Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 40 (5.10.1928)
- Date
- 1928-10-05
- Page
- Seite 638 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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658 Das Jüdische Echo Nr. 40 Vom Bade zurück? Gut erholt durch herrliche Ruhe, gebräunt von der Sonne, gesundet am heilsamen Quell? Ja, und nun? Unbedingte Fortsetzung Ihrer Kur zu Hause! Vorbeuguoggeg.RttckkebrlhrerBescbwerden Unter Echtheitsgarantie erhalten Sie den gewünschten, an der Quelle abgefüllten Brunnen frei Haus von der Mineralwasser -Großhandlung Otto Pachmayr, G.m.b.H., München Rufen Sie 27471 oder 2747 Problems, Herr Dr. L. Lieben, veröffentlicht im „Prager Archiv für Tiermedizin und vergleichende Pathologie“, Band VIII, 1928, „Weitere Studien über Veränderungen des Blutkreislaufes im Gehirne durch den Halsschnitt“. Auch diese neueren Versuche stützen die gutachtlich niedergelegte Meinung der hervorragenden Physiologen, daß das Schächten keine Tierquälerei ist. Präsident Hausmann spricht in Danzig für den Palästina-Aufbau Danzig, 25. September. (JTA.) Regierungspräsident Dr. Hermann Hausmann (Stralsund), Mitglied des deutschen Pro-Palästina-Komitees, hielt im Danziger Schützenhaus vor einer zahlreichen Zuhörerschaft ein Referat über die Aufbauarbeit in Palästina und appellierte an die Versammelten, sich zugunsten des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth zu besteuern. Er schloß mit den Worten: „Ehre dem jüdischen Volke.“ 50. Geburtstag Arno Nadels Berlin, 11. September. (JTA.) Arno Nadel, in weiten jüdischen Kreisen als Dichter, Übersetzer, Maler und vor allem als Autorität auf dem Gebiete synagogaler Musik bekannt, beging am 3. Oktober seinen 50. Geburtstag. In Wilna 1878 geboren, kam Nadel schon mit 12 Jahren nach Deutschland. Er absolvierte das Jüdische Lehrer- Seminar in Berlin und bildete sich daneben auch zum Musiker aus. Seit 1912 wirkt er hauptsächlich als Chordirigent der Jüdischen Gemeinde Berlin. Eine Reihe seiner Kompositionen gelangte zu öffentlicher Vorführung und fand großen Beifall. Später wandte er sich auch der Dichtkunst und Malerei zu, widmete sich aber vornehmlich der jüdischen Musik. Speziell als Herausgeber jüdischer Volkslieder und als gründlicher Kenner der lithurgischen Musik genießt Nadel großen Ruf. Seit 1919 ist eine Reihe von literarischen Veröffentlichungen und dichterischen Werken erschienen. Die Zahl der lyrischen Gedichtbücher und Dramen ist sehr groß. Genannt seien nur das Drama „Adam“, das wiederholt gespielt worden ist, und die Folge biblischer Szenen „Sündenfall“, eines der interessantesten Bücher Nadels. Seit einigen Jahren ist Nadel auch als Maler tätig und wird besonders von Julius Meyer-Graefe außerordentlich geschätzt. Ausstellungen der Werke Nadels finden im Winter in München, Mannheim, Köln und anderen Städten statt. In der jetzigen Sonderausstellung der Berliner Sezession befinden sich auch einige Bilder von Nadel. Den 50. Geburtstag beging der Künstler in der Fülle seines Schaffens. Sanitätsrat Dr. Bradt gestorben Berlin, 25. September. (JTA.) Am Jom-Kippur-Tage verschied nach mehrwöchigem schwerem Leiden in München, wo er sich vorübergehend aufhielt, Herr Sanitätsrat Dr. Gustav Bradt, der geschäftsführende Schriftführer der Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Gustav Bradt war eine allseitig verehrte und geliebte Persönlichkeit. Trotz seiner verhältnismäßigen Jugendlichkeit — er erreichte nur ein Alter von 57 Jahren — war er der Typus eines abgeklärten, milden und weisen Menschen. Seine Liebe zur jüdischen Geistigkeit fand in seiner Mitarbeit am Ausbau der Nationalbibliothek in Jerusalem — er war Vorsitzender der „Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Bibliothek“ — ihren Ausdruck. Seine große Lebensaufgabe erblickte er in der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Bradt war es, der im Jahre 1917 den Ruf für Franz Rosenzweigs „Zeit ist’s“ aufnahm und Hermann Cohen veranlaßte, gemeinsam mit ihm an die Gründung der Akademie zu schreiten. In den zehn Jahren, welche die Akademie seitdem durchmessen hat, war Dr. Bradt die wahre Seele des Werkes. Seiner schönen Begeisterung, seiner rastlosen Energie und unbegrenzten Hingabe hat die Akademie ihre erstaunliche Entwicklung zu danken, die sie trotz der Schwere der Zeit genommen hat, und die ihr einen Ehrenplatz unter den wissenschaftlichen Institutionen der Judenheit sichert. Bis zum letzten Atemzuge war Bradt um ihren zukünftigen Aufbau besorgt, und oft bezeichnete er dieses sein Werk als sein Vermächtnis an die gesamte, insbesondere die deutsche, Judenheit. Dr. Markus Sußmann, Redakteur des „Ziko“, plötzlich verschieden Berlin, 25. September. (JTA.) Herr Dr. Markus Sußmann, seit mehreren Jahren Redakteur der „Zionistischen Korrespondenz“ („Ziko“), ist am Jom-Kippur-Tage, dem 24. September, in seiner Berliner Wohnung im 47. Lebensjahre plötz lieh verschieden. Dr. Markus Sußmann erfreute sich in den führenden Kreisen der Zionistischen Weltorganisation, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, sowie in den Kreisen der jüdischen Journalisten, wegen seines Arbeitseifers, seiner Tüchtigkeit und seines hohen Verantwortungsbewußtseins größter Achtung. Lemberger Kommunisten gegen Jom-Kippur-Andacht — Schlägereien in den jüdischen Stadtr* vierteln Lemberg, 25. September. (JTA.) Am Vor- J abend des Jom Kippur verteilten jüdische Kornj munisten in den jüdischen Vierteln Lembergs Aufi rufe gegen die Religion und kündigten für den v Kol-Nidre-Abend eine Massenversammlung unter dem Motto „Religion ist Opium für das Volk“ an. In Verbindung mit dieser Kundgebung kam es zu p schweren Zusammenstößen zwischen orthodoxen J Juden und Kommunisten. Polizei erschien, ver- | haftete einige Kommunisten und löste die Ver- B Sammlung auf. Am Jom-Kippur-Tage hielten dann die Kommut nisten eine geschlossene Versammlung äb und zo-!'■. gen in Trupps in die Synagoge, wo sie die An- :!