Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 26 (1928) Richter und Narr
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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der Prole von Geboten aen tervorging. Vertreter Moses rer Josna, Nnns 1 habe, sieb ka- :n. ^och nie gehört, jemand einmal e er: Leute mancher- Großvater nicht uß man wissen, )en bei euch die schrie der Pro- Simson, sich zu hwirren Mücken i sie nicht?“ iderte frech der lt deine eigenen „ich habe meine deine Hilfe nicht. :ht. Was mischst bst die Astarten eie Eingeborene chickte Antwort, iltes Blut “ sagte \sser aus einer die Straßenpiütantwortete Sims Wasser — das and aufs W asser r. Wirfst du aber Faß Wasser, so winden, sondern :alzig werden.“ Kopf und wußte sah ihn auftnerkiung. rotwangig, ■;> offenbar selbst nutter. :ehe nach Hause. \\ Knoblauch und U am Spieß. ach davon herabwe mit Safran ImalinHonif'f %vird zuriiekkehnehmend, rannte Fortsetzung xs. U ivi A IN - ß n i L A u G u e o ,, j uuioEni:i'i RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) (Copyrigth by Meyer &. Jessen, München) 14. Fortsetzung „Deine Propheten leben in Höhlen,“ sagte Simson zu ihrem Manne, „sie bauen nicht, sie pflügen nicht, sie weiden nicht. Wenn du willst — laß dich bei ihnen nieder. Dann wirst du die Sterne zählen und darüber trauern, daß sie nicht so am Himmel verteilt sind, wie du es dir wünschest. Wer aber ein Haus gebaut hat, der hat andere Sorgen. Geh heim.“ * Nach dem Gericht in Modin begannen die Eingeborenen, die von dem weisen Richter gehört hatten, von überallher zu ihm zu kommen. Anfangs schickte er sie wieder fort; dem Brauche gemäß mußten sie ihre kleinen Zänkereien durch ihre eigenen Ältesten entscheiden lassen. Aber da zeigte sich, daß sie manchmal nicht einmal mehr Älteste hatten; in den Tag hineinlebend, hatten sie einfach vergessen, Älteste zu wählen. Die Ankömmlinge hatten ihnen das Land, die Sprache, die Gebräuche, die Kunst, die Götter und schließlich auch den Willen genommen, nach ihrer eigenen Art zu leben; wie ein Sperling, der die Schlange bewundernd ansieht, warteten sie ohne Murren, vielleicht auch nicht ohne ein gewisses Vergnügen, auf den Augenblick, da sie ganz verschlungen werden würden. Ihre Streitigkeiten waren nicht verwickelt, sie liefen gewöhnlich auf einfachen Diebstahl oder Betrug hinaus, Simsons Urteile — auf Prügel oder Geldstrafe. Einen Fall jedoch hat uns die Überlieferung erhalten. In Gimso, dicht an der Grenze, wo die kanaanitische Bevölkerung größer war, weil sich hier manchmal Flüchtlinge von der philistäischen Küste niederließen, bestand ein alter Streit zwischen zwei Nachbarn. Es waren begüterte Leute, und darum beunruhigten ihre Zusammenstöße die Stammesgenossen, pflegten doch die Eingeborenen sich zwar grob und gern zu beschimpfen, Schlägereien aber liebten sie nicht. Es kamen Abgesandte zu Simson, um ihn zu bitten, er möge die Feinde miteinander versöhnen. Die Feinde erwiesen sich als hochgewachsene, stämmige Männer ohne die gewohnte Stumpfheit in den Augen — vielleicht hatten sie eine leichte Beimischung von Philisterblut. „Bringet eure Klagen der Reihe nach vor“, befahl Simson. Sie hatten viele Klagen gegeneinander, doch waren es lauter Kleinigkeiten — und Simson wurde ungeduldig. „Raufen sie oft miteinander?“ fragte er die Zeugen. „Fast jeden Tag müssen wir sie auseinanderjagen“, antworteten jene. „Tretet zur Seite“, sagte er zu den Zeugen. Diese traten nach links und rechts auseinander, die Feinde aber blieben in der Mitte stehen. Plötzlich rief Simson: „Hau zu!“ Jeder der beiden bezog diesen Befehl auf sich selbst. Sie schlugen mit den Fäusten aufeinander los, versetzten sich Fußtritte, rollten, sich gegenseitig in ihre Bärte verkrallend, auf der Erde herum — Simson aber spornte bald den einen, bald den andern an. Allmählich ließen auch die Eingeborenen sich hinreißen und taten das gleiche wie Simson. Schließlich versagten den beiden die Kräfte, und, sich gegenseitig stützend, schwankten sie nach Hause. „Jetzt werdet ihr Ruhe haben“, sagte Simson. „Das ganze Unglück bestand darin, daß ihr sie immer auseinandergejagt habt. So ein Paar muß man immer zu Ende raufen lassen.“ Das dauerte so einen Monat, und jede Nacht, vor dem Einschlafen, dachte Simson an Semadar und sehnte sich nach ihr. Die Folter wandte Simson fast nie an — es war nicht notwendig. Sein Aussehen und der Ruhm seiner Kraft schüchterten die Widerspenstigen schon an und für sich genügend ein. Seine Strafen waren grausam, und drei Mann ließ er steinigen. Als er seinen Rundgang beendet hatte, waren die einflußreichen Leute im allgemeinen mit ihm unzufrieden. Richtete er doch nicht nach Herkommen. Da er noch jung war, kannte er die Bräuche nicht, wollte sich aber auch mit den Alten nicht beraten. Er hörte von dieser Unzufriedenheit und sagte, als er