Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 25 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- Seite 397 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 397 zuzugesellen. So kam er nach sechsjähriger Tätigkeit als Chasan von erstem Rufe im Jahre 1912 nach Amerika, wo er gleich mit großem Jubel empfangen wurde und eine Anstellung als erster Kantor an der damals größten orthodoxen Synagoge erhielt. In Amerika eignete sich Rosenblatt noch mancherlei Kenntnisse an und brachte die technische Ausbildung zur Vervollkommnung. Er singt mit gleicher Meisterschaft englisch, französisch und italienisch. Besonders sein italienischer Gesang findet von der amerikanischen Kritik rückhaltlose, oft überschwängliche Anerkennung. Er sang in den letzten Jahren wiederholt neben jüdischen, auch nichtjüdische Konzerte auf großen Bühnen und machte Tournees durch England, Belgien, Frankreich. Besonders in Deutschland, wo er in Berlin, Köln, Frankfurt, Leipzig die größten Erfolge erntete, wurde er mit unbeschreiblichem Jubel empfangen. Den genialen Sänger, dessen Ruf und Ruhm unzählige Platten über die Ozeane in die Welt hinaussingen, werden wir nun das Glück haben, persönlich zu hören, nicht nur als großen Sänger, sondern auch als geistreichen Improvisator. Sein Vortrag ist einzigartig. Seine Kompositionen sind originell jüdisch. Mit großer Meisterschaft verstand er es, die alten jüdischen Melodien vom Cheder, Jeschiwah und Bes-Hamidrasch wieder zu beleben. Josef Rosenblatt zeigt sich am erhabensten und größten im Hebräischen Teffilot (Gebete), wo er am tiefsten den zweitausendjährigen Schmerz seines Märtyrervolkes ausdrückt. Und nicht weniger erhaben und groß ist er in seinen jüdischen Volksliedern, die das Leben, Denken und Fühlen, die Komik und Tragik des Diasporajuden erschütternd wiedergeben. Als ihn der unsterbliche Caruso einmal singen hörte, rief er gerührt aus: „Das ist der größte Tenor, der je auf der Erde gelebt hat.“ Wir freuen uns auf den seltenen Genuß, der uns beschieden und hoffen, daß die Münchner Judenheit dieses große Ereignis zu würdigen wissen wird. Josef Löwy Gemeinden-u. Vereins-Echo Herzl-Feier der zionistischen Jugendverbände Münchens. Am Donnerstag, 12. Juli, veranstalten die Münchner zionistischen Jugendverbände der V. J. St. Jordania im K, J. V., der J. J. W. B. und der Bar-Kochba im Steinickesaal anläßlich der 24. Wiederkehr von Herzls Todestag eine Herzl- Feier. Es ist gelungen, Herrn Dr. Siegfried K a n o w i t z (Berlin) zur Mitwirkung zu gewinnen, den besten und temperamentvollsten jugendlichen Redner im deutschen Zionismus. Nähere Mitteilungen über die Feier im nächsten „Echo“ an dieser Stelle. Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) München. Wir weisen besonders darauf hin, daß sämtliche Spenden, die. im nächsten Ausweis erscheinen sollen, jeweils bis spätestens Dienstag 6 Uhr aufgegeben werden müssen. Bar Kochba München, Damenabteilung. Sonntag, den 9. September findet ein Sportfest im Freien statt. Sämtliche Damen werden aufgefordert pünktlich und regelmäßig am Turnboden zu erscheinen, damit alle Turnerinnen in der Lage sind, an den gymnastischen Übungen teilzunehmen. Da vom 15. Juli bis 1. September Ferien sind, ist es von größter Wichtigkeit, daß alle Damen die Turnabende bis zum 15. Juli ständig besuchen. Gleichzeitig wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß Damen, welche in Abteilung I turnen, nicht in Abteilung II mitturnen dürfen und umgekehrt. Sonntag, den 24. Juni findet (nur bei gutem Wetter) eine Tagestour nach Wessling-Seefeld-Andechs statt. Rucksack mit Proviant und Schwimmanzug sind mitzubringen. Treffpunkt pünktlich 8 Uhr unter der Uhr am Starnberger Bahnhof. Bar Kochba München. Das Training für Leichtathletik und Handball unter Leitung unseres neuen Trainers Breit, findet regelmäßig auf dem Sportplatz an der Säbenerstraße (Linie 25) statt und zwar Sonntag, vormittags ab 9.30 Uhr, sowie Dienstag und Donnerstag abends ab 7 Uhr. Auch das Training der Jugend findet dort zu denselben Zeiten statt. Bar Kochba München. Vom 15. bis 22. Juli findet eine Ferienfahrt der Jugendgruppe des B. K. Nürnberg statt, an welcher wir uns auch beteiligen. Die Fahrt führt nach Füssen und kostet insgesamt RM. 30.— pro Teilnehmer (inkl. Fahrt und Verpflegung). Auskunft und Anmeldungen (nur bis zum 28. Juni) bei Karl Schuster, Humboldtstr. 42, Telephon Nr. 44957. Die Leitung. Jüdischer Gesangverein München. Unser diesjähriges Sommerfest findet Sonntag, den 1. Juli im großen Saal des Restaurants Neumeier in Harlaching bei jeder Witterung statt. Wir haben ein ganz besonders reichhaltiges Programm zusammengestellt und hoffen unsern Gästen recht frohe Stunden zu bereiten. Es werden mitwirken die Damen Manja Sufrin und Else Berger, ferner die Herren Dr. K. Bettsack, Dr. H. Feuchtwanger, S. Schapira, B. Renka u. A. Spaeth. Die Kapelle Velisch spielt zum Tanz die neuesten Schlager. Saaleröffnung pünktlich 4 Uhr nachmittags. — Kommenden Dienstag findet die letzte Probe in diesem Vereinsjahr statt. Wir bitten dringend sämtliche aktiven Mitglieder bestimmt zu erscheinen. Orchesterkonzert. Das Jüdische Kammerorchester München veranstaltet am Mittwoch, dem 27. Juni 1928, pünktlich halb 9 Uhr abends, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, einen Vortragsabend unter Leitung von Franz Kleinbauer. Zur Aufführung gelangen: I. a) J. H. Schein: Intrada, b) A. Corelli: Concerto grosso B-Dur; II. a) Fr. Schubert: Menuett D-Dur (Jugendkomposition), b) R. Schumann: Träumerei a. Op. 15; III. R. Trunk: Eine kleine Serenade für Streichorchester Op. 55 (1925). Eintritt frei. Programm und Garderobe (zur Deckung der Unkosten) 50 Pf., Jugendliche 30 Pf. Spendenausweis für Gesamtausschuß. Verein Biker Cholim gratuliert Familie Landau zur Bar Mizwah Ihres Sohnes RM. 1.—, Familie Blumenfeld gratuliert Familie Kohn zur Vermählung ihres Sohnes (unlieb verspätet) RM. 1.—. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 7. Juni fand, vor der alljährlichen längeren Sommerpause, der letzte Vortragsabend unserer Ortsgruppe statt. Für den Abend waren zwei Themen vorgesehen und zwar: 1. Palästinareisebericht des Herrn Paul Hamburger. 2. Referat' des Herrn Dr. Meinhold Nußbaum über den Dele-