Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 17 (1928) Richter und Narr
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 16 ROMAN-BEILAGE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ ch* halte er lze allein, lm Sande lie. [ ^en Gespräau% verlasse ’ das sage er - Zeitpunkt der E Pünktlich zu-? 1 einen Hirsch jj :sse zwar viel,, nichts außer *?nter, beschei-1 älle Frauen!s ’* alle Mädchen I aue sich keine \ ind war, habe f gehabt. Er sei j csen; tagtäg- “ Danitinnen \ annt, um sich ■ n, und hätten . oingeschlage-! unkten Armen :: - Hazlelponi, ■: -Manoa selbst f iber eines Ta-; habe er ihr in I der Hand ge-! )ben, ins Zim- I 1 Wort zu sa-; fmerksam anr l diesen Blick ■ in erzieherisch f m Vorfall habe I Zora beendet |- as Haus öfters f nn bald hinterf t den philistäif ege nach Tim- \ efreundet habe f igle; aber die | Schlages, sie | :ke, nähmen es i nicht bei ihren | viel bequemer beSimsonvon t veilen hinkend j Stirn zurückj in Unverstand- | . hätten diese mit der phüit und Simson igar in Geser i besten Hau- RICHTER UND NARR tsetzung folgt) VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) (Copyright by Meyer & Jessen, München) 5. Fortsetzung „Das stimmt,“ bestätigte Machbonai, „ich habe es selbst gesehen. Ein trefflicher, umgänglicher Jüngling; Gott hat dich unter allen Frauen ausersehen und gesegnet, Hazlelponi; dein Sohn ist eine große Hoffnung des ganzen Stammes Dan.“ Sie schwieg eine Weile und antwortete dann, die Stimm# senkend: „Vielleicht ganz Israels. Ich selbst bin Judäerin, gebürtig aus Thekoa. Was ist Dan? Das kläglichste von allen Geschlechtern; eng zusammengedrängt in diesem armen und kleinen Gebiet; jedes Jahr versammeln sich die Ältesten in Zora, um sich zu beraten, wo sie hingehen könnten — und können zu keiner Entscheidung gelangen. Übermorgen ist wieder so eine Versammlung: wirst es selbst hören. Dan ist Kleinzeug; es hat sich eingenistet am Rande des Landes Israel gleich einer Bettlerhorde an der Schwelle eines reichen Hauses. Nicht Dans willen hat mir Jehova einen solchen Sohn beschieden.“ Und noch leiser erzählte sie dem Leviten, was sich genau neun Monate vor Simsons Geburt ereignet habe. Es sei das überhaupt ein außergewöhnliches und furchtbares Jahr gewesen — ganz Kanaan sei es noch in Erinnerung: an einem Sommermittag habe plötzlich die Erde gebebt und hätten die Häuser einzustürzen begonnen. Bald darauf sei ihr an dem Brunnen im Tal, sehr früh vor Sonnenaufgang, ein Unbekannter erschienen, ein Riese von Wuchs und dem Aussehen nach ein Sendbote Gottes. Sie habe nämlich in jener Nacht nicht schlafen können, denn die Luft sei sehr stickig gewesen; so sei sie denn aus dem Hause geschlüpft und mit einem Eimer an den Brunnen hinabgegangen, um sich mit kaltem Wasser zu übergießen; sei sie doch damals noch sehr jung gewesen und habe darum oft ungewöhnliche Dinge getan. Der Unbekannte sei aus dem Dickicht aufgetaucht; seine Stimme habe dem Rauschen des Windes im Laube geglichen, seine Sprechweise keine Ähnlichkeit mit der Ortssprache gehabt — auch könne sie sich gar nicht mehr erinnern, welche Worte er gesprochen habe. Ihr sei schwindlig geworden, das Herz habe ausgesetzt, denn sie habe begriffen, daß Jehova selbst mit ihr sei, und habe das Bewußtsein verloren. Als* sie dann wieder erwacht, sei der Engel bereits verschwunden gewesen; aber in ihren Sinnen hätten noch die prophetischen Worte nachgeklungen, die er wohl geflüstert habe, als sie noch ohnmächtig dagelegen hätte — daß nämltich ihr Sohn ein großer Diener Gottes werden würde. Sie sei dann nach Hause gelaufen, habe ihren Mann geweckt und, auf seinen Knien weinend, ihm alles erzählt. Manoa habe lange geschwiegen und ihr Haar gestreichelt; sein Schweigen habe sie beunruhigt, denn sie habe befürchtet, daß er mit der Prophezeiung unzufrieden sei, und daß diese Einmischung einer überirdischen Gewalt in ihr Familienleben ihm Angst mache; darum habe sie ihn gefragt: „Willst du denn nicht haben, daß der Sohn Manoas zum Retter seines Volkes werde?“ Darauf habe er ihr geantwortet: „Es wäre besser gewesen, wenn der Engel nach der Geburt des Sohnes erschienen wäre — und zwar nicht dir, sondern mir, und mir klar auseinandergesetzt hätte, worum es sich handle.“ Sie sei darauf mit ihm in Streit geraten und er habe zusammen mit seinem Lieblingsknecht das Haus für den Rest der Nacht und für den ganzen folgenden Tag verlassen. Um Mitternacht des zweiten Tages sei er dann allein, müde, hungrig, zerlumpt, mit blutigem Gesicht zurückgekehrt und habe erzählt, daß Räuber sie überfallen, ihn verwundet und den Knecht erschlagen hätten. Und sie habe geantwortet: „Das ist die Strafe Jehovas dafür, daß du dich über sein Zeichen nicht gefreut hast.“ Darauf hätten sie sich versöhnt und den Sohn in großer Wonne gezeugt. Hazlelponi war stark erbleicht, als sie mit halber Stimme diese Geschichte erzählte; sie blickte starr vor sich hin, ihre Augen leuchteten sonderbar in dem schwach erhellten Götzentempel, und mehrere Male lief ein Zittern über ihre Schultern. Man merkte ihr an, daß sie mit ganzer Seele an jedes Wort glaubte — nicht nur an jene des Engels, sondern auch an ihre eigenen. Machbonai hörte ihr mit zur Seite geneigtem Kopfe zu, nur ein-