Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 50 (14.12.1928)
- Date
- 1928-12-14
- Page
- Seite 804 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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804 Das Jüdische Echo Nr. 50 Plötzlich hörte ich draußen einen Lärm. Eine unbekannte laute Stimme übertönte die zitternde, ängstliche Stimme meines Schwiegersohnes. „Leugnet es lieber nicht, wir haben alles von Euren Dienstboten erfahren!“ rief die laute Stimme. In mein Zimmer trat ein Mann — sein Mantel war mit Messingknöp-, fen, seine Mütze mit einer Kokarde versehen. Mein Schwiegersohn, bleich wie der Tod, folgte ihm. Ich blieb ruhig stehen und nahm nicht einmal mein Käppchen ah. Ihr wollt wissen, oh ich sehr erschrocken war? Aber ihr werdet mir nicht glauben, wenn ich euch sage, daß ich durchaus keinen Schrecken empfand . . . Und der Mann im Mantel mit den Messingknöpfen stand in der Mitte des Zimmers und seine Augen ruhten auf den Lichtern. Sie brannten kaum noch und den Schammes hatte ich vorher schon ausgelöscht. Plötzlich fragte mich der Mann: „Ist’s jetzt Chanukkah?“ Im ersten Augenblicke glaubte ich es im Traume zu hören. Und die Augen meines Schwiegersohnes wurden groß, sehr groß . . . Der Mann näherte sich dem Fenster und guckte gerade auf die kleinen Lichtlein. Sein Gesicht war traurig und nachdenklich: „Zehn Jahre sind es her,“ sagte er, „daß ich diese Lichter njeht mehr gesehen habe. Mein Vater pflegte sie immer anzustecken. Ich erinnere mich noch der Melodie, die ich dabei gesungen habe: „Moaus zur ...“ Und der Mann im Mantel mit den blanken Knöpfen fing leise, leise zu singen an. Im Zimmer war es so still, daß man das Zischen der verglimmenden Lichtlein hörte. Ich schwöre ihnen bei meinem grauen Bart: Wenn man mir statt dieser wenigen Minuten zehn Jahre gegeben hätte, ich hätte nicht getauscht. Wollen sie wissen, was weiter war? Der Meschummed blieb stehen, bis die Lichtlein zu Ende gebrannt waren, dann sagte er: „Großvater, habt keine Angst! .. Und er ging . .. Jetzt sagt: Gibt es einen Gott auf der Welt oder nicht? Gemeindenu. Vereins-Echo Lehrkurse der Israelit. Kultusgemeinde München Programm im Dezember 1928 Dr. Willy Meyer (Nürnberg): „Spinoza“. 2. Abend: „Gottesbegriff“, am 19. Dezember, 20.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog - Rudolf - Straße 1 (Rückgeb.). Eintritt frei. (Weitere drei Abende folgen im Januar und Februar 1929.) Zionistische Ortsgruppe München. Der Vortrag von Herrn Dr. Georg Landauer über „Jüdisch-arabische Verständigung“, auf den an dieser Stelle bereits aufmerksam gemacht wurde, findet am Montag, dem 17. Dezember 1928, abends 8.30 Uhr, im Lessingsaal statt. Kein Mitglied der Ortsgruppe sollte versäumen, sich über diese heute so aktuelle Frage zu informieren. Wochenprogramm der VJSt „Jordania“ vom 16. bis 22. Dezember 1928 Montag: 8.15 Uhr: Vortrag Landauer, Lessingsaal, off. Dienstag: 7.30 Uhr: Turnen. Mittwoch: Gemeinsames Mittagessen. Freitag: Fortsetzung der Aussprache über Kartellfragen, inoff. Lelirkui'se der Israelitischen Kultusgemeinde München Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1 Rgb. Mittwoch, den 19. Dezember 2015 Uhr I>r. Willy Meyer, Nürnberg Spinoza 2. Äbend: Oottesbegriff Eintritt frei Weitere Äbende folgen im Januar und Februar 1929 Bar-Kochba schlägt Jahn 4:3 (3:2). Trotz der kalten Witterung und dem frühen Beginn des Spiels hatten sich zahlreiche Schlachtenbummler eingefunden, welche einen temperamentvollen und bis zum Schlußpfiff interessanten Kampf verfolgen konnten. Der Jubel der anwesenden B.-K.-Anhänger war kein Ausbruch eines blinden Vereinsfanatismus, sondern zugleich der Dank an die Spieler, an die sowohl durch den gefrorenen Boden in physischer, als durch die lange Erfahrung erprobte finessenreiche Spielweise ihres Gegners auch in psychischer Hinsicht große Anforderungen v gestellt wurden. Wenn zwar die junge B.-K.-Elf in Fang-Start- und Lauftechnik dem Bezirksligisten nachstand, so versuchte sie dieses Manko durch Zähigkeit und standhaftes Durchhalten wettzumachen. Bei Jahn fielen besonders Eisenhofer im Sturm, und Nothelfer in der Läuferreihe auf. Beim Sieger stand seit vielen Jahren wieder Dr. Berger als Mittelstürmer in der Mannschaft. Diese Aufstellung bewährte sich, der Sturm war sichtlich gestärkt. Insbesondere in der 1. Halbzeit lieferte die Fünferreihe ein schönes Spiel. Jedoch nach Seitenwechsel wollte es im Quintett überhaupt nicht mehr klappen. Doch ist zu berücksichtigen, daß in dieser Zeit Gröbl nicht unerheblich verletzt und Eisenmann besonders bewacht wurde, so daß sich das Stürmerspiel nur auf das Innentrio beschränkte. Auch die Läuferreihe gefiel diesmal durch gleichmäßige Defensiv- und Offensivtätigkeit. Im Schlußdreieck brillierte Kornhauser im Tor, der einen seiner besten Tage hatte und Orljansky, der manchen gegnerischen Angriff zunichte machte. Sein Partner Felsen hatte neben guten auch schwache Momente. Die Tore für Jahn warf Eisenhofer, während Bar-Kochba durch Schuster, Dr. Berger und Goldstern erfolgreich war. Bar-Kochba, München. „Mitglieder! Werbt neue Mitglieder!“ Mit dieser Aufforderung verbinden wir einen Wettbewerb innerhalb unserer Mitgliedschaft. Als Preis steht der Roman „Richter und Narr“ von Altalena (W. Jabotinsky) zur Verfügung. Preisträger ist dasjenige Mitglied, welches bis 1. Februar 1929 die größte Zahl aktiver Mitglieder wirbt. Dieselben sind schriftlich Herrn Masur, Schillerstraße 20, zu melden. Der Name des Preisträgers wird im „Jüdischen Echo“ veröffentlicht. Einer Anregung aus unserem Mitgliederkreis folgend, veranstalten wir Weihnachten eine zweitägige Skifahrt, an der sich . sämtliche Turn-