Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 20 (1928) Richter und Narr
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.l^ se^e zahnig in Zora Cen verlangt ls Vieh tort- ^kannt. Sie Heresch, auf nach Bethbeschrieben; gewöhnlich g aber auch h ein ganzes erstaunt über kr Saalbimite er schroff: ich warf einen | gen aut Simf md schüttelte I eß sich nicht \ er verneinend en verlegen; in, Tribut ge- Geschenke.“ ein anderer, sagte Simson, ch einen Hirkann.“ wei stämmige . traten aus e: „Wir wisde erkennen.“ arf Schelach bei der Verssen beiseite legen hüstelnd ROMAN-BEILAGE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) (Copyrigih by Mayer & Jessen, München) 8. Fortsetzung „Kennst du den Weg nach Heresch? Wirst du deine Schafe erkennen können? fragte Simson. „Ich weiß den Weg,“ antwortete der Knabe, „und ich kenne mein Vieh, und auch jeden Menschen in Heresch.“ „Die Schafe sind aber doch nicht gezeichnet: wie willst du sie also erkennen?“ „Ein Schaf gleicht nicht dem andern; auch kann man an den Augen des Hirten erkennen, ob es seine eigene Herde ist oder eine gestohlene. Überhaupt ist das nicht von Wichtigkeit.“ „Wieso denn?“ „Ich werde einfach die fettesten Schafe aussuchen und sagen, es seien die unseren.“ „Ist es weit bis nach Heresch?“ fragte Simson. Der Knabe antwortete nicht sofort; statt seiner antwortete einer der Erwachsenen: „Wenn ihr morgen bei Sonnenaufgang aufbrecht, werdet ihr gegen Mittag dort sein.“ Der Knabe trat näher an Simson heran und sagte mit halber Stimme: „Nein, bedeutend später. Ich werde dir das nachher erklären, unterwegs.“ Bei Tagesanbruch machten sie sich auf den Weg. Der Hirtenknabe hieß Nechuschtan. Er führte sie zuerst den kürzesten Weg auf die Grenze zu; als aber die letzten Hütten von Saalbim hinter den Anhöhen verschwunden waren, bog er plötzlich scharf nach links um. „Was hast du im Sinn?“ fragte Simson. „Die Hereschiter sind Vagabunden; irgend jemand von ihnen treibt sich immer in der Nähe der Straße herum. Wenn sie uns sehen, werdemsie zu den Ältesten laufen und es melden.“ Nechuschtan schwieg eine Weile und fügte dann hinzu: „Ich hatte dir zugeflüstert, daß wir erst gegen Abend hinkommen würden. Wir müssen einen großen Bogen machen. Nicht nur wegen der Kundschafter. Wir müssen von Osten nach Heresch kommen; dann wirst du ihnen den Weg nach Beth-Horon abschneiden, und sie werden keinen Boten um Hilfe entsenden können.“ „Gib mir die Hand“, sagte plötzlich Simson. Der Knabe streckte ihm, gar nicht erstaunt, die Rechte hin. Simson preßte sie ohne Anstrengung mit zwei Fingern an der Handwurzel zusammen. „Tut das weh?“fragte er. „Das geht dich nichts an“, antwortete der Hirte erbleichend durch die Zähne hindurch. Plötzlich packte Simson seinen Unterarm mit der ganzen Hand und begann ihm den Knochen auszurenken. Aber im gleichen Augenblick krümmte sich der Hirte zusammen, verdrehte alle Glieder, warf die Beine hoch, umwand damit den Oberarm des Nasiräers und blieb so mit dem Gesicht nach unten hängen. Simson ließ ihn Iosj Mit der freien Hand kaum den Boden berührend, sprang der Knabe auf die Beine, schüttelte sich und sagte, ganz außer Atem, jedoch lachend: „Nicht umsonst gab man mir den Spitznamen Nechuschtan: Kleine Schlange.“ „Laß die Schafe, ich nehme dich unter meine Schakale auf“, antwortete Simson. Die Sonne ging bereits zur Ruhe, als sie von einer Anhöhe das Benjaminitendorf erblickten. Simson legte die Hand an die Stirn und sah scharf hinüber: das Dorf zählte etwa ein halbes Hundert Hütten. Die Hereschiter hatten sie ebenfalls sofort bemerkt: das Volk lief vors Dorf, es ertönten Rufe und Pfiffe, von den Anhöhen in der Umgebung liefen eilig die Männer zusammen, die in den Weinbergen arbeiteten. Als die Daniten näherkamen, standen vor dem Dorf bereits hundert oder mehr Erwachsene, einige mit Bögen bewaffnet, einige mit Keulen. Aber Simson wußte bereits, daß es keinen Überfall geben würde. Die Erfahrung hatte ihn daran gewöhnt, daß sein Wuchs und sein ganzes Aussehen einen unfehlbaren Eindruck auf die menschliche Einbildungskraft machten — da das Wunderbare den Willen ebenso schwächt wie die Furcht, oder sogar noch mehr. Vorne stand das Dorfoberhaupt, ein ehrwürdiger Greis, der schon aus der Ferne sehr freundlich gegrüßt hatte; zu beiden Seiten von ihm zwei stämmige junge Burschen. Ohne eine Warnung und ohne seine Schritte zu