Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 9 (2.3.1928)
- Date
- 1928-03-02
- Page
- Seite 143 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 143 I. MÜNCHEN*« PLISStfi-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostllmetickerelen BurgstraBe 16/3 Knopflöcher Telephon 22975 eine Hilfe: schwitzen; dann kann noch alles gut werden.“ Und er verschrieb ihm Medikamente zum Schwitzen. Der Reiche schluckte sie kiloweise und wartete auf den Schweiß wie auf den Messias. Als die Juden der Stadt hörten, es stehe schlecht mit dem Reichen, machten Sie sich Hoffnung, vielleicht wenigstens in seiner Sterbestunde von ihm etwas für die Gemeinde herauszubekommen. Eine Deputation jüdischer Bürger ging zu dem Kranken und redete ihm zu, für alle Fälle ein Testament zu machen. Der Reiche entgegnete, er brauche kein Testament: „Alles gehört meinem einzigen Sohne.“ Da redete ihm die Deputation ins Gewissen: „Das ist nicht recht; du mußt ein Testament machen und darin etwas der Judengemeinde hinterlassen.“ Sie redeten ihm solange zu, bis er einwilligte, ein Testament zu machen und der Gemeinde ein altes, baufälliges Haus für ein Greisenasyl oder etwas Ähnliches zu verschreiben. Die Deputation freute sich, daß sie wenigstens so viel aus ihm herausbekommen hatte, und setzte sich zum Schreiben nieder. Wie sie gerade beginnen, schreit der Reiche: „Halt, nicht schreiben: ich schwitz’ schon!“ Der Blick Eines Tages kommt ein Wunderrabbi in eine kleine Judengemeinde. Er schickt seinen Diener ins Hotel, um für den Rabbi eine Schlafgelegenheit vorzubereiten. Wie der Diener zum Wirt kommt, sagt der: „Ich habe nur ein Zimmer; darin wohnt ein Gutsbesitzer und den will und kann ich nicht wegschicken.“ — „Was heißt, du kannst nicht? Wenn der Rebbe befiehlt, gibt es doch kein: ich will nicht, ich kann nicht!“ Der Wirt ist in Verlegenheit: der Rebbe befiehlt, da paßt es doch nicht nein zu sagen; schließlich ist es doch ein Rebbe; aber anderseits — der Gutsbesitzer, der Teufel soll ihn holen, ist ja doch der Gutsbesitzer! Endlich entschließt sich der Wirt, zum Gutsbesitzer zu gehen; er trägt ihm die Sache vor und bittet ihn, er möge so freundlich sein, das Zimmer dem Rebben abzutreten. Der Gutsbesitzer macht sich natürlich nichts aus dem Rebben, wirft den Wirt zur Tür hinaus und legt sich schlafen. Wie der Diener des Rebben wiederkommt, erzählt ihm der Wirt, was geschehen ist. Der Rebbe läßt dem Wirt sagen, er müsse das Zimmer haben, in dem der Gutsbesitzer wohnt; sonst werde der Wirt große Unannehmlichkeiten haben. Schweren Herzens entschließt sich der Wirt, noch einmal zum Gutsbesitzer ins Zimmer zu gehen und seine Bitte zu wiederholen. Der Goj wird wütend, heißt den Juden zu allen Teufeln gehen und schreit ihn an, er möge nicht wagen, noch einmal mit dieser Sache zu kommen. Wie das der Rebbe hört, macht er sich zusammen mit dem Diener auf und geht zum Wirt. Er läßt ihn rufen und sagt: „Ich werde selbst zum Gutsbesitzer gehen und ihm befehlen, sich davonzumachen; wenn der Rebbe es befiehlt, hilft kein Gutsherr und kein Kaiser.“ Wie der Rebbe und sein Diener ins Zimmer zum Gutsherrn kommen, geht der auf den Rebben los und will ihm eine Ohrfeige geben. Er hebt die Hand — sie wird starr und unbeweglich. Wie das der Gutsherr merkt, bekommt er Angst vor dem Rebben und bittet um Gnade; der Rebbe möge seine Hand wieder beweglich machen. Der Rebbe murmelt etwas vor sich in und die Hand des Gutsherrn ist wieder gesund. Selbstredend tritt der Gutsherr das Zimmer ab und der Rebbe und sein Diener machen sichs bequem. Bald spricht die ganze Stadt von dem Wunder des Rebben: Ein solches Wunder! Ein solcher Rebbe! Alles läuft zum Rebben und es regnet Geschenke. Am Schabbes sitzt die ganze Stadt beim Rebben. Mitten im besten Essen springt der Rebbe plötzlich auf und ruft: „Gewalt, Juden, Hilfe: dort im Wald steht ein Jude und würgt an einem Knochen!“ Was sagt ihr zu dem Blick des Rebben? Der Wald war ungefähr drei Meilen von der Stadt entfernt. Die ganze Stadt läuft in den Wald und richtig — genau an der Stelle, die der Rebbe bezeichnet hat, steht ein Jude und würgt an einem Knochen. Nur eine Minute später — und er wäre erstickt. Natürlich gerät die ganze Stadt in Aufruhr — ein solcher Rebbe, ein solcher Wundermann! Die Geschenke fliegen nur so. Habt ihr schon von so einem Rebben gehört? Nur keine Sorge! Eine Woche später saßen der Rebbe, der Diener, der Gutsbesitzer und der Jude, der an dem Knochen gewürgt hat, — alle miteinander im Gefängnis. Depeschenwechsel Ein Kaufmann hatte einen Kunden, der ihm seit Monaten einen größeren Betrag schuldig war. Er hatte ihm schon mehrere Mahnbriefe geschrieben, aber es rührte sich nichts. Einmal, als der Kaufmann sehr notwendig Geld brauchte, beschloß er, den säumigen Schuldner telegraphisch zu mahnen. Er sagt seinem Angestellten, er möge das Telegramm aufsetzen. Der überreicht dem Chef das Konzept, welches zehn Worte enthält. Wütend fährt ihn der Chef an: „Bist du verückt? Das Telegramm kostet doch 60 Groschen! Ein Telegramm muß kurz, scharf und deutlich sein! Da, schau her, ich werde dirs zeigen!“ Und er schreibt ein Wort: „Nu?“ Dieses Telegramm gibt der Angestellte auf und nach ein paar Stunden kommt das Antworttelegramm; der Kaufmann öffnet es; es enthält zwei Worte: „Nu, nu!“ Wäscherei d. Hunchener Hausfrau HÖCKER & BÄUERLE Landwehrstr. 57/59 T. 596858 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 90%ig. 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