Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-01-01 · 16 (1928) Richter und Narr · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
16 (1928) Richter und Narr
Date
1928-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9072829-9158276-9158540-9158502--12801-9081819
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ROMAN-BEILAGE DES,JÜDISCHEN ECHOS“!™ck an. Das Wasser reichte en Knien. Das e Streiche, aber i; Ein Weib von;ibi ganz unbeustehen - ^as den Philistern, geborenen. Er r gerade darauf lsmädel gerechte er ihr doch ■te er sich nicht Blick, sondern ^ach Gleichgülmit gelangweil- und dazu noch de laut und herlen Gebärde der 111, hob sie beide 1 es hinter dem in der Tat ein ihre ebenmäßiti nicht milder, intwortete aber Tg zu tun. Bin aber bade hier ange der Teich Hast du schon .$ Ziegenmilch? ick, ich werde 1 mit dir gehen :r.a wohl.“ weiter; ld rief: en der » Beappte s Sei er m Fortsetzung RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) (Copyright by Meyer & Jessen, München) 4. Fortsetzung Ganz anders die Jüngere: bei der lag hinter allem irgendeine Absicht, zudem fast immer eine zweifelhafte wie heute; das alles geschah nur zu denn Zweck, daß man sie beachte; wäre das nicht so gewesen, so hätte Simson diese unausgewachsene Ziege überhaupt nicht bemerkt. Wie hieß sie doch? „Elinoar“ oder so ähnlich: ihre Mutter, eine Avvitin, hatte offenbar auf einem kanaanitischen Namen bestanden. Simson hatte diese Mutter einmal gesehen und Widerwillen gegen sie empfunden. Die Avviten galten als die auf der niedersten Stufe stehenden Eingeborenen; außer im Süden des Philisterlandes kannte man sie überhaupt nirgends in Kanaan — bei den Philistern aber trugen sie Wasser und hackten Holz. Elinoars Mutter war im Hause ebenfalls eher Wirtschafterin als Ehefrau. Die wirkliche Ehefrau war Semadars Mutter, eine große Philisterdame, und diese regierte im Hause. ❖ ❖ ❖ Simson ging bereits lange ohne Weg, ja sogar ohne Pfad bergauf; die Anhöhen waren in dieser Gegend zwar nicht hoch, aber doch steil und mit dornigen Büschen bewachsen. Als er auf der flachen Kuppe angelangt war, hielt er Umschau; etwa zweihundert Schritte weiter links war ein Abhang, an dessen Rande ein einsamer, vom Blitz versengter Feigenbaum sitand. — „Dort!“ murmelte er vor sich hin. Er nahm die Mütze ab, entledigte sich seines Mantels, holte das Schwert aus dem Gurt hervor, wandte es erst jetzt prüfend in den Händen hin und her und zog es schließlich aus der bemalten Holzscheide. Linkisch und unsicher schwang er das ihm wenig vertraute Spielzeug ein paarmal durch die Luft, sah dann nach der Sonne und dachte: „Ich habe noch viel Zeit.“ Das Schwert in der Hand, schritt er dann auf den Abhang zu, bemüht, nicht mit den Ginsterzweigen zu rascheln. Am Fuße des Abhanges lag eine tiefe und schmale Senke; sie mündete auf der einen Seite in eine Schlucht, auf der anderen war unter lockerem Sandstein der Eingang einer Höhle zu sehen. Dreißig Schritte etwa von der Höhle entfernt lag unter einem Baum das Gerippe eines Böckchens, das offenbar erst vor kurzem abgenagt worden war; Kopf und Hals waren unberührt geblieben, und vom Hals führte ein Strick zum Baum. Simson nickte beifällig und machte sich an die letzten Vorbereitungen. Er löste seine jetzt fast leere Börse vom Gurt und legte sie unter die Büsche; nach kurzer Überlegung holte er sie jedoch wieder darunter hervor und entnahm ihr ein Säckchen. Vorsichtig, mit zugehaltener Nase, prüfte er dessen Inhalt — ein fein zerriebenes dunkles Pulver. Er stülpte die Ränder des Säckchens sorgfältig um und steckte es hinter den Leibgurt. Darauf schlich er sich an einen fast schulterhohen Felsblock heran, der auf halbem Wege zwischen Baum und Höhle lag; den Rand des Felsblockes nur ganz leicht mit der Linken berührend, schwang er sich dann mit einer bei seinem Wuchs erstaunlichen Behendigkeit mit beiden Knien auf ihn hinauf, richtete sich schnell auf und brüllte aus voller Kehle, daß das Echo nur so rollte: „Komm heraus!“ Es kam zwar niemand aus der Höhle heraus, aber inmitten der Stille, durch das Summen der Fliegen hindurch, die das Böckchen dicht umschwärmten, empfand Simson deutlich und untrüglich die lautlose Anwesenheit des Raubtieres. Es war ihm sogar, als kröche durch den Duft der feuchten Gräser, durch den Geruch geronnenen Blutes und beginnender Verwesung aus der feuchten Dunkelheit der Höhle ein dünner Strahl heißen Katzenschweißes bis zu ihm. Das Schwert aus der Rechten in die Linke nehmend, schleuderte er geschickt ein großes Felsstück in die Höhle: aus deren Tiefe ertönte ein unterdrücktes Knurren — und das war alles. „Komm heraus, sonst werde ich dich ausräuchern!“ donnerte Simson. Da erblickte er in dem schwarzen Loch zwei grünlich leuchtende Punkte, zwei senkrechte Schlitze. Er schleuderte einen zweiten Stein mitten zwischen die Punkte; es erschallte ein wütendes heiseres Brüllen, und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.