Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 5 (1928) Die Zauberin von Kastilien
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Abölen, be.- 1 mauern vermiedenen der romi- I an diesem I 'bem Besuch I teten die Fi- I reich bemal- | d den orien- | Früchte und I gedämmten , ^rr des Pö- )esetzt hatte, }°nner schalleschrei und ntanz ringen- I 5 Schauspiel, | >els innerhalb j n so. In der f -r, die wegen | ien Stadtteils i feindseliges, f Vanden ihrer I eind bei ihnen | men, die nach I en Raum des l in dessen ln- | iffen müssen,! Würmern in! :e Korridore; sgebaut. Sie ■ liehe Pochen en bedeutete 1 näherte; sie lauf, wie von; packten ihre \ en (wer Zeit j :h, was sich ten nach den; irn. Einer gab an die Wand er, mächtiger j sser kommt!“ ,!“ verbreitete , m Hause zum ix fuhren aus iavon, um ihr , .sser kam der; r. Es stürmte 1, ganz plötzr die Schwel-;anken unverjn und allem rtsetzung folzt) en erhalten aut bisher erschient. ROMAN-BEILAGE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ DIE ZAUBERIN VON KASTILIEN VON SCHALOM ASCH (Copyright by R. Löwit, Wien, Leipzig) 4. Fortsetzung Hs entstanden Sümpfe; und die Menschen traten in tiefe, feuchte Gründe, die unter ihren Füßen nachgaben. Es war, als schwände der Boden unter ihren Füßen. Da sah man noch eben den Fußboden; kaum aber trat man hin, so sank er ein ... Das Wasser stieg zusehends mit der Raschheit eines Augenaufschlags. Fs wuchs aber nicht wie Feuer in die Höhe, sondern es schien in die Tiefe zu wachsen ... Und je tiefer es wurde, desto unheimlicher und schrecklicher wirkte es ... Als die Juden sahen, wie das Wasser unbezähmbar und unaufhaltsam anwuchs, stürzten sie hilferufend, Kinder, Greise und Bündel mit ihrer Habe auf den Schultern, vorwärts, zu den Ghettotoren. Aber sie pochten vergeblich an diese Tore — draußen antwortete nichts, und einsam klangen nur die Schritte der Torwächter, die mit spitzen Hellebarden bewaffnet auf und ab gingen. „In Gottes Namen, öffnet die Tore! wir ertrinken ja“, schrien die Juden und schlugen gegen die Tore. „Das ist uns nicht gestattet“, erwiderten von draußen harte, rauhe Stimmen, und dann erklangen wieder die einsamen Schritte. Die alten Juden nahmen damit vorlieb — und warteten auf ein Wunder; sie waren die ersten, die in den obersten Gemächern der Häuser Zuflucht suchten; die jungen Leute dagegen, deren junges Leben und pochendes Blut stürmisch nach Rettung verlangte, suchten weiter nach einem Platze, wo sie der Gefahr entrinnen konnten. Viele von ihnen kletterten die dicken Mauern hinauf, und vielen war es schon gelungen, auf diese Weise ihr Leben zu retten. Bald aber wurden die Torwächter auf sie aufmerksam, schlugen ihnen mit den spitzen Hellebarden auf ihre an die Mauern geklammerten Hände und jagten sie in das Ghetto zurück. So flüchteten auch die Jungen zu den alten Leuten in die obersten Geschoße der Häuser und warteten dort auf ein Wunder. Als die römische Bevölkerung die Ghettomauern besetzte, beherrschte das Wasser schon majestätisch die ganze Fläche des Ghettos. Auf dem „Platze der Juden“ war bereits alles überschwemmt, außer dem Rande des Wasserbrunnens, der in der Mitte aus den Fluten ragte. Auf dem Platze des Tempels aber sah man überhaupt nichts mehr — das Wasser umspülte die dicken Wände der Häuser, die mit verriegelten Türen und Toren dastanden, und suchte nach einem Spalt, einem Loch, einer Öffnung, durch die es in das Innere dringen konnte. An den obersten Fenstern aber, in den Nischen, Erkern und Brükken, die von einem Hause zum andern führten, mit einem Wort, an jeder Öffnung sah man Menschen mit erschreckten Gesichtern und ausgestreckten dürren Händen. Einer stieß den andern beiseite, ein Kopf erhob sich über den andern, ein Gesicht schaute über das andere hervor — die Hände verflochten sich ineinander und alles rief zu den auf den Ghettomauern sitzenden Menschen um Hilfe — Mütter erhoben ihre kleinen Kinder über ihre Köpfe und flehten aus den Fenstern die Einwohner Roms durch Zeichen an, ihre Kinder zu retten; junge Leute traten von ihren Fenstern zurück und ließen die alten vor, die den Menschen auf den Mauern hilfesuchend ihre Hände entgegenstreckten. Aber das Flehen der Greise, das Weinen der Mütter, die vor Schreck geweiteten Augen der Kinder erheiterten und erregten den Pöbel nur noch mehr und steigerten die Spannung des Schauspiels, den Spott und das Lachen der Zuschauer. „Zeigt ihnen das Kreuz, sie sollen zu Boden fallen und das Kreuz küssen!“ Hier und da über der Mauer erhoben Franziskaner und Dominikaner ihre Kreuze und zeigten sie den aus den Fenster schauenden Juden. An einer Stelle hatte eine Gruppe von Alle neahinznlrelenden Abonnetlen erschienenen Teile des Romans kostenlos . 860