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Das jüdische Echo · 1928-12-14 · 50 (14.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
50 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das jüdische Echo Nummer 50 14. Dezember 15. Jahrgang Das arbeitende Palästina (Zur bevorstehenden Konferenz in Berlin) Von Kurl Loew enstein Auch wenn man nicht ganz auf dem Standpunkt der palästinensischen Arbeiterorganisation und ihrer Aktionen steht, erscheint eine Informierung über die Ziele der nach Berlin einberufenen Konferenz für das arbeitende Palästina geboten. Aus diesem Grunde geben wir nachstehenden Ausführungen Raum. Die Schriftltg. In einigen Wochen findet in Berlin eine Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästinas statt, welche durch einen in der Presse erschienenen Aufruf seitens einer Anzahl führender Sozialisten und sozialistischer Zionisten vorbereitet wurde. Es ist der Gedanke dieser Konferenz, alle Kreise, die innerhalb der organisierten zionistischen Bewegung auf dem Boden des Arbeiterzionismus stehen, zu vereinigen und mit ihnen diejenigen jüdischsozialistischen Kräfte im deutschen Judentum und Kreise aus der jüdischen Jugendbewegung zu verbinden, welche ebenfalls zum Werke der palästinensischen Arbeiterschaft stehen. Die Bedeutung des Versuches, der mit diesem Zusammenschluß unternommen wird, liegt zunächst darin, daß ein geistig und politisch außerordentlich lebendiger Teil des deutschen Judentums sich hier mit dem Kernstück des zionistischen Werkes, der Arbeiterschaft, verbindet und eine kontinuierliche Tätigkeit für diese entfalten soll. Es ist klar, daß auf diesem Wege eine außerordentlich bedeutsame Ausweitung des zionistischen Wirkungskreises in Deutschland erfolgt. Darüber hinaus aber kann diese Konferenz und alles, was sich an praktischen Leistungen an sie knüpfen wird, sowohl auf politischem wie auf materiellem Gebiete für Palästina selbst von wesentlicher Bedeutung sein. Wir stehen heute am Beginne eines neuen Aufstieges in Erez Israel. So schwierig auch noch die kommenden Jahre gerade für das Werk der zionistischen Arbeiterschaft sein werden, so stark ist ihr Wille, alle jüdischen Positionen im Lande zu verstärken und vorwärts zu treiben. In diesem Augenblick bedarf gerade die Arbeiterschaft, die auch künftig wesentlicher Träger des Aufbauwerkes sein wird, der Unterstützung durch all diejenigen Kreise der Galuth judenheit, die sich ideell auf Grund ihrer allgemeinen sozialen Anschauungen mit ihr verbunden fühlen. D£r Gedanke, der zu dieser Konferenz geführt hat, hat eine seiner Wurzeln in der palästinensischen Arbeiterschaft selbst. Man hat dort immer mehr erkannt, daß die Arbeiterschaft als Träger des Aufbauwerkes ihrerseits die Verpflichtung habe, die Front in der Galuth mit zu halten und sich mit aller Kraft in die zionistische Arbeit aller Länder hineinzustellen. Dieser Gedanke führte zur Entsendung einer Reihe der besten Menschen aus dem Kreise der Arbeiterschaft nach Europa und Amerika und zu dem Versuch, in bestimmten organisatorischen Formen an der zionistischen Arbeit allenthalben mitzuwirken. In dieser Linie ist auch die geplante Konferenz in Deutschland eine Etappe auf dem Wege der zionistischen Arbeit seitens der Arbeiterschaft in der Galuth, der weitere Schritte folgen werden. Aber auch in der Galuth selbst und besonders in Deutschland erkannten die in den verschiedenen Parteien und Jugendorganisationen zusammengefaßten Arbeiterzionisten, daß es ihre ureigenste Aufgabe ist, die zionistische Bewegung hier zu stärken und zu erneuern und ihr in all den Schwierigkeiten beizustehen, die für die Gaiutharbeit charakteristisch sind und auf der Bewegung schwerer lasten als alle Schwierigkeiten im Aufbauwerke selbst. Diese Kreise versuchten daher, eine Form gemeinsamer Arbeit zu finden, um einen möglichst großen Kreis zionistischer Arbeit zu übernehmen und dadurch ihre Chawerim in Palästina politisch und materiell zu unterstützen. Aus diesen Grundlagen ist der Gedanke einer Konferenz und einer gemeinsamen Organisation der auf ihr vertretenen Gruppen und Persönlichkeiten entstanden. Die Konferenz selbst wird einerseits zu zeigen habe, welche Kräfte sich in Deutschland um das Werk der palästinensischen Arbeiterschaft gruppieren. Sie wird ferner nach der ideologischen und praktischen Seite hin die Grundlagen einer gemeinsamen Arbeit zu diskutieren haben und auf ihnen dann die organisatorische Form des Zusammenschlusses aufbauen müssen. Die Aufgaben, die sich daraus für die Dauer für den neu zusammengeschlossenen Menschenkreis ergeben, werden durchaus vielfältig sein. Einmal wird es sich darum handeln, die materiellen Aktionen der palästinensischen Arbeiterschaft hier durchzuführen. Neben dieser direkten Unterstützung des Aufbauwerkes steht auch die Information weiter Kreise über die Vorgänge in Palästina und in der Arbeiterschaft. Es wird die Aufgabe der gemeinsamen Organisation sein, alle Angriffe abzuwehren, welche von irgendeiner Seite her gegen die Grundlagen des Arbeiterwerkes unternommen werden. Schließlich wird man den Versuch zu unternehmen haben, die geistigen Grundlagen dieses Werkes sowohl im Zionismus wie im gesamten deutschen Judentum nach Möglichkeit zu verbreiten, in eine Auseinandersetzung mit der jüdischen Jugend Deutschlands erneut einzutreten, um sie für die Gedankengänge des Arbeiterzionismus zu gewinnen, und wird die existierende chaluzische Jugendbewegung auf ihrem Wege zu unterstützen haben. Diese Aufgabengebiete, die eine Fülle praktischer Arbeit mit sich bringen, erfordern naturgemäß die Schaffung eines gewissen organisatorischen Rahmens. Die Konferenz wird daher über die Diskussion der grundlegenden Prinzipien hinausgehen und in diese praktische Arbeit bereits eintreten müssen. Wenn es gelingt, wie es in dem Willen der Unterzeichneten des Aufrufs zur Konferenz liegt, hier einen breiten Kreis von Menschen und Gruppen aus

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