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Das jüdische Echo · 1928-11-09 · 45 (9.11.1928) · p. Seite 718

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
45 (9.11.1928)
Date
1928-11-09
Page
Seite 718 (sequence 10)
Language
German
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718 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage Nr 45 schichte nicht, ebenso auch nicht, warum sich die junge Religion gerade in Vorderasien außerhalb des jüdischen Landes so stark ausbreiten konnte, während es dort bald erstarb — hätten uns nicht die Inschriften gelehrt, daß hier der Boden Jahrtausende hindurch für die Saat des Friedensevangeliums aufgelockert worden war. Bücher und Zeitschriften M. Weinberg: Geschichte der Juden in der Oberpfalz, Bd. IV (Sulzbürg) und Bd. V (Sulzbach). — Schriften des Verbands Bayrischer Israelitischer Gemeinden, Bd. 2/2. Von der Geschichte der Juden in der Oberpfalz hat Herr Dr. Weinberg, Rabbiner in Neumarkt, jetzt zwei neue Bände erscheinen lassen. Man kennt die Arbeitsweise des Verfassers aus seinen zahlreichen früheren Arbeiten. Auch diese beiden neuen bauen auf eigenen sorgfältigen Quellenstudien auf. Ein großer Teil des heutigen Bayern ist erst im 19. Jahrhundert an die Krone Bayern gekommen. Städte wie Nürnberg, Augsburg, Passau, Würzburg und andere Landesteile, die heute den Charakter des Landes entscheidend mitbestimmen, sind noch vor relativ kurzer Zeit „ausländische“ Territorien gewesen. Dagegen war ein großer Teil der heutigen Oberpfalz schon in den Karolingerzeiten der Krone Bayern untertan. Schon darum allein ist die Geschichte der oberpfälzischen Juden ein wichtiger Bestandteil der bayrisch-jüdischen Geschichte. Vollkommenheit im Ton Ist das hohe Ziel, dem alles Forschen im Klavierbau gilt. Die rastlose Versuchsarbeit dreier Generationen der Klavierbauer-Familie Schwechten führte zur Erfindung des Schwechten-Patent-Klang-Steges, der den Schwechten Flügel / Pianos ihre dominierende Stellung verlieh. Dleserbedeutendste klaviertechnische Fortschritt brachte eine bisher unbekannte Veredelung und Bereicherung des Tones. Einen Schwechten hören — ist hoher Genuh, einen Schwechten spielen — ein Erlebnis! Auch diese hochvollendeten Instrumenteliefern wir zu angenehmen Zahlungsbedingungen Alleinige Niederlage: Pianohaus Hirsch am Sendlingeriorplat2 MÜNCHEN / Lindwurmstrabe 1 Aber noch aus einem anderen Grunde ist das der Fall. Im späten Mittelalter wurden aus den meisten größeren Städten Süddeutschlands die Juden vertrieben, auch aus München, Regensburg, Nürnberg, Augsburg, Passau, Rothenburg, Würzburg u. ä. m. In der Regel waren es die städtischen Bürgerkreise, die auf die „Ausschaffung“ der Juden hindrängten, und diesen bestätigte meistens der Klerus, daß die Unterdrückung der ungläubigen Konkurrenz sogar gottgefällig sei. Dagegen waren es von den Fürsten nur wenige, die — wie etwa Herzog Ludwig der Reiche, berühmt durch die „Landshuter Hochzeit“ — den Einflüsterungen fanatischer Prediger folgten. Die kleineren Herren, darunter viele in der Oberpfalz, benutzten die Heimatlosigkeit der Vertriebenen und zogen sie zum Vorteil ihres Fiskus in ihr Land. Als im 19. Jahrhundert mit der Emanzipation der Juden diesen auch die bisher versperrten Gebiete wieder geöffnet wurden, setzte eine rückläufige Bewegung ein und die künstliche Zusammendrängung in der Oberpfalz und einigen benachbarten fränkischen Landesteilen nahm damit ein rasches Ende. Heute sind die kleinen Gemeinden der Oberpfalz, wie man weiß, nicht mehr bedeutungsvoll. Wertvoll sind die Weinbergschen Arbeiten durch die beigegebenen genealogischen Tabellen vor allem für die Familiengeschichte. Viele Münchner Juden werden ihre Vorfahren in diesen Arbeiten genannt finden. rst. T. E. Lawrence: Der Aufstand in der Wüste. Paul List Verlag, Leipzig. Am 9. November 1918 zogen die englischen Truppen unter Führung General Allenbys jubelnd in Jerusalem ein. Wenige Wochen vorher hatten Engländer und Araber den Türken Damaskus genommen und damit einen langen Feldzug um die Vorherrschaft im vorderen Orient entschieden. Über die wichtigsten Faktoren in diesem Feldzug sind die Meinungen geteilt. Nach T. E. Lawrence, der im englischen Auftrag den Aufstand der Araber in der Wüste gegen die Türken organisierte und von dieser schwierigen Tätigkeit — schwierig vor allem wegen der Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit der Araber — einen packenden, an Heldenepen vergangener Zeiten anmutenden Bericht gibt, haben die Araber den Deutschen und Türken sehr erheblichen Schaden zugefügt und den Zerfall der langgestreckten deutschtürkischen Front herbeigeführt. Von anderen Sachkennern wird diese Darstellung bestritten und behauptet, daß der Anteil der Araber an dem kriegerischen Erfolg mehr als bescheiden gewesen sei. Aber abgesehen von der historischen und taktischen Bewertung des arabischen Feldzugs, abgesehen auch von der persönlichen Einstellung Lawrences gegenüber den verschiedenen arabischen Führern, von der Berechtigung seiner Hoffnungen auf eine endgültige arabische Einigung unter Führung Faisals, bietet diese Beschreibung eines Mannes, der bei Ausbruch des Krieges Philologe und Archäologe und als untauglich für den Kriegsdienst bezeichnet, dann in jahrlangem nomadischem, äußersten Strapazen ausgesetztem Leben unter unerhörten Entbehrungen mit seltener geistiger Spannkraft und größtem persönlichem Heldenmut das Werk der wenigsten temporären arabischen Einigung zustande gebracht hat, und so vielleicht als einer der wichtigsten An-

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