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Das jüdische Echo · 1928-09-14 · 37 (14.9.1928) · p. Seite 590

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
37 (14.9.1928)
Date
1928-09-14
Page
Seite 590 (sequence 18)
Language
German
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590 Das Jüdische Echo Nr 37 Kraftfahrzeuge, Blutenburgsfraße 91 Telephon 63 456 Opel und Studebaker Vertretung — SpezialsReparaturwerkstätte Günstige Ratenzahlungen zer fiel durch prachtvolle Würfe auf. Doch würde der Spieler, ebenso wie sein Nebenmann Wolf, besser daran tun, nicht so oft den Weg des fairen Spiels zu verlassen. Bei München ließ gerade die sonstige Stärke der Mannschaft, der Sturm, viele Wünsche offen. Es fehlte so sehr an der Harmonie im Münchener Sturm, er stellte keine Kampfeinheit dar. Bei Goldstern und Eisemann kam die lange Pause zur Geltung, Helfeld hatte noch an seiner Verletzung zu leiden. Schneuer hatte auch nicht einen seiner besten Tage, wie überhaupt die Läuferreihe, insbesondere in der zweiten Halbzeit, ungenau zuspielte. Die beiden Verteidiger waren unermüdlich. Kornhauser im Tor war anfangs unsicher, hielt aber später sehr gut. An den letzten Torerfolgen der Gäste ist er schuldlos. Spielverlauf. Die Münchener sind sofort im Angriff und leiten schöne Kombinationen ein. In der ersten Viertelstunde schält sich sogar eine ausgesprochene Überlegenheit heraus, in deren Verlauf Helfeld den ersten Torerfolg für München buchen kann. Aber schon einige Minuten wirft Bukofzer überraschend aufs Tor, Kornhauser stoppt zwar den Wurf, aber der Schiedsrichter gibt Tor. Somit kam Nürnberg zu einem billigen Ausgleich. Der Kampf wird härter, unangenehm fällt das viele Reklamieren der Gäste auf. Schuster kann einen Strafwurf zum 2. Tor für München verwandeln. Na/ch Seitenwechsel gibt es mehrere Zusammenstöße zwischen den Spielern. Nürnberg ist stark im Vorteil und drängt die Münchener in ihre Spielhälfte zurück. Bukofzer kann als Abschluß eines schönen Angriffs den Ausgleich erzwingen, einige Minuten später wirft derselbe Spieler Nummer 3. Die Münchener werden nun sehr nervös, insbesondere gibt es immer wieder einer Zusammenarbeit hinderliche Wortgefechte. Durch Strafwurf kann dann Nürnberg das 4. Tor werfen und damit den Sieg sichern. Es nützt nichts, daß die Münchener sich am Ende des Spiels noch einmal finden, denn die Gäste halten mit einer verstärkten Verteidigung den Vorsprung. Bar-Kochba, München. Alle, die sich in liebenswürdiger Weise der Leitung des Sportfestes helfend zur Verfügung gestellt haben, unseren besten Dank. Besonderen Dank gilt den Herren A. Mysliborski-Misch, Reich, Orljansky, Goldfarb und Wetzler, welche dem Kampfgericht wertvolle Preise zur Verfügung stellten. Bar-Kochba München. Trainingszeiten. Damen: Montag abend, von 7 bis 8 Uhr Abteilung I und von 8 bis 9 Uhr Abteilung II. Herren: Dienstag von 7.30 bis 9 Uhr. Mädchen: Montag von 6 bis 7 Uhr. Knaben und Jugend Dienstag von 6 bis 7.30 Uhr, jeweils in der Schule an der Luisenstraße. Die weiblichen Abteilungen stehen unter der Leitung von Fräulein Armbruster, die männlichen unter Leitung des Sportlehrers Breit. Wir fordern sämtliche Aktiven auf, pünktlich und regelmäßig zu kommen. Neuanmeldungen werden auf dem Turnboden vom Abteilungsleiter angenommen. Die Vorstandschaft. Bar-Kochba München. Leichtathletikabteilung. Für den Anfang Oktober ist die Austragung der unteren Vereinsmeisterschaften geplant, zu der die gesamte jüdische Jugend eingeladen werden soll. Näheres in der nächsten Nummer dieses Blattes. Die Leitung. Gesamtausschuß der Ostjuden. Am Samstag, dem 22. September, abends 8 Uhr, findet eine Generalversammlung mit anschließender Neuwahl statt. Wir ersuchen um vollzähliges und pünktliches Erscheinen der Mitglieder. Die Vorstandschaft. Zionistische Ortsgruppe Bamberg. Unser dritter Vereinsabend war dem Thema „Politischer Zionismus“ gewidmet. Nachdem zunächst das Wirken Herzls, als des Begründers des politischen Zionismus geschildert worden war, entspann sich eine Debatte über die Bedeutung Herzlscher Gedankengänge für unseren heutigen Zionismus. Auch dieser Abend war sehr zahlreich, auch von einigen Nichtzionisten besucht. Das Thema des am 13. September stattfindenden vierten Abends lautet: „Sozialismus und Zionismus“. Personalia Am nächsten Schabbos sind es 50 Jahre, daß der allseits beliebte und hochgeschätzte Herr Hauptlehrer Simon Kissing er in Ursprüngen seine ersprießliche und erfolgreiche Tätigkeit als Lehrer begann. Es gibt wohl verschwindend wenige Lehrer, deren ganze Lehrtätigkeit sich nur auf eine Gemeinde erstreckt. Bei Simon Kissinger war dies der Fall. Vierzig Jahre war er in Urspringen als Volksschullehrer tätig und auch nach seiner Pensionierung lieh er seine Dienste dieser Gemeinde als Religionslehrer, bis er vor ganz kurzer Zeit in den wohlverdienten Ruhestand trat. Ihm war es vergönnt, drei Generationen in seiner Gemeinde zu erziehen. Jedoch sind ihm nicht nur die Kinder seiner Gemeinde in Liebe zugetan, sein Name hat in allen Kreisen der bayerischen Judenheit einen guten Klang und insbesondere feiern diesen Tag alle seine jüdischen Berufskollegen mit ihm. Er gehört zu den wenigen noch lebenden Gründungsmitgliedern des Israelitischen Lehrervereins für Bayern. Daß der Jubilar auch bei der nichtjüdischen Bevölkerung einen guten Namen hat, beweist die Tatsache, daß ihm schon vor fünfundzwanzig Jahren von der politischen Gemeinde Urspringen das Ehrenbürgerrecht verliehen wurde. Möge dem Jubilar ein sonniger Lebensabend beschieden sein.

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