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Das jüdische Echo · 1928-02-17 · 7 (17.2.1928) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
7 (17.2.1928)
Date
1928-02-17
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das jüdische Echo Nummer 7 17. Februar 15. Jahrgang Jahresversammlung des Deutschen Komitees Pro Palästina Bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Komitees Pro Palästina erstattete der Vorsitzende des Komitees, Graf Bernstorff, den Rechenschaftsbericht, der die Tätigkeit des Komitees seit seiner Gründung behandelte. Insbesondere erwähnte Graf Bernstorff die Veranstaltungen gelegentlich der konstituierenden Sitzung und die zwei großen öffentlichen Kundgebungen in Berlin am 27. Juni und in Köln am 22. November. Bei der Kundgebung in Berlin hat Dr. Weizmann das Hauptreferat erstattet. Die Protokolle beider Veranstaltungen sind im Druck erschienen. Im folgenden Teil seines Referates beschäftigte sich Graf Bernstorff mit der Wirkung des Komitees in der Öffentlichkeit und den Angriffen gegen das Komitee. Er führte u. a. aus: „Es kann" mit Genugtuung festgestellt werden, daß die Tätigkeit des Komitees in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend Verständnis gefunden hat. Man hat durchaus verstanden, daß Deutschland als Mitglied des Völkerbundes die Mitverantwortung für das Palästinamandat übernommen hat, welches in Artikel 4 seiner Satzungen ausdrücklich die Errichtung eines jüdischen nationalen Heimes in Palästina und deren Förderung durch den Völkerbund vorsieht. Das Programm und die Bestrebungen unseres Komitees haben demgemäß in Deutschland in weiten Kreisen Sympathie und Anerkennung gefunden.“ Es war vorauszusehen, daß extrem antisemitische Parteien und Gruppen das Komitee und seine Ziele bekämpfen würden. Wenn sich eine gewisse Gegnerschaft auch seitens jener jüdischen Kreise bemerkbar machte, die eine Mitwirkung bei der Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina grundsätzlich ablehnen, so sei auch an dieser Stelle auf die Ausführungen von Graf Bernstorff in seiner Eröffnungsrede der Berliner Kundgebung vom 27. Juni vorigen Jahres verwiesen. Graf Bernstorff sagte damals: „Es ist nicht einzusehen, warum durch jüdische Besiedlung Palästinas staatsrechtliche Schwierigkeiten für die Juden in anderen Ländern entstehen sollten. Die Juden in der Diaspora werden weiter Bürger ihrer Länder bleiben, und niemand wird — wie es ja letzthin der Herr preußische Kultusminister ausgesprochen hat — es ihnen nachtragen, wenn sie gleichzeitig der Siedlung Palästinas Sympathie, Interesse und Beihilfe widmen. Viele der in Palästina angesiedelten Juden werden, um beim Aufbau des Landes tatkräftig mitzuwirken und den ihnen gebührenden Einfluß in der Landesverwaltung zu nehmen, Staatsangehörige Palästinas werden. Dem Komitee konnte es nicht entgehen, daß in Teilen der deutschen Judenheit gerade wegen dieser Frage, aber auch anderer Momente wegen, Bedenken bestehen; das Pro-Palästina-Komitee legt aber besonderen Wert darauf, auch heute wiederum zu erklären, daß wir uns von allen internen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Judenheit fernhalten wollen. Nach wie vor sind wir der Überzeugung, daß die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas im allgemein-wirtschaftlichen wie allgemein-politischen Interesse liegt. Das Komitee wird daher auch weiterhin bemüht bleiben, das sympathische Interesse der deutschen Öffentlichkeit für den Palästinaaufbau wachzurufen und zu erhalten.“ Da dem Komitee Vertreter sehr verschiedener Anschauungen angehören, kann es für Äußerungen seiner Mitglieder über die Palästinafrage nicht verantwortlich gemacht werden. Das Komitee als solches betont immer die selbstverständlich gebotene Neutralität im innerjüdischen Kampfe. Es sei noch hinzugefügt: Dem Komitee ist jeder Deutsche willkommen, Jude oder Nichtjude, ganz unbeschadet seiner politischen Stellungnahme in innerdeutschen oder innerjüdischen Fragen, der das Programm unseres Komitees in allen seinen Teilen anerkennt. Am Schluß seines Berichtes, der u. a. auch das Steigen der Mitgliederzahl von 71 auf 124 erwähnte, faßte Graf Bernstorff die Stellung des Komitees nochmals wie folgt zusammen: Die Balfour-Deklaration, die die Schaffung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina proklamiere, sei die selbstverständliche Grundlage für die Arbeit des Komitees, ein integrierender Bestandteil dieser Deklaration sei aber die Feststellung, daß in Sachen des Palästinaaufbaus nichts geschehen werde, was die staatsrechtliche Stellung der Juden in allen Ländern irgendwie beeinträchtigen könnte. Mit abstrakten Fragen, wie z. B. der Auffassung der Judenheit als Volks- oder Religionsgemeinschaft, beschäftige sich das Komitee nicht. Es hat in Ausführung seines klaren und eindeutigen Programms einzig und allein die Aufgabe, das in Palästina begonnene Werk aus ethischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gründen zu fördern. Der Bericht des Vorsitzenden fand einstimmige Genehmigung. Es wurden sodann die Wahlen vorgenommen. In den Ehrenausschuß wurden die Herren Geheimrat K a s 11, Generalkonsul Eugen Landau und Erster Bürgermeister Dr. Peters e n neu gewählt, während die durch das Ableben von Prof. Greßmann vakant gewordene Stelle im Präsidium mit Geheimrat Sellin besetzt wurde. Der geschäftliche Teil der Versammlung war damit beendet. Nach einer kleinen Pause wurde anschließend an die Mitgliederversammlung ein Bierabend veranstaltet, den Graf B-ernstorff mit einer Begrüßung eröffnete. Direktor Oskar Wassermann der bekanntlich vor kurzem von seiner im Zusammenhang mit den Arbeiten der Jewish-Agency- Kommission vorgenommenen Palästinareise zurückgekehrt ist hielt ein ausführliches Referat über die Lage in Palästina. Der Vortragende verstand es, eine anschauliche Schilderung von Land und Leuten sowie die Wiedergabe persönlicher Erlebnisse geschickt zu verbinden mit der Darlegung grundsätzlicher Anschauungen über die Aufbauprobleme, die er von ihrer wirtschaftlichen

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