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Das jüdische Echo · 1928-01-01 · 23 (1928) Richter und Narr · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
23 (1928) Richter und Narr
Date
1928-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N*. 22 *’ie sie am n?“ welchen Manln^son es dir gesproltig. -ßte die Lp. sofort die tsel - be- Mmson nicht, sonst ist es ch die Sache genen Nacht gegen Sonerlassen, sei m gegangen, in versöhnt, diese Höchen Friedens an. Semadar an. Bis jetzt verwand- ■ grausame das sei aber indschaft sei as Süße. Seleichelt. Nie liebe Dinge vester noch- — beide zu- ROMAN-BEILAGE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) iM folgt) 11. Fortsetzung Jetzt aber verbrachte er fast die ganze Zeit unter vier Augen mit der Urenkelin einer langen Reihe von Fürsten und Würdenträgern und atmete durch sie die Luft von Schlössern, Meeresweiten und jahrtausendealten Überlieferungen. Behutsam und schaudernd hielt er sie in den Armen, wie ein Mann aus dem einfachen Volke eine zerbrechliche Vase. Er hörte ihr zu, wie man einer Nachtigall zuhört, und befürchtete, sie durch eine schroffe Gebärde oder Äußerung fortzuscheuchen. Er schwieg fast immer, saß zu ihren Füßen auf dem Boden, streichelte behutsam mit den Fingerspitzen ihre kleinen Füße und machte nur solche Bemerkungen, die notwendig waren, um ihre glitzernde Gesprächigkeit noch mehr anzuspornen. Sie kannte Gaza und Askalon, wohin ihr Vater sie zu den großen Festen mitgenommen hatte. Nun erzählte sie Simson von dem dortigen Luxus, von Marmorsälen, von den vergoldeten Thronen der Sarane, den glänzenden Panzern un4 klirrenden Waffen ihrer Leibwache, von den Wettkämpfen, bei denen junge schöne Männer in zwei- und vierspännigen Wagen fuhren; von den Gelagen, bei denen Männer und Frauen an einem Tisch aßen und tranken, wo hundert Gäste und mehr anwesend waren, während zwölf Sklaven auf Flöten und Harfen spielten, philistäische und überseeische Mädchen fast gänzlich unbekleidet tanzten. Das alles verstand sie grell und lebendig wiederzugeben — vielleicht aber ergänzte auch die hungrige Einbildung des ungehobelten Mannes alles Fehlende. Sie erzählte ihm Märchen, die sie von den Ammen, vom Vater, von Elinoars Mutter gehört hatte. Auch Hazlelponi hatte in ihrem Götzentempelchen viele Götter; aber die Daniten beteten, wenn man beten mußte — im Alltagsleben dagegen, wenn sie mit den rauhen Geschäften des Feldes, des Viehs, der Streitereien und der Armut beschäftigt waren, dachten sie wenig an das Unsichtbare. Für Semadar war die ganze Welt erfüllt von Wesen, die sich den Menschen nicht gern zeigen. Bei Sonnenaufgang öffnen die kleinen (Copyrigth by Meyer & Jessen, München) Zaphriren, zwölf Knaben und zwölf Mädchen in rosa Hemdchen, der Sonne das Tor und geben den Lerchen ein Zeichen, daß es Zeit sei, mit dem Singen zu beginnen. Zu Mittag, wenn alles verstummt ist und sogar die Grillen zu träge sind, um zu zirpen, hört man zuweilen im Felde einen langen Seufzer aus der Ferne: es ist Zaharur, der wie eine goldene Eidechse aussieht, er badet in der Wärme und gibt seiner Freude Ausdruck. In der Dämmerung huschen verschwommene Schatten in den Olivenhainen von Baum zu Baum: es ist Zelan, der für die Nacht sich eine neue Braut sucht; er ist böse, besonders gefährlich im Winter, aber seine Herrschaft ist kurz wie die Dämmerung. Nachts herrschen die schönen Lilithen im Buschwerk, in Flüssen und auf Hügeln. Die Wald-Lilith hat leuchtende Augen, die nicht blinzeln; sie sitzt auf einem Baum, und wegen ihrer Augen hält man sie zuweilen für einen UhuH Die Fluß- Lilith wird beim ersten Regen geboren und stirbt im Frühjahr, wenn die Bäche austrocknen. Die Lilith der Berge reitet auf Pantherkätzchen; ihr Mann hat Ziegenbeine und Hörner, er spielt die Flöte und heißt Sair. Im Sumpfe aber lebt Alukka, ein vergnügtes Teuf eichen mit egelförmigen Schwänzchen; er ist ein Tausendsassa, ist Mann und Weib zugleich, schickt den Menschen Fieber und heilt sie davon — je nachdem, ob ihm einer gefällt oder ihn erzürnt. Träumt einem etwas Schreckliches in der Nacht, so ist es Knirps- Kazrit, der den Leib eines fetten Katers und die Schnauze eines Affen hat; zusammengerollt liegt er dir auf der Brust und atmet dir in die Nasenlöcher. Erwachst du und hörst im Garten ein leises Pfeifen, so gehe nicht hinaus: es ist Agra, die schönste und böseste aller Nachtköniginnen, sie tanzt allein zwischen den Beeten und würde es nie verzeihen, daß man sie gestört hat; wohl wird sie nicht selbst an dir Rache nehmen, aber ihre Knechte über dich schicken: den gehörnten, zottigen, einäugigen Meriri, der den Menschen das Blut aussaugt, oder den geschmeidigen Temalion, der dir kleines Teufelszeug in alle Glieder des Leibes schickt, so daß I

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