Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 26 (29.6.1928)
- Date
- 1928-06-29
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nummer 26 29. Juni 15. Jahrgang Der Bericht der Jewlsh-Agency-Komimssion Berlin, 25. Juni. (JTA.) Die zur Empfangnahme der Experten-Gutachten eingesetzte Kommission zur Vorbereitung der Erweiterung der Jewish Agency (Joint Palestine Survey Commission) hat nach Abschluß ihrer Sitzungen ihren Bericht veröffentlicht. Der Bericht zerfällt in ein Vorwort und zwei Hauptteile. Das Vorwort behandelt die Geschichte der zionistischen Bewegung bis San Remo. Der erste Hauptteil beschäftigt sich mit dem gegenwärtigen Stand des Palästinawerks und dem Bericht der Sachverständigen. Der zweite Hauptteil enthält die Empfehlungen und Schlußfolgerungen der Kommission. Zwischen dem ersten und zweiten Hauptteil ist ein besonderes Kapitel über die Pflichten der Mandatsregierung eingefügt. Wir veröffentlichen heute zunächst den zweiten H a u p 11 e i 1 des Berichtes, der die Schlußfolgerungen und Vorschläge der Kommission enthält. I. Einleitende Feststellungen Geht man daran, eine Übersicht über die Ergebnisse einer zehnjährigen jüdischen Arbeit in Palästina zu schaffen, so muß man zunächst den besonderen Charakter des Problems, dem man dort gegenüberstand, gebührend betonen. Die ungewisse Position Palästinas bei Abschluß des Krieges, die dort herrschende politische Unruhe, gaben schon an sich Anlaß genug, um sowohl der Regierung als auch allen kolonisierenden Instanzen ein vorsichtiges Zurückgehen anzuraten. Bis 1920 wurde Palästina als ein militärisches Okkupationsland regiert. Im Juli 1920 wurde unter einem britischen High Commissioner eine zivile Verwaltung eingesetzt, es vergingen weitere zwei Jahre, bevor der Status Palästinas durch die Bestätigung der Bestimmungen des Mandates durch den Rat des Völkerbundes geregelt worden ist. Während dieser Zeit wurde Palästina durch eine politische Agitation, die in den Jaffa-Tumulten vom Mai 1921 gipfelten, in Unruhe gehalten. Von da an aber kam keine Störung des öffentlichen Friedens vor, und die gespannte Stimmung löste sich allmählich. Die antizionistische Agitation unter den Arabern hat praktisch aufgehört, zum großen Teil darum, weil sie sich darüber klar geworden waren, daß eine jüdische Immigration, weit entfernt davon, ihnen Schaden zuzufügen, in vieler Hinsicht ihnen zu wesentlichem Vorteil gereicht hat. Nichtsdestoweniger sollte man, wenn man die in Palästina geleistete Arbeit einer Schätzung unterzieht, dessen eingedenk sein, daß es sich um ein Land handelt, in dem die große Mehrzahl der Einwohner nicht jüdisch ist. Es handelt sich ferner um ein Land, das nicht nur durch den Krieg verwüstet worden war, sondern auch an den Folgen einer Jahrhunderte währenden Vernachlässigung litt. Es war nicht ohne natürliche Hilfsquellen, aber es war wenig oder nichts mit ihnen angefangen worden; zu ihrer Entwicklung brauchte es nun wieder Zeit und Geld. Angesichts der Lage, in der sich Palästina bei Beendigung des Krieges befand, war es kein vielversprechendes Gebiet für Kolonisation, auch wenn seine Fläche ausgedehnter und sein Boden fruchtbarer gewesen wäre. In vielfachen und wichtigen Hinsichten stand die Zionistische Organisation einem ungewöhnlichen Problem gegenüber. Die Zionistische Organisation ermangelte der Regierungsbefugnisse. Sie besaß nicht die Land- und Geld-Hilfsquellen einer Regierung. Sie stützte sich auf freiwillige Beiträge. Daß sie immerhin in der Lage war, ihrem Werke einen Fonds von durchschnittlich £ 650 000.— jährlich zu sichern, ist ein schlagendes Zeugnis für die Hingabe und die Begeisterung ihrer Anhänger für dieses Werk. Die meisten der Einwanderer hatten wenig oder gar keine landwirtschaftliche Erfahrung. Die meisten kamen aus Ländern, in denen die gesamten Lebensbedingungen von den in Palästina vorherrschenden unterschieden waren. Sie waren aber von einem erhabenen Ideal durchdrungen. Wenn man alle diese Erwägungen gebührend in Betracht zieht, so muß ein Überblick über die jüdischen Tätigkeiten in Palästina seit Beendigung des Krieges zu dem allgemeinen Schluß führen, daß die Ergebnisse als hoffnungsvoll für die Zukunft angesehen werden können, mögen auch im Verlauf der Jahre Fehler begangen worden sein. Gestützt auf die Berichte der Experten und auf ihre eigenen persönlichen Beobachtungen!, sind die Kommissionsmitglieder zu den folgenden Schlüssen gekommen, und sie machen die folgenden Vorschläge: II. Einwanderung Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Frage der Einwanderung und verlangt eine vernünftige Balance zwischen der Zahl der Immigranten und den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes: dreimalige, anstatt wie bisher zweimalige Vorlegung einer Arbeiter-Einwanderungsliste bei der Mandatsregierung; gründliche Auswahl der Immigranten; freien Spielraum für Privatinitiative; Ermunterung qualifizierter Immigranten; Führung des Palästina-Amtes auf rein wirtschaftlicher Grundlage und schließlich Rückzahlungen der Immigranten für ihnen geleistete Vorschüsse. III. Landwirtschaft U Auf der Basis der Berechnungen der Sachverständigen ohne die Verbesserung des Landes durch künstliche Düngung in Betracht zu ziehen und. in dem man alles kultivierbare Land in Palästina ins Kalkül zieht, würde es möglich sein,