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Das jüdische Echo · 1928-01-01 · 19 (1928) Richter und Narr · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
19 (1928) Richter und Narr
Date
1928-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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v°rgebeugt und ^feckt. „Tötet Is*st- und mit! i, umfaßt. I ^fd h nichts | antw°rtet. Dann dichten Schlag s betäubte Tiererausgeholt. Die bopnlänge und I *t,“ hatte er *n den Garten; ern> bis sie wieann wird sie im I -haarige Schwe- | lmen; dann wasich das i eine vornehin, [ n schmutzigem timme. Sie \va-; er Semadar und \ iben veranlaßt, j* den Tieren er- : habe er nicht j; näher zu der * eit sei er noch L ise, die nachts f i gar nicht ges nicht zu fürdiaui verstehen, n Schlag gegen ] d sie sich zum j Wölfe seien I e man einfach - Viel schlimmer - e Tier aber sei es sich nicht, n Löwen habe Knüttel in den aber danach sei ammengelaufen, und sie hätten ß er sich nicht mere. rtsetzung i ich r u ROMAN-BEILAGE DES JÜDISCHEN ECHOS“ RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) 7. Fortsetzung Darauf hatte es noch viele verschiedene Begegnungen gegeben, und dann war da jene Mondnacht gewesen, in der Semadar ihm heimlich eine Stunde am Teich geschenkt hatte. „Tu mir nur nichts Böses,“ hatte sie lachend geflüstert, „vom Kopf bis hierher gehöre ich dir, nicht weiter.“ Sie hatte auf ihren straffen Seidengurt gewiesen, hatte noch einige Minuten widerspenstig kokettiert und ihm dann selbst gezeigt, wie man die Spange auf der linken Schulter öffnet, und hinzugefügt: „Du Dummer — unsere Jünglinge wissen das schon alle.“ Dieser Scherz hatte ihn schwermütig gemacht, dann aber war er trunken geworden und hatte alles vergessen außer ihrem Befehl: Bis hierher und nicht weiter. Er hatte ihr immer gehorcht. „Du Räuber, hast mich des halben Kleides beraubt“, flüsterte sie mit ihren Lippen in die seinen. — „Ich werde dir als Ersatz ein ganzes Brokatkleid schenken.“ — „Ich will keins aus Brokat.“ — „Eines aus Seide.“ — „Ich will keins aus Seide.“ —- „Aus was denn?“ — „Aus Küssen.“ Lange hatte er sie in Küsse gekleidet vom Kinn bis zum Gurt; wie jener Panther hatte sie sich gewunden — sich nur den Anschein gebend, als wolle sie ihm entschlüpfen — in Wirklichkeit aber voller Hingabe. Dennoch hatte er sich der kränkenden Worte erinnert und gefragt: „Bin ich der Erste?“ — „Du bist... der Allerbeste.“ — „Ich werde dich schlagen!“ — „Dann werde ich sagen, daß deine Schläge schmerzhafter sind als die der andern.“ — „Das ist nicht wahr, sag, daß es nicht wahr ist.“ — „Es ist nicht wahr.“ — „Oder doch wahr?“ — „Es ist wahr.“ — „Warum neckst du mich?“ — „Warum fragst du mich? Der Wind umkost dich und fragt nicht, ob es seine erste Liebkosung ist; ich bin seine Schwester.“ Es hatte das alles mit einer Unannehmlichkeit geendet: Elinoar war erwacht, hatte das leere Bett bemerkt, war aus dem Hause geschlüpft und hatte die beiden im Garten überrascht. Noch nie hatte Simson eine so wütende Wildkatze gesehen; sie hatte gedroht, der (Copyright by Meyer & Jessen, München) älteren Schwester die Augen auszukratzen oder das ganze Haus zu wecken. Er hätte große Lust gehabt, sie im Teich zu ertränken — doch war nur noch wenig Wasser darin. Semadar aber, ununterbrochen lachend, hatte sich durch ein Geschenk losgekauft. Elinoar nahm zwar das Armband an und streifte es sofort über die Hand, doch mußte Semadar dennoch gleich mit ihr gehen. Im Fortgehen flüsterte sie noch Simson zu: „Es ist nicht wahr — oder doch fast nicht wahr.“ Dann waren sie einander nicht mehr begegnet. Eines Tages in Ekron, bei dem Fest zu Ehren des dortigen Gottes Baal-Sebub, wohin Simson von seinen Freunden eingeladen worden war, schritt sie im Reigen neben ihm und schmiegte sich so innig an, daß er ihre Haut durch die Kleider fühlte. Dann hatte sie allein mit Achtur getanzt. Alle hatten ihnen zugesehen: sie waren ein schönes Paar, insbesondere Achtur, breitschultrig, schmalhüftig, stark wie ein Büffel und graziös wie eine Antilope. Der Tanz stellte Baals Hochzeit dar; nach der philistäischen Überlieferung hatte Derketo, die Astarte des Küstenlandes, zu Baal gesagt: „Ich werde dein sein, wenn du mich Schwertbewaffnete mit bloßen Händen besiegst.“ Man gab Semadar ein richtiges scharfes, aber leichtes Schwert in die Hand; sie handhabte es meisterhaft und durchstach dreimal die Luft dicht unter dem Arme Achturs. Am Schluß des Tanzes übergibt Derketo das Schwert dem Baal-Sebub, und sie kreisen langsam auf den Zehenspitzen, einander umschlingend. Kreisend schmiegte sich auch Semadar mit ihrem ganzen Körper an Achtur, nur den Kopf warf sie zurück, und ihre Augen sahen Achtur mit dem gleichen Blick an, den Simson schon kannte. Doch war ihm das jetzt nicht schmerzlich: Achtur liebte er mehr als alle seine Freunde, mehr sogar als alle seine „Schakale“ aus Zora, und konnte nicht auf ihn eifersüchtig sein oder ihn beneiden; nur sonderbar erschien es ihm, daß dies Mädchen aus angesehenem Hause, das bei Begegnungen so vornehm und unnahbar mit dem Kopfe nicken konnte — hier in aller

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