Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Das Jüdische Echo Nr. 1 MODELLHAUS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168 nun macht sich eine erstaunliche Rückkehr zum biblischen Stoffkreis bemerkbar: Besonders Motive aus dem Alten Testament suchen die heutigen Dichter zu menschlich packenden Sinnbildern zu gestalten. Wenn man nun das große biblische Stoffmaterial durchmustert, muß man sich bewußt sein, daß das Drama historischen Stoffes, der in einer gewissen Kultur durchgeklärt ist, dringend bedarf. Ein Drama ohne historischen Hintergrund, das nur auf Phantasie sich stützt, mißbilligt fast stets. Es fragt sich deshalb, welche Motive sind dramatisch fruchtbar. Die Schöpfungsgeschichte ist kein dramatisches Thema. Erst mit dem Auftreten der ersten Menschen ist theoretisch die Möglichkeit des Dramas gegeben. Doch die dramatische Gestaltung der Welt der ersten Menschen und auch des Käinmotivs ist infolge Fehlens eines historischen oder kulturellen Hintergrunds unmöglich. — Erst in der Erzvatersage bildet sich allmählich eine historische Atmosphäre; auch eine Art Kultur setzt ein: es sind Hirtenidyllen jedoch, die zur lyrischen Behandlung besser als zur dramatischen geeignet sind. Trotzdem ist auch dieser Stoffkreis dramatisch verwertet worden; hervorzuheben sind lediglich das Fragment gebliebene „Hirtenlied“ von G. Hauptmann und „Jaakobs Traum“ von Beer- Hofmann. Der nächstfolgende Umkreis wird von der Gestalt des Moses überragt: Mosesdramen gibt es in Hülle und Fülle; doch alle scheitern an der Gestalt des Moses, die so überlebensgroß ist, daß sie den Bühnenrahmen sprengen würde. Moses hat keinen Gegenspieler, er ringt hier mit der Masse, dort mit dem Unsichtbaren; beides läßt sich nicht szenisch darstellen. Die nun folgende Zeit der Richter und Könige ist dramatisch die allerfruchtbarste. Das historische Moment durchringt immer mehr das Legendäre; eine gewisse Kulturstufe ist erreicht. In diese Epoche fällt die Gestalt Simsons, eine Lieblingsfigur dramatischer Dichter. Um das Jahr 1912 läßt sich eine wahre Simsonepidemie beobachten. Die meisten dramatischen Behandlungen haben David und Saul erfahren. Hier tritt der dramatisch verwertbare Konflikt zwischen der dunklen, problematischen Gestalt Sauls und der hellen, idealen des Davids auf. — Auch Salomos Figur ist mit mehr oder minder großem Erfolg schon dramatisch behandelt worden. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostilmstickereien Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Die anderen biblischen Bücher haben ebenfalls manchen dramatischen Stoff geliefert; es sei nur an Esther und Jeremia erinnert. Die Tatsache ist nun interessant, daß die meisten, die ihre Motive in der alttestamentlichen Tradition suchen, keine Juden sind: Hauptmann, Dietzenschmidt, Wedekind, Eulenberg, Andre Gide u. a. m. Der Grundton dieser biblischen Berichte muß etwas an sich tragen, was den Strömungen der Gegenwart entspricht: das Walten des Gottes sichtbar zu machen — die Auseinandersetzung des Menschen mit dem Göttlichen. Dies scheint die Gegenwart wieder zu interessieren und so versteht sich die Wiederbelebung des altbiblischen Motivs im jüngsten deutschen Drama. Der äußerst interessante Vortrag des ausgezeichneten Redners fand reichen Beifall. KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Jüdischer Nationalfonds Postscheck- Konto München 10442 Nürnberg 24565 Fernsprecher München 297 449 Nürnberg 92 26 Zentrale für Deutschland Berlin W 15 Meinekestraße Nr. 1 o Spendenausweis des Nürnberger Büros vom 30. Dezember 1927 Spenden buch: Herr Kommerzienrat Abraham Adelsberger anläßlich seiner Ernennung zum Kommerzienrat RM. 50.—. Durch Frl. Hanna Birnbaum (Fürth): Steinhardt anläßlich des Todes seiner Frau RM. 10.—, Rosenfelder anläßlich des Todes ihres Mannes 10.—, Frl. Recha Deutsch anläßlich ihrer Verlobung 5.—, sämtliche in Fürth RM. 25.—. Allgemeine Spenden: Erlös einer amerikanischen Versteigerung anläßlich Chanukkah RM. 43.—. Chanukkah-Spenden durch Fritz Fraenkel: Dr. Kurt Dankwerth, Dr. A. Löwenthal je RM. 5.— RM. 10.—. Wertzeichen: Frau Hamburger 4 NF-Telegramme RM. 2.—. Büchsen durch Fritz Fraenkel: Dr. Dankwerth RM. 4.30, Dr. Löwenthal 2.50, Endzweig 3.49, Braunschweiger 1.50, Pfifferling 1.25 RM. 13.04. Durch Frl. Meinhardt aus Wilhermsdorf: Bankhaus Ickelheimer RM. 14.20, Neu 7.—, Neuburger 6.62, Meinhardt 2.35, Neuhöfer 10.—= RM. 30.27. Summa: RM. 173.31. Seit 1. Oktober 1927 aufgebracht: RM. 3192.58.