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Das jüdische Echo · 1928-12-07 · 49 (7.12.1928) · p. Seite 789

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
49 (7.12.1928)
Date
1928-12-07
Page
Seite 789 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 49 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage 789 einsehen kann, daß die Unterwürfigkeit gegen die Herren aus Gaza das beste Mittel zur Selbsterhaltung ist. Mittelpunkt des Romanes ist die große Liebe zwischen dem Helden und Delila, die ihm schließlich zum Verderben gereicht, indem Delila ohne ihre Absicht zum Werkzeug philistäischer Vernichtungspläne wird. Der von seinem schlimmsten Widersacher, Eli, geblendete Simon, dem mit seinem Haar zugleich die Kraft genommen ist, bereut seinen früheren gewalttätigen Lebenswandel, erschüttert durch seinen frommen Klagegesang die bestürzten Philister, und begräbt schließlich, als ihm mit dem Haar auch die Stärke wiedergekehrt ist, die schwelgenden, triumphierenden Feinde unter den Trümmern der beiden den Königsaal tragenden Säulen, unter denen auch er und Delila seine Leben aushauchen. Die meisten Personen des Romans könnten jedoch ohne weiteres in einem modernen Roman Platz finden, so unbeschwert sind sie von jeglichem Zeitgeist.. und diese Unterschiedlichkeit in der Gestaltung: hier historische Figuren als bloße Attrappen mit rein aktuellem Inhalt, dort die im Lichte biblischer Erkenntnis gezeigte Simsongruppe zerstört die künstlerische Einheit des Werkes, so packend und literarisch geschickt auch die rein menschlichen Probleme gemeistert sind. H. H. Erbfeindschaft Versuch einer Annäherung. Novelle von Suzanne de Callias. Paul List Verlag, Leipzig. Das Thema der Annäherung zwischen einem natürlich rechts eingestellten deutschen Aristokraten und einer ebenfalls sehr konservativen französischen adeligen Dame wird in dieser Novelle vielleicht nicht allzutief, jedenfalls aber mit Geschmack und Geschick behandelt, und man glaubt nur allzu gerne, daß sich mit gutem Willen überall Brücken schlagen lassen, wenn auch die endgültige Ausgleichung der „Erbfeindschaft“ wohl erst einer jüngeren freieren Generation gelingen wird. Gut beobachtet ist eine Szene, die, und das ist wohl typisch für unsere Zeit — die gemeinsame Abneigung gegen die Juden schildert: „In diesem Augenblick ging eine auffallend dunkle Dame an uns vorüber und verfing sich mit ihrer Zobelstola an unserem Tisch. Ich half ihr, sie dankte knapp. Adalbert schien froh über die Ablenkung. ,Natürlich eine Jüdin/ sagte er halblaut, »andere Leute sind höflicher/ Wir gelangten in ein längeres Gespräch über die Juden und fanden, daß wir beide die gleiche Abneigung gegen diese Rasse empfinden, die jetzt allenthalben so sehr an Einfluß gewonnen hat. Seit Chamonix war dies erst das zweitemal, daß wir vielleicht dieselben Ansichten über ein Thema entwickelten.“ R. S. Cläre Sheridan: Ich, meine Kinder und die Großmächte der Welt. Paul List Verlag. Leipzig. Nie vergißt man, daß eine bezaubernde Frau dieses Buch geschrieben hat. Es hat den Atem der Wirklichkeit, den Freimut einer wahrhaft menschlichen und unabhängigen Betrachterin, die es zu einem bunten und fesselnden Bild unserer Gegenwart machen, gespiegelt in einer freien und kühnen Seele. Die Ideen werden nur in den Menschen gesehen, kaum in abstrakter Auseinandersetzung. Fern von jeder Mystik (selbst wo von Gesprächen mit Geistern erzählt wird) atmet man eine Atmosphäre von Weltdurst und Sachlichkeit, von nüchternem, reifem Verstehen der Dinge und naturnaher Irdischkeit. Aber darüber hinaus wird man gefesselt und unterhalten von der Vielfalt und dem Tempo dieses Lebens. Englische Aristokratie (der die Verfasserin entstammt), Künstler und Politiker, Könige und Gelehrte, Rußland, Mexiko, der Balkan, Chaplin ebenso wie Lenin und Mussolini ziehen an uns vorüber. Der Charme ihrer Zeichnung ist einzigartig und wird mit ein Hauptgrund sein, diesem ausgezeichneten Buch noch viele Freunde zu werben. Manfred Heß. Das Maase-Buch „Allerlei Geschichten“, gedruckt in Amsterdam im Jahre 1723, ist von Bertha Pappenheim übertragen worden und erscheint Anfang nächsten Jahres. Es ist eine Sammlung von 250 Geschichten, Legenden, Volkserzählungen, die neue Einblicke in allgemein kulturelle Leben der damaligen Zeit und in den jüdischen Sagenschatz vermitteln; in sprachgeschichtlicher Hinsicht ist es besonders interessant. Der Jüdische Frauenbund hat die Herausgabe des Buches übernommen und erbittet Subskriptionsmeldungen (das Buch kostet RM. 6.— pro Stück) an seine Geschäftsstelle, Berlin N 24, Monbijouplatz 10. Von dem vierbändigen Jüdischen Lexikon, das der Jüdische Verlag, Berlin W 57, Potsdamer Straße 63, herausgibt, ist soeben der 2. Band, der die Buchstaben D—H in etwa 1800 Spalten umfaßt, erschienen. Der 2. Band weist eine noch größere Anzahl von Textillustrationen, Kunst- und Notenbeilagen, sowie Landkarten und Brieffaksimiles auf als der 1. Band. Von den Tabellenbeilagenist insbesondere eine umfangreiche .Tabelle „Die wichtigsten Daten der jüdischen Geschichte“ zu erwähnen. Aus dem Inhalt sind besonders die ausführlichen Artikel „Deutschland“, „England“, „Frankr e i c h“, „E h e r e c h t“, „Anteil der Juden am Finanzwese n“, „Jüdische Gemeind e“, „Gesundheitsverhältnisse bei den Juden“ (Natalität, Vitalität, Morbidität, Mortalität), „G o 11“, „H a g g a d a“, „H e - bräische Sprach e“, „Humor und Witz“ usw. hervorzuheben. Die beiden Schlußbände dieyili MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge! Kaulbachstrafte 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33823—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung — Spezial * Reparaturwerkstätte Günstige Ratenzahlungen

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