Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 13 (1928) Richter und Narr/ Die Zauberin von Kastilien
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ROMAN-BEI LA GE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ finalen für die ert borden wa- Von seiner eige- und reif. dlsch«i Dichter euer iür immer en des Talmuds, bischen und phi- "ssegeben von Welt die sich in :n und von dem tossi gegründet Exemplare der •ilie Soneino aus r Schönheit, Erckerei des Chrimedig; Talmudes der gelehrte aftlich mit dem nghi in Riva di imentbriefe, die an die Juden in ter Slawen und; Klagegesänge ein aus der Zeit nschaitliche Bünische Schriften, ^balistische Maien alten spani- Blüte unter der ltur. Alles, alles msammengetrait der Hexe von n. urde an diesem hlossen. Man sah len, Tür und Tor klein, Mann und isern, den Genialem auf, und ihr n Himmel empor, I ein Mensch verum ein Jammern Opfer, über die et wurden, nseher am päpstnute setzte sich Hexe von Kasfigelica nach dem , auf dem sich die Kirche führte der t und ihren Glanz mmph, die Macht ilaubens, die sie herrlichem Son- Fortsetzung folgt.) RICHTER UND NARR VON ALTALENA (Wladimir Jabotinsky) (Copyright by Meyer & Jessen, München) 1. Fortsetzung Der Ankömmling, der den Esel vorsorglich in weitem Bogen um die Zechenden herumführte, ging auf die Wirtin zu. Sie trug ebenso wie die zwei Mädchen aus dem vor der Stadt gelegenen Haus ein langes, an den Hüften eng anliegendes Kleid. Obwohl er zum erstenmal nach Philistäa kam, so wußte er doch, daß man in diesem Lande mit den ein freies Leben führenden Lrauen höflich umgehen mußte. „Guten Tag, Herrin des Hauses“, sagte er. „Kann ich bei dir zu Abend essen, übernachten und für den Esel Lutter bekommen?“ Die Wirtin beendete erst, ohne ihn anzublicken, den an einen der Neger gerichteten Lluch, betrachtete dann aufmerksam den Gast beim Scheine der Pechpfanne und erwiderte: „Im Gastzimmer wird kein Platz mehr übrig sein; du wirst auf dem Hofe schlafen müssen. Der Stall ist links hinter dem Hause; führe den Esel selbst hin, die Knechte sind beschäftigt. Speisen kannst du am Herd — setze dich nicht an die Tafel, die Leute bilden einen Kreis für sich und sehen nicht gern Lremde.“ Er blickte zum Tisch hinüber. Alle die Leute waren gut gekleidet und hatten sorgfältig gekämmte Bärte; es waren übrigens auch viele bartlose junge Leute darunter. Einige hatten bereits die Mützen abgesetzt, die Köpfe der übrigen zierte noch der Kopfschmuck der Philister, der wie eine Krone aus gefärbten Ledern aussah, die aufrecht in einem Lilzband stecken. Trotz der mangelhaften Beleuchtung schätzte der neue Gast sofort die Güte der Stoffe ein wie auch die Qualität der Speisen, von denen der ganze Tisch strotzte. Es gab da in breite Streifen geschnittenes Lleisch und Gemüse und sogar Lisch, ein für den Hochländer seltenes Gericht, und getrocknete Lrüchte und Bäckereien und viel Wein. „Reiche Herrschaften sind das“, sagte er zu der Wirtin. „Ich werde mich abseits setzen, jedoch später versuchen, mich zu ihnen zu gesellen, sobald sie vergnügter Stimmung sind. In meinem Gepäck führe ich Ringe, Börsen, Gürtel, Sandalenriemen und Hemdspangen mit; irgendeiner von ihnen wird vielleicht auch mein Liebeskraut benötigen — es stammt unmittelbar aus Moph: die Wirkung ist so unfehlbar wie die der Brechwurz und fast ebenso schnell.“ „Sie werden wohl kaum etwas für dich übrig haben. Ich kenne diese Leute: wenn Tajisch den Wirt spielt, endet die Sache immer mit allgemeinem Geschnarche oder mit einer Rauferei.“ „Wenn sie sich sinnlos betrinken, wird man den einen oder den andern zur Ader lassen müssen; wenn sie einander Verletzungen zufügen, wird man feuchte Umschläge brauchen. Ich habe Arzneien bei mir und verstehe mich darauf, schmerzlos zur Aderzu lassen. Abgesehen davon ...“ Er betrachtete aufmerksam die Wirtin, sie wiederum ihn, und beide schienen einander zu verstehen. Mit halber Stimme fügte er hinzu: „Was kann ein Betrunkener nicht alles verlieren. Einen Ohrring, eine Kette, die Börse ...“ „Doch hat jeder von ihnen ein gutes Gedächtnis,“ erwiderte die Wirtin, „hat er sich einmal ausgeschlafen, so durchsucht er mir das ganze Haus.“ „Vor Mittag wird er nicht erwachen, ich aber breche stets bei Sonnenaufgang auf. Mag er nur bei dir suchen: was wird er denn finden außer, sagen wir einmal, einem bunten Schal, den du mir, sagen wir einmal, abkaufen wirst? Mich aber werden sie nicht einholen.“ „Du bist ein kluger Mann,“ sagte die Wirtin, „und ein Tausendkünstler dazu. Kaufmann und Heilkundiger und ... Beutemacher.“ „Ich übe noch viele andere Handwerke aus, Herrin, die bedeutend wichtiger sind. Ich kenne Beschwörungsformeln, verstehe mich aufs Tanzen am Opferaltar — nach allen Arten: kanaanitisch, israelitisch, nach den Gebräuchen der Wüstenvölker; sollte es notwendig sein, so könnte ich binnen eines Tages auch die eure erlernen. Ich kann auf Tonscherben, auf Ziegenhaut und auf Papyrus schreiben; ich kann Kinder vornehmer Häu-