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Das jüdische Echo · 1928-07-13 · 28 (13.7.1928) · p. Seite 445

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
28 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
Seite 445 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 445 dem Wiener Rathause stellt ihn in einer Pose dar, wie er auf die Folterwerkzeuge tritt. Sonnenfels gehört gewiß zu den großen Vorkämpfern für wahre Menschlichkeit, sein Freigeist, der sich immer bewährt, scheitert aber an einer Klippe: an seiner jüdischen Abstammung. Ist es nicht merkwürdig, daß er, der sich gerne den „Mann ohne Vorurteil“ nennt — er gibt auch eine Zeitschrift dieses Namens heraus — und der im Schatten des Thrones eine große Rolle spielt, mit ängstlicher Scheu jede Spur seiner Abstammung zu verwischen sucht und seiner jüdischen Mutter nicht die geringste Erwähnung tut, obwohl er in seinen zahlreichen Briefen recht oft dazu Gelegenheit hätte? Noch einen nennenswerten Täufling hat das Wiener geistige Leben aufzuweisen: den Abbe Lorenzo Da Ponte (1749 bis 1838), den Librettisten Mozarts. Diese venetianische Jude, der in der koketten Abbesoutane des achtzehnten Jahrhunderts steckt, dichtet das Textbuch von „Figaro“, „Don Juan“, „Cosi fan tutte“ und wie die zierlichen Opern alle heißen. Hochbetagt beschließt er sein wechselvolles Leben als Theaterdirektor jenseits des Ozeans, in Neuyork. Eine bemerkenswerte Figur im geistigen Wien ist auch Franz Thomas Schönfeld (1755 bis 1793), Sohn des angesehenen Brünner jüdischen Tabakpächters Salomon Dobruschka. Als Jude heißt er Moses Dobruschka, heiratet die Adoptivtochter des Primators der böhmischen Landesjudenschaft Joachim Popper, schreibt 1775 unter dem Titel „Sefer ha-schaaschna“ („Buch des Vergnügens“) einen hebräischen Kommentar zum philosophischen Werke „Bechinett olam“ des Jedaja Penini aus Beziers (13. Jahrhundert) und läßt sich noch im selben Jahre taufen. Er geht zum Militär und wird Leutnant im Infanterieregiment Nr. 37; bald darauf erscheint er in Wien als Direktorstellvertreter der Garellischen Bibliothek des k. k. Theresianums. Hier veröffentlicht er eine ganze Reihe von Werken: „Über die Poesie der alten Hebräer“, „Ein Schäfergedicht in eben dieser (hebräischen) Sprache“, „Eine geschätzte hebräische Übersetzung des Pythagoras goldener Sprüche“. 1778 wird er mit seinen fünf Brüdern, die ebenfalls zum Christentum übergehen, in den Adelstand erhoben. 1793 geht er in einer politischen Mission nach Frankreich, wo er, von den Franzosen ergriffen, noch im selben Jahre unter der Guillotine den Tod findet. Gemeindenu. Vereins-icho Bar-Kochba, München. Am Sonntag, dem 15. Juli, vormittags ab 9.30 Uhr, findet ein großes allgemeines Training für sämtliche Abteilungen statt. Es spielen die I. und II. Handballmannschaft in derselben Aufstellung wie am vergangenen Sonntag gegeneinander. Wir erwarten, daß beide Mannschaften vollzählig antreten, damit die Mannschaften endgültig für die am 11. August beginnenden Verbandsspiele aufgestellt werden können. Das weitere Training für Handball findet Donnerstag ab 7 Uhr, für Leichtathletik am Dienstag ab 7 Ühr jeweils auf dem Sportplatz an der Säbener Straße statt. Die Leitung. Bar-Kochba, München. Damenabteilung. Wir haben uns entschlossen, wieder eine Damensportabteilung zu gründen, die hauptsächlich Leichtathletik und Handball betreiben soll. Wir kommen damit einem Wunsche unserer Damenabteilung entgegen und hoffen, daß die Damen nun Ihr großes Interesse durch regelmäßigen und zahlreichen Besuch des Trainings beweisen werden. Dieses findet unter Leitung von Hermann Renka erstmals am Sonntag, dem 15. Juli, vormittags 9.30 Uhr, auf dem Sportplatz an der Säbener Straße statt. Weiteres Training jeden Donnerstag ab abends 7 Uhr ebenfalls auf dem Sportplatz (Säbener Straße). Die Leitung. Bar-Kochba. Jugendabteilung. Das Trai: ning der Jugend- und Knabenabteilung, das nunmehr Herr Josef Orljansky übernommen hat, findet regelmäßig an folgenden Tagen statt: für die Jugend: Sonntag vormittags ab 9.30 Uhr, sowie Dienstag und Donnerstag ab nachmittags 6 Uhr; für die Knaben Sonntag vormittag ab 9.30 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag nachmittags ab 5 Uhr jeweils auf dem Sportplatz an der Säbener Straße. Wir erwarten regelmäßiges und pünktliches Erscheinen. Anmeldungen werden auf dem Sportplätze entgegengenommen. Die Leitung. Jüdisches Kammerorchester München. Proben finden noch statt am 18. und 25. Juli abends 8.15 Uhr im Lessingsaal. Anschrift: M. Goldberg, Kurfürstenplatz 4. Bamberg. Am 27. Juni fand hier auf Einladung jüdischer Sportanhänger eine Versammlung statt, die sich mit der Gründung eines jüdischen Turn- und Sportvereins beschäftigte. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht. Es entspann sich eine lebhafte Debatte über die Frage, ob die Jugend für sich turnen und Sport treiben oder sich einem allgemeinen Turn- und Sportverein anschließen solle. Die Diskussion wurde leider von Gegnern des jüdischen Sportgedankens dazu benutzt, um die anwesenden Zionisten in einer sehr unsachlichen, teilweise persönlich verletzenden Form anzugreifen. U. a. wurde auch der schon so oft widerlegte Vorwurf, die Zionisten wären schlechtere Deutsche als die übrigen Juden, gebracht. In sachlicher und überzeugender Weise legten sowohl Herr R.-A. Dr. Weichselbaum als auch Herr Rabbiner Dr. Rülf die Unrichtigkeit dieser Behauptung unter dem Beifall der Versammlungsmehrheit dar. Beide Herren traten warm für den jüdischen Sportgedanken ein. Am Schluß der Aussprache schlug Herr R.-A. Dr. Oster (Vorstand des C.-V.) eine Resolution vor, deren wesentlicher Inhalt war, daß in Bamberg kein Bedürfnis nach einem jüdischen Turn- und Sportverein bestehe. Diese Resolution wurde ge- MAGIRUSI NASH I PHÄNOMEN LASTWAGEN UND OMNIBUSSE | FÜHRENDE WELTMARKE I LIEFERWAGEN »/4 t % fluto-METZGER MÜNCHEN Seidlstr. 30, F. 52 7 28 596 7 09

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