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Das jüdische Echo · 1927-11-11 · 45 (11.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
45 (11.11.1927)
Date
1927-11-11
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das jüdische Echo Nummer 45_ II. November 14. Jahrgang Zum zehnten Jahrestag der Balfour-Deklaration Ein Aufruf der Zionistischen Exekutive London, 6. November. (JTA.) Die Zionistische Exekutive hat anläßlich des zehnten Jahrestages der Balfour-Deklaration einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Zionisten! Die Kundgebung der britischen Regierung vom 2. November 1917, das Versprechen zu aktiver Mitarbeit am Aufbau des jüdischen Nationalheims, bedeutet die Anerkennnung der jüdischen Freiheitsbewegung durch Großbritannien. Mit der Balfour-Deklaration schließt die Geschichte der politischen Unfreiheit des jüdischen Volkes. Als der sittliche Anspruch des jüdischen Volkes auf seine nationale Wiederherstellung durch die Zustimmung Englands und nachfolgend nahezu aller Mächte der Weltpolitik internationale Geltung erhielt, begann eine neue Periode jüdischer Geschichte, in der die freie schöpferische Tat in Grundlegung und Aufbau neuen Volkslebens zum Maßstab jüdischen Wertes wurde. Die Erinnerung an die Novembertage des Jahres 1917 wird heute ihren wahren Sinn erhalten, wenn sie alle schaffenden Kräfte der zionistischen Welt erneut bewegt und vorwärts treibt. Wie die überzeugende Macht des zionistischen Gedankens sich damals bewährte, so wird sie, ausstrahlend von einer einigen, geschlossenen und begeisterten Organisation, auch in Zukunft Energien zeugen, die schließlich über alle äußeren und inneren Hindernisse siegen werden. Durch besondere und gemeinschaftliche Anstrengung aller, durch Wahrung der sittlichen Güter der zionistischen Bewegung, durch Aufrechterhaltung von Opfermut und Disziplin wird das Werk vollendet und gekrönt werden. Die Erinnerung an den 2. November 1917 ist eine Mahnung an die zionistische Welt. Sie erfüllt uns mit Stolz und Selbstvertrauen, sie stärkt den Glauben an die Wahrheit und Gerechtigkeit unserer Sache, aber sie fordert vor allem unermüdliche und entschlossene Arbeit für Erez Israel und unser Volk, für Keren Hajessod und Keren Kajemeth, für die zionistisch-politische Erziehung der jüdischen Massen und für die Stärkung und Erweiterung der Zionistischen Organisation und ihrer finanziellen Machtmittel, die allein eine großzügige Arbeit für die endgültige Verwirklichung der Balfour-Deklaration ermöglicht. Unterschrieben ist der Aufruf von Dr. Chaim Weizmann und Nahum Sokolow. Kundgebungen von Lord Balfour, Lloyd George, Sir Herbert Samuel und Viscount Cecil London, 6. November. (JTA.) Das offizielle Organ der Zionistischen Organisation „New Judea“ veröffentlicht Kundgebungen britischer Staatsmänner zum zehnten Jahrestag der Balfour- Deklaration. Lord Balfour selbst schreibt: „Zehn Jahre sind seit der Deklaration über den Zionismus verflossen, die ich im Jahre 1917 im Namen der britischen Regierung gegeben habe. Nichts hat sich in dieser Periode ereignet, was den geringsten Zweifel an der Weisheit dieser neuen Richtung rechtfertigen würde. Das Experiment war ein kühnes, indem es sich mit einer einzigartigen Situation in einer Weise auseinandersetzte, die in der Geschichte ganz ohne Beispiel ist. Ich bin aber überzeugt, daß es ganz gewiß gelingen wird, wenn es von den jüdischen Gemeinschaften in der ganzen Welt unterstützt werden wird; die jüdische Rasse wird eine Heimat finden in dem Lande, welches seit unvordenklichen Zeiten mit ihrem Namen verknüpft ist.“ David Lloyd George, der zur Zeit der Verkündung der Balfour-Deklaration Ministerpräsident war, schreibt: „Die in der Balfour-Deklaration verkörperte Politik ist durch die Ereignisse der letzten zehn Jahre erprobt und voll gerechtfertigt worden. Ein erneuertes Palästina ist im Werden, die Juden nehmen an seiner Wiederaufrichtung vollen Anteil. Es haben sich Schwierigkeiten ergeben, die der von den Juden übernommenen Aufgabe innewohnen; man wird auch weiterhin auf solche Schwierigkeiten stoßen. Aber das, was in Palästina bereits vollendet ist, genügt schon, um zu beweisen, daß solche Schwierigkeiten überwunden werden können und werden. Unter der weisen und s t a a t s m ä n n i s c h e n Führung von Dr. Weizmann ist es der zionistischen Bewegung bereits gelungen, die Grundlage für das jüdische Nationalheim zu schaffen. Ich bin überzeugt, daß die Juden bei der begonnenen Arbeit nicht wanken werden und daß in der vorbestimmten Zeit ihre Bestrebungen in Palästina verwirklicht sein werden. Die im Palästinamandat verankerte Balfour-Deklaration ist ein Pfand britischer Sympathie und britischen guten Willens. Sie ist ein Pfand, das pünktlich eingelöst werden wird. Die Deklaration ist von jeder Partei des britischen Staates als bindend akzeptiert worden. Welche Regierung auch kommen mag: Großbritannien wird zu seinem Worte stehen. Mögen die Juden ihr Teil beitragen, daß Großbritannien das Seine nicht schuldig bleiben wird, darauf kann man sich verlassen.“ Sir Herbert Samuel, der erste britische Oberkommissar für Palästina, schreibt: „Als die Balfour-Deklaration im November 1917, gerade während der Krise des Weltkrieges, verkündet worden war, welches prophetische Auge konnte da Voraussagen, welche Resultate nach zehn Jahren zu verzeichnen sein werden: Palästina wurde vom Türkischen Reich abgetrennt und zu einem separaten Staat gestaltet; es wurde in die Hut Großbritanniens gegeben; die jüdische Bevölkerung des Landes hat sich verdreifacht; fast in dem ganzen großen Tal von Esdraelon und in anderen großen Landgebieten entstanden jüdische Dörfer; die kleine jüdische Vorstadt Jaffas, Tel-Awiw, wurde zu einer Stadt, die ebenso groß ist wie das benachbarte Jaffa; Hebräisch ist als eine der offiziellen Sprachen des Landes anerkannt, es ist zur Umgangssprache der jüdischen Bevölkerung

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