Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 29 (20.7.1928)
- Date
- 1928-07-20
- Page
- Seite 462 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156893--08634-9081352- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
462 Das Jüdische Echo Nr. 29- Gemeind en-u.Vereins-lcho Herzl-Feier der Münchener zionistischen Jugend Im dichtbesetzten Steinickesaal fand am Donderstag, dem 12. Juli, die Herzl-Gedenkfeier der zionistischen Jugend statt. Herr Dr. Emrich begrüßte namens der zionistischen Jugendverbände, der VJSt.-Jordania im KJV., des JJWB, und des Turnvereins Bar- Kochba die Erschienenen und machte auf die Bedeutung dieses Tages aufmerksam. Darauf nahm Dr. J. Seide das Wort zu einer kurzen hebräischen Ansprache. In recht eindrucksvoller Weise stellte er die Zeit jüdischen Geschehens vor Eintritt Theodor Herzls in die jüdische Geschichte dar, zeigte dann, welch großen Einfluß die Persönlichkeit Theodor Herzls auf die Gestaltung jüdischen Lebens genommen hat. Manfred Sturm a n n las sein episches Gedicht „Der junge David“ in feiner Formbeherrschung. Herr Dr. J. Kanowitz (Berlin) hatte es übernommen, die Gedenkrede zu halten. In ausgezeichneter Weise verstand er es, den Entwicklungsgang des großen zionistischen Führers zu analysieren, zu zeigen, wie aus dem kleinen Wiener Journalisten in Paris der große jüdische Staatsmann wird. Herzls großes Verdienst besteht vor allem darin, die Judenfrage zu einer politischen Weltfrage gemacht zu haben. Dieses Problem sollte in großzügiger Weise mit allen politischen Mitteln gelöst werden. Mit welcher Energie Herzl seine einmal erkannte Aufgabe betreibt, zeigt vor allem sein Briefwechsel mit Baron Hirsch, überhaupt sein Verkehr mit den jüdischen Notabein. Und als Baron Hirsch auf seine Vorschläge nicht eingehen will, schreibt er ihm trotzig und selbstbewußt: „Sie sind und bleiben der große Geldjude, ich aber bin der Geistesjude.“ Sein politisches Ziel ist die Erreichung des Charters, er will vom Sultan die Erlaubnis erhalten, in Palästina kolonisieren zu dürfen. Und mit uns heute phantastisch anmutenden Mitteln setzt er sich für diese Aufgabe ein. Im zweiten Teil seiner Ausführungen versuchte Dr. Kanowitz das Zeitgebundene in Herzls Gedankengebäude herauszustellen und sich mit der heute oft gehörten Parole: „Zurück zu Herzl“ NRAPTPAHR2BUC SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 I. MÜNCHENER PLISSEE*BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostllmstlckereien Burgstraßei6/3 Knopflöcher Telephon 22975 auseinanderzusetzen. Er zeigte, wie sehr Herzl in seinen Konzeptionen von dem Zeitgeist beeinflußt war, wie nur so seine Anregungen zu verstehen sind. Es sei eine falsche Interpretation,, heute noch den Judenstaat im Sinne Herzls zu fordern. Herzl sah sein politisches Ziel im Charter. Unsere Arbeit aber beginnt erst mit der Ausschöpfung der Möglichkeiten, die uns durch die Balfourdeklaration gegeben sind. Sehr starker Beifall lohnte den äußerst interessanten Vortrag und es ist anzunehmen, daß dieser Vortrag nicht nur die Stärke der zionistischen Idee anschaulich bewiesen, sondern auch zu ihrer Ausbreitung beigetragen hat. F. B. Bar-Kochba, München. Am Sonntag, vormittag ab 9.30 Uhr, findet auf dem Sportplatz an der Säbener Straße das allgemeine Training sämtlicher Abteilungen statt. Wir erwarten im Hinblick auf die kommenden Veranstaltungen, Verbandsspiele für Handball mit zwei Mannschaften und Sportfest am 9. Sptember, recht zahlreichen Besuch.^ Weiteres Training findet statt für Herren: Dienstag abends ab 7 Uhr (Leichtathletik); Donnerstag abends ab 7 Uhr (Handball); für Damen: Donnerstag abends ab 7 Uhr, und für die Jugend während der Schulferien auch nur noch Donnerstag ab 5 Uhr jeweils auf dem Sportplatz an der Säbener Straße. (Linie 25.) Die Leitung. Gesamtausschuß der Ostjuden. Familie A. Strumpf gratuliert Familie Bier zur Bar-Mizwah ihres Sohnes RM. 1.—; Familie Gidalewitsch desgh 1.—; Familie A. Strumpf kondoliert Herrn und Frau Horn 1.—. Herr M. Schumer und Frau gratulieren herzlich Familie Bier zur Bar-Mizwah ihres Sohnes; dieselben kondolieren herzlich Herrn und Frau Horn RM. 2.—. Aus Würzburg wird uns berichtet, daß bei der Mitgliederversammlung des Israelitischen Lehrervereins für Bayern, die am Sonntag, dem 15. Juli, stattfand, an Stelle des so plötzlich verschiedenen Herrn Oberlehrer S. Dingfelder, Herr Hauptlehrer M. Rosenfeld, München, zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Der Verein hat in diesem verdienten und allseits geachteten Münchner Schulmann sicherlich einen würdigen Nachfolger für Dingfelder gefunden. Spenden-Ausweis Münchener Spendenausweis Nr. 30 vom 10. bis 17. Juli 1928 Allgemeine Spenden: Benno Friedmann gratuliert Dr. M. J. Gutmann und Frau und kondoliert den Herren Dr. Schäler und Herrn Lichtenauer RM. 3.—; Familie B. Chary gratuliert Familie J. Bier zur Barmizwah ihres Sohnes und kondoliert Herrn D. Horn 2.— RM. 5.—. Goldenes Buch: Frieda und David Horn: Familie David Horn gratuliert Justizrat Dr. E.