Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 30 (27.7.1928)
- Date
- 1928-07-27
- Page
- Seite 478 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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478 Das Jüdische Echo Nr. 30 ganisation veranstaltet. Darum wird beschlossen, den Tag hier draußen auf der Farm zu feiern. Um 5 Uhr morgens versammeln sich alle Burschen und Mädels auf dem Hof vor dem Speisesaal. Im Saal selbst, auf einem roh gezimmerten Tisch, steht das Bild Theodor Herzls. Zwei brennende Kerzen an der Seite. An der Wand die Bilder Trumpeldors und Jabotinskys. In geschlossener Reihe marschieren Jungens und Mädels in den Saal. Eine Stille herrscht, die mehr sagt, als Überschwang der Worte. So stehen sie aufrecht. Der Rosch der Farm liest einige Stellen aus Herzls Tagebüchern, und aus dem „Judenstaat“, „Ein Chawer singt“, „El mole rachamim“. Dann klingt das Trumpeldorlied und wir gehen an die Arbeit. Im Anfang — da war der Saal voll von Trauer und Herzls Bild sah träumerisch tief. Dann wurde es hell drinnen. Die Menschen, die hinausgingen an die schwere Arbeit, haben das alles mit sich hinausgenommen. Mit ihrem Glauben, mit dem Glauben der jüdischen Jugend an das Ideal des Zionismus, an die Prophetie Herzls, an den Judenstaat, haben sie die Trauer verjagt und die Luft erfüllt mit ihrer jugendlichen Begeisterung. Nach dem Essen wurde beschlossen, den Tag besonders zu feiern, statt wie gewöhnlich eine Stunde, auszuruhen: Zwei große Wagen werden mit Heu beladen, die Jungen spannen sich selbst vor die Wagen ein und unter dem Singen des Liedes „Tow laawod b’ad arzenu“ werden die Wagen vom Felde in die Scheune gebracht. So haben wir den Todestag Herzls gefeiert. (Aus dem Jiddischen übertragen von Karl Baum.) Gemeinden-u. Vereins-Echo Bar-Kochba, München. Da wir bereits für den ersten Augustsonntag ein Wettspiel sowohl für unsere erste wie auch die zweite Mannschaft vereinbart haben, veranstalten wir am Sonntag, dem 29. Juli, vorm. 8.30 Uhr, ein letztes Probespiel der ersten gegen die zweite Mannschaft. Wir erwarten sämtliche Spieler auf das bestimmteste. Im Hinblick auf das am 9. September stattfindende Sportfest erwarten wir sämtliche Abteilungen regelmäßig und pünktlich beim Training. Jeden Sonntag vormittags ab 8.30 Uhr findet allgemeines Training für sämtliche Abteilungen statt. Für die Herren findet ein weiteres Training am Dienstag abends ab 7 Uhr (Leichtathletik) und Donnerstag abends ab 7 Uhr (Handball) statt; für die Damen: Donnerstag abends ab 7 Uhr, für die Jugend: Dienstag und Donnerstag nachmittags ab 6 Uhr. Die Leitung. Gesamtausschuß der Ostjuden. Spendenausweis. Familie Gidalewitsch gratuliert Herrn Just.-Rat Dr. E. Straus zum 50. Geburtstag, Herrn und Frau Ziegler zur Geburt des Sohnes, Herrn und Frau Wegner zur Verlobung ihrer Tochter mit Herrn Dr. Schreib, Herrn und Frau Landau zur Bar-Mizwah ihres Sohnes RM. 4.—. Nürnberg. Am Montag, dem 25. Juni, sprach Herr Alexander Adler, der neugewählte Vorsitzende des deutschen Misrachi, vor einem Kreis von Misrachisten und Orthodoxen über: „Das gesetzestreue Judentum und Palästina.“ Der Vortragende gliederte den Kampf, den die Föderation des Misrachi zu führen hat, in einen Kampf nach innen und einen solchen nach außen. In dem Kampf, der nach innen geführt werde, sei immer wieder ein Wort zu betonen: religiöse m“ Auloreiien-ErneuerooD E. GRAEP / MÜNCHEN / TEL. 30 8 91 ... Schleissheimer Strasse 276 Fachgemäße Ausführung aller Arbeiten an der Autobereifung unter Garantie der Haltbarkeit Gesetze seien zugleich nationale und umgekehrt; die Lehre kenne also keine Spaltung, sondern nur ein einheitliches Judentum. Der Kampf an der äußeren Front richte sich in der Hauptsache gegen die Orthodoxie. Ein orthodoxer Jude, der Palästina nicht anerkenne, sei ebensowenig ein Volljude, wie ein Zionist, der die religiösen Gesetze und Vorschriften mißachte. Der Orthodoxe bete unzähligemale um die „Rückkehr nach Jerusalem“ und trotzdem verstehe er den Ruf nicht und warte auf ein äußeres, sichtbares Wunder. Er beachte aber dabei nicht, daß auch ein Esra selbst die Initiative ergriffen und die Reste seines Volkes zurückgeführt habe. Es sei kein Zufall, daß die Arbeit der Agudah in Erez Jisrael liquidiert werden mußte, Palästina müsse von einem einigen jüdischen Volk aufgebaut werden, falls das Werk gelingen solle und nicht von einer Splitterpartei, die für sich eine besondere Sache aufmachen will. — An der sehr interessanten Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Bamberger, der auch den Abend als Vorsitzender leitete, D r. Ascher, Dr. Wertheimer, Gorski und Frau Farntrog. Am Schluß der Versammlung forderte Herr Dr. Bamberger die erschienenen Misrachisten auf, für die Ziele des Misrachi in der Misrachi- Ortsgruppe Nürnberg-Fürth nach besten Kräften mitzuarbeiten. GENERALVERTRETUNG Job-Häusler Thierschstr.i0Tel:26482u,296995