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Das jüdische Echo · 1928-03-23 · 12 (23.3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
12 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das jüdische Echo Nummer 12 23. März 15. Jahrgang Eine neue englische Pro-Palästina-Gesellschaft Die „Times“ vom 13. März veröffentlicht, wie wir bereits in unserer letzten Nummer kurz melden konnten, die folgende Zuschrift: Im folgenden möchte ich von einer Korrespondenz Kenntnis geben, welche im vorigen Jahre zwischen einer Gruppe von Förderern der zionistischen Bewegung und Dr. Weizmann, der damals am Zionistenkongreß in Basel teilnahm, stattgefunden hat: London, 27. August 1927. Sehr geehrter Herr Dr. Weizmann! Wir Unterzeichner dieses Briefes nehmen, wie Sie wissen, tiefen Anteil an der zionistischen Bewegung und haben den ernsten Wunsch, daß die auf Errichtung einer Nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina gerichteten Hoffnungen und Bestrebungen verwirklicht werden. Wir haben auch Gefühle der größten Sympathie und Bewunderung für Sie, auf welchem eine so schwere Last der Verantwortung ruht. Wir begreifen, daß wir nur wenig dazu tun können, diese Last zu erleichtern; die Bewegung ist eine jüdische und wir stehen zwar ihr zur Seite, sind jedoch sozusagen nicht zu ihr gehörig. Dennoch halten wir uns als Anhänger der Balfour-Deklaration für verpflichtet, in dieser Zeit der Schwierigkeiten Ihnen, und durch Sie Ihrer Organisation, unsere guten Dienste anzubieten, wie immer Sie davon Gebrauch zu machen für angezeigt halten mögen. Wir haben erfahren, daß Pro-Palästina- Gesellschaften in verschiedenen Ländern gegründet wurden und daß die dortigen zionistischen Organisationen hierdurch eine gewisse moralische Unterstützung gefunden haben. Die Öffentlichkeit in England ist, wie wir wissen, noch immer sehr ungenügend und oft sogar falsch über die zionistische Bewegung informiert. Es mag sein, daß sich hier, in dem Versuch, gegen diese Unwissenheit anzukämpfen, eine bedeutungsvolle Aufgabe bietet. Aber es ist wohl nicht unsere Sache, zu sagen, auf welche Weise wir Ihnen von Nutzen sein könnten. Der Zweck dieses Briefes ist erfüllt, indem wir Ihnen die Versicherung abgeben, daß wir bereitstehen und, in der Tat, auf eine Gelegenheit warten, um Ihnen unter Beachtung der Grenzen, die einigen von uns durch ihre offiziellen Stellungen in diesem Lande auferlegt sind, jeden möglichen Beistand zu leisten. Balfour. J. Ramsey Macdonald. D. Lloyd George. Philip Snowden. Ethel Snowden. George M. W. Macdonogh. Josiah C. Wedgwood. Wyndham Deedes. Blanche E. C. Dugdale. H. Sidebotham. George Mitchell (Sekretär). Basel, 13. September 1927. Sehr geehrter Mf. Mitchell! Ich bin den Unterzeichnern des Briefes, den Sie mir zu übersenden so freundlich waren, tief verbunden für ihre Versicherung der Sympathie und des Wohlwollens und ich bitte Sie, so gut zu sein und ihnen den Ausdruck meiner Dankbarkeit zu übermitteln. Sofort nach der Beendigung des Zionistenkongresses werde ich zu einem kurzen Besuch nach Palästina fahren, aber ich werde gegen Ende des Jahres wieder in London sein und werde dann eine Gelegenheit suchen, um mit den Persönlichkeiten, die sich so mit unserer Bewegung identifiziert haben, zusammenzukommen und ihnen in meinem eigenen Namen und im Namen meiner Kollegen zu danken für die Aktion, die sie in einem Moment, wo Ermutigung von solcher Seite besonders zeitgemäß und willkommen ist, eingeleitet haben. Mit nochmaligem Danke Ihr usw. C h. Weizmann. Im Anschluß an diese Korrespondenz ist nunmehr die „Palestine Mandate Society“ gebildet worden, deren Vorsitz Lord Cecil of Chelw o o d übernommen hat. Diese Gesellschaft besteht aus einer Anzahl nichtjüdischer britischer Bürger. Ihr Zweck ist, im britischen Reich die Maßnahmen bekannt zu machen, welche ergriffen werden, um der gemäß dem Palästina-Mandat von 1922 geschaffenen Partnerschaft zwischen dem britischen Reich und der Zionistischen Organisation Wirksamkeit zu verleihen. Hochachtungsvoll George Mitchell (Sekretär der „Palestine Mandate Society“). * Balfour, der repräsentativste konservative Politiker Englands, Lloyd George, der Führer der Liberalen, Ramsay Macdonald, das Haupt der Labour Party und vielleicht der zukünftige Ministerpräsident Englands und Lord Robert Cecil, der Mann, der den Völkerbundsgedanken am stärksten in England vertritt —, die Vertreter aller maßgebenden politischen Kräfte in England haben sich mit anderen bedeutenden Politikern zu einer „Palestine Mandate Society“ zusammengeschlossen, einer Gesellschaft von Freunden des Zionismus und Anhängern der Balfourdeklaration, die es selbst als ihren Zweck bezeichnet, die Öffentlichkeit des britischen Empire über Bedingungen und Verhältnisse der zionistischen Bewegung und des Aufbauwerks in Palästina zu informieren. Sie haben dies in einem Augenblick getan, wo die nahen bevorstehenden Wahlen das Interesse der Öffentlichkeit ganz besonders in Anspruch nehmen und haben damit bewiesen, welche Wichtigkeit der neuen Gesellschaft von ihnen beigemessen wird. Die neue „Palestine Mandate Society“ darf nicht mit dem bereits seit längerer Zeit bestehenden interfraktionellen parlamentarischen Komitee ver-

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