Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- Seite 557 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 557 deren Verehrung, deren sich die Verstorbene in allen Kreisen erfreute, zum Ausdruck bringen. Frau Rabbiner Werner stand während mehr als dreißig Jahren an der Spitze des Jüdischen Frauenvereins und des Vereins für Ferienkolonien. Sie war Mitgründerin und lange Jahre Vorsitzende, später Ehrenvorsitzende der Israelitischen Jugendhilfe und der Ortsgruppe München des Frauenbundes. Diesen Vereinen, wie auch allen anderen jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen Münchens — es war keine einzige, in der sie nicht tätig mitwirkte —, hat sie einen großen Teil ihrer Zeit und Kraft gewidmet. Sie hat hier Gelegenheit gehabt, ihre ungewöhnliche Begabung für die soziale Arbeit sich auswirken zu lassen. Die Entwicklung unserer Wohlfahrtsvereinigungen und -Anstalten in den letzten Jahrzehnten ist mit ihrer Persönlichkeit aufs engste verbunden. Die stärkste Wirkung aber ging von der Verstorebnen da aus, wo sie rein persönlich sich einzelnen Hilfsbedürftigen gegenüber befand. Hier zeigte sich ihre wirkliche Herzensgüte. Sie fühlte sich als Genossin jedes Leidenden und stand dem, der sich an sie wandte, mit ihrer ganzen Persönlichkeit ratend und helfend zur Verfügung. So war sie die Vertraute der Leiden und Sorgen aller Armen und Hilfsbedürftigen, aber auch einer großen Zahl von Gemeindemitgliedern, die in nicht materiellen Nöten eines freundschaftlichen und warmherzigen Rates bedurften. Sie war eine wirkliche Mutter ihrer Gemeinde. Ihr, der der Kindersegen versagt war, folgen mit den Gefühlen kindlicher Trauer zahllose Männer, Frauen, Mädchen und Kinder der Gemeinde. Ihr Andenken wird unvergessen bleiben. * * * Das Begräbnis der Verstorbenen gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung der gesamten jüdischen Gemeinde Münchens. Ehrende Worte sprachen die Herren Rabbiner Dr. Baerwald, im Namen der Gemeinde Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer; für die zahlreichen Vereine, denen Frau Professor Werner ihre Arbeit gewidmet hatte, sprach Herr Justizrat Oppenheimer. Herr Dr. Calvary (Hamburg), ein Neffe der Verstorbenen, dankte im Namen der Familie und rief ihr ergreifende Abschiedsworte nach. Wie uns berichtet wurde, verschied vor kurzem in Wien Frau Sarah Lustgarten ganz plötzlich im 57. Lebensjahr. Die Verblichene ist die älteste Tochter der vor drei Jahren verstorbenen bekannten Philanthropin, Frau Blume Weber. Auch sie war in den weitesten Kreisen und über die Grenzen der früheren Doppelmonarchie hinaus als Wohltäterin bekannt. Sie ist im April 1871 geboren und stammt aus einer alten Patrizierfamilie; ihr Urgroßvater war der in Europa bekannte Rabbi Jehuda von Biala. Das Heim der Verstorbenen war während und nach dem Kriege ein wahrer Sammelplatz der Bedrängten. Unermeßlich ist der Schmerz bei allen Hinterbliebenen. Unter großer Beteiligung des Kultusvorstandes und einer ungeheuren Teilnehmerzahl wurde die Verewigte zur ewigen Ruhe neben der Frau Blume Weber bestattet. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN^ Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostllmatlckereien 8urgstraBe16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Jwl.Sch'rfcl»’>€r, Kraftfahrzeuge, Biutenburgstraße 91 Telephon 63456 Opel und Studebaker Vertretung — Spezial»Reparaturwerkstätte Günstige Ratenzahlungen Gemeindenu. Vereins-Echo Hebräische Sprachschule München Ab Montag, den 3. September, wird das Sommersemester fortgesetzt. In sämtlichen bestehenden Kursen werden neue Schüler angenommen. Interessenten werden gebeten sich an die Zionistische Ortsgruppe, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rgb. (Tel. 297 449) zu wenden. (Sprechstunden 3 bis 6 Uhr.) Gesuche um Ermäßigungen sind an den Vorsitzenden, Herrn Paul Grünbaum, Rothmundstraße 6, einzusenden. Bei einer genügenden Teilnehmerzahl wird beabsichtigt einen wissenschaftlich-grammatischen Kurs abzuhalten, der jeden Samstag stattfinden soll. Die Morgenkurse fallen aus. Der Stundenplan ist wie folgt: Änderungen sind Vorbehalten. Sommersemester 1928 Mo 7.00-8.00 Uhr abends Kurs III 8.00—9.00 Uhr abends Kurs IV 9.00-10.30 Uhr abends Kurs I Di 7.15—8.15 Uhr abends Kurs V 8.15-9.45 Uhr abends Kurs VI - Mi 5.00—6.00 7.00-8.00 8.00-9.00 9.00—10.00 naehm. abends abends abends Kinderkurs Kurs IV Kurs III Kurs I Do 7.15—8-15 Uhr abends Kurs VI 8.15—9.30 Uhr abends Kurs V - Der Kursleiter: Rachmiel Katz. Besucht alle das Sportfest des Bar-Kochba am Sonntag, dem 9. September 1928, nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Sportplätze an der Säbener Straße. (Linie 25T) Leichtathletikzweikampf sowie Handballwettspiel mit dem Bar-Kochba Nürnberg. Bar-Kochba München. Mit dem Schulbeginn beginnt auch wieder der regelmäßige Turnbetrieb in der Schule an der Luisenstraße. Wir fordern sämtliche Aktiven auf, das Turnen regelmäßig und pünktlich zu besuchen. Es turnen ab Montag, dem 3. September, die Damen Abt. I von 7—8 Uhr; Abt. II von 8—9 Uhr; die Mädchen von 6—7 Uhr; sämtliche un&r Leitung unserer Gymnastiklehrerin Frl. Armbrusten Der Turnbetrieb für die Herren beginnt erst am Dienstag, dem 11. Sep-