui Pries seine Hütte 'in. Schließlich ent indem sie sagte nmcrmann Anko 'cmanden anderei ••st.“ "’Varen sich sofor 'w Ziminerm-anr!mn?ermann um < mit Mitleid und war 7,\vaY sehr U aber er legte :hr auf alles das, l: bekommen kann, | .: dem Anblick von : Nur die Erniedri- * : Erniedrigungen, (■ $ Acliisch um Geld \ > ■>r seinen Augen laß er ihm beides Haares bell, daß man ihn ich kam ihm der ■ Kränkung die mit beendet war, , Ä'eiterleben wol- : r mit dem Verim eine rein gean seiner Stimts geändert. Er mit dem Lehen , als er, nachdem irtrümmert, anfs •. fort von Dan, ortseizung fofef) ROMAN-BEILAGE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) (Copyrigth by Meyer & Jessen, München) 29. Fortsetzung Allmählich verging auch der scharfe Schmerz der Erniedrigung, insbesondere in dem Maße, als auf seinem Kopfe neues Haar wuchs, nicht bloß stachlige Borsten, sondern Haare, in die man mit den Fingern hineingreifen konnte. Nun versteckte er sich nicht mehr in der Hütte und ging, ein Kind an der Hand, auf die Straße. Dort versammelten sich rings um ihn die Kinder der Eingeborenen, und er führte mit ihnen lange Gespräche. Die Regenzeit war längst vorüber. Simsons Haar war jetzt ebenso lang wie das aller Menschen, und er schämte sich nicht mehr, über den Vorort hinauszugehen. Doch zog es ihn nicht in den Hauptteil der Stadt, wo die Philister wohnten. Dagegen pflegte er mit einer Schar von Kindern nach Majim, dem Hafen von Gaza, zu gehen; dort saß er mit ihnen am sandigen Ufer oder lernte von ihnen die Kunst des Schwimmens. Es war das für ihn nicht schwer; bald schwamm er ganz weit hinaus, so weit, daß er das Rufen der Kinder am Ufer nicht mehr hörte, und fand sich nur dadurch zurück, daß er fühlte, von welcher Seite die Sonne auf ihn niederbrannte oder von wo der Wind ihn anblies; überhaupt half ihm hierbei sein Tierinstinkt, der in diesen Monaten sich noch stärker entwickelt hatte. Hier, am Ufer, ereignete sich einmal folgender Vorfall: Das Meer war unruhig, und plötzlich ertönte in der Nähe das Schreien eines Weibes, indes vom Meer her die kläglichen Rufe eines Kindes herüberklangen. Simson meinte, daß einer seiner kleinen Führer um Hilfe rufe. Er ging ins Wasser und schwamm in die Richtung des Geschreies, indem er mit sicherem Gefühl die Annäherung jeder Welle erriet, und schwimmend rief er dem ertrinkenden Kind zu:„Wo bist du? Antworte doch!“ Zweimal vernahm er einen schwachen Schrei, und schließlich berührte seine Hand ein Köpfchen mit langem Haar: es war ein Mädchen. Er nahm es auf den Rücken und schwamm zurück. Auf dem Ufer umringten ihn weinende Frauen, irgend jemand nahm ihm das Mädchen ab, dann rief jemand: „Sie lebt!“ — Zarte schmale Hände ergriffen Simsons Rechte, Lippen preßten sich darauf, und eine weibliche Stimme sagte: „Du hast meine älteste Tochter gerettet — nach all dem Bösen, das wir dir zugefügt haben. Wie soll ich es dir danken?“ Simson machte ein düsteres Gesicht. Er hatte schon lange keine philistäische Aussprache gehört, die so deutlich und singend klang, insbesondere bei Frauen vornehmer Kreise. Er befreite seine Hand, wandte sich ab, rief die Eingeborenenkinder und entfernte sich. Am nächsten Tag aber, als er inmitten der Kinder auf der Straße saß und ihnen beibrachte, nach Kamelart zu brummen, wurden die Kinder plötzlich still und flüsterten ihm zu: „Da kommt die kleine Herrin, die du gestern aus dem Wasser herausgeholt hast, und mit ihr zusammen eine Negerin.“ Sie traten auseinander. Das Mädchen kam auf Simson zu und sagte weich, aber ohne Schüchternheit: „Sei nicht böse, guter Herr, daß ich gekommen bin. Meine Mutter ist sehr betrübt, daß du ihr nicht erlaubt hast, sich bei dir zu bedanken, mir aber wirst du es doch erlauben?“ Auch sie küßte ihm die Hand, die er diesmal nicht zurückzog. „Wie heißt du?“ fragte er. „Amtarmagai. Mein Vater ist Targil, der Hauptmann der Seewache von Majim. Er sagt, daß er dich, Herr, schon seit jener Zeit kenne, als er noch Hauptmann auf dem Hügel des Königs Minos war.“ Simson lächelte. Auch er erinnerte sich des Hauptmanns Targil, des gebratenen Fischs in der Schenke und der Beule unter dem Auge des Sklaven. Und Amtarmagai? So hieß Bergams Frau in Timnata; philistäische Freunde hatten Simson einmal erzählt, daß auch eine trojanische Fürstin einmal so hieß.