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Das jüdische Echo · 1927-09-02 · 35 (2.9.1927) · p. Seite 565

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
35 (2.9.1927)
Date
1927-09-02
Page
Seite 565 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 35 565 Das Jüdische Echo Zusagen haben, wie wir es mit dem Urgebot unserer Geschichte, mit jener Gerechtigkeit gehalten haben. Unser Werk wird auszusagen haben. Bedenken wir nun gut: Wenn wir heute auszusagen hätten, worauf könnten wir schon hinweisen? Ich freue mich, hier bekennen zu dürfen, daß ich in Erez Israel etwas gefunden habe, worauf wir in diesem Sinne unbedingt und rückhaltlos als auf einen Anfang hinweisen dürfen. Und das sind die heute so umstrittenen Genossenschaften der Landarbeiter (Beifall). Daß wir, meine Verehrten, all dies heute mit völliger Klarheit zu sehen imstande sind, auch dies ist ein Vermächtnis Achad Haams. Sein Andenken, das Andenken des Einen aus dem Volke, sei dem ganzen Volke zum Segen. (Lang anhaltender Beifall.) Vom Hakenkreuztag in Nürnberg — Gegengeschäft Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei hat anläßlich ihres Nürnberger Parteitages der Deutschen Reichsbahngesellschaft allerhand zu verdienen gegeben. Bezahlte sie doch über 30 Sonderzüge! Da ist es kein Wunder, wenn sich die Reichsbahn nun erkenntlich zeigen will. Zunächst geschieht dies dadurch, daß die eine der „Kulturfilmbühnen“ Nürnbergs, die Kulturfilmbühne des „Verkehrsmuseums“ als einziges L i c h t s p i e 1 u n t e r n e h m e n Nürnbergs (von etwa zwei Dutzend!) in dem berüchtigten Streicherschen Hetzblatt „Der Stürmer“ inseriert, während es der anderen Nürnberger „Kulturfilmbühne“, der „Neuen Bilderbühn e“ schon snit längerer Zeit Vorbehalten war, im „Völkischen Beobachter“ ihre Anzeigen erscheinen zu lassen. Die Hakenkreuzfahnen der Süddeutschen Sonntagspost Mit nicht geringem Erstaunen sah man am Nürnberger Hakenkreuztag der Hitlerpartei auch das Automobil der „S. S.“, der „Süddeutschen Sonntagspost“ des Verlages Knorr & Hirth in München, der die „M. N. N.“ und die „Münchener Illustrierte Presse“ herausgibt, mit sechs Hakenkreuzfähnchen geschmückt durch Nürnbergs Straßen fahren. Was man vom „Illustrierten Beobachter“ etwa als selbstverständlich voraussetzte, das mußte bei der „S. S.“ wahrlich nicht wenig verblüffen. — Erfreulicherweise war aber auch das Erstaunen bei der Verlagsdirektion des Knorr & Hirthschen Verlages nicht minder große, als sie durch den Brief eines Nürnberger Lesers der „S. S.“ von dem merkwürdigen Schmuck ihres Nürnberger Kraftwagens erfuhr, allerdings mit dem Beifügen, daß der Leser und seine Bekannten von nun an auf die Lektüre der „S. S.“ würden verzichten müssen. Man war scheinbar wirklich in der Sendlinger Straße in München wie aus den Wolken gefallen, telegraphierte sofort an den Briefschreiber in Nürnberg, daß er sich irren müsse und daß man einen Vertreter nach Nürnberg entsenden werde. Der mußte sogar noch in der Nacht losfahren, konnte sich aber in Nürnberg nur von der Richtigkeit der Behauptung überzeugen und mußte feststellen, daß der Generalkolporteur des Knorr & Hirthschen Verlages in Nürnberg aus eigener Machtvollkommenheit das Nürnberger Kraftfahrzeug des Verlages mit Hakenkreuzfahnen geschmückt hatte. Es bleibt nun abzuwarten, welche Wege die Verlagsleitung beschreiten wird, um die irrige Meinung, die man am Nürnberger Hakenkreuztag von der „S. S.“ und ihrem Verlag bekommen mußte, zu korrigieren. -z-r. Gemeindenu. Vereins-Echo Hebräische Sprachschule München Sommersemester 1927 (2. Hälfte) Die zweite Hälfte des Sommersemesters beginnt Montag, den 5. September. Sämtliche bestehenden Kurse werden fortgesetzt, außerdem werden Neuanmeldungen für einen Anfängerkurs sowie für die bestehenden Kurse entgegengenommen. Alle diejenigen, die die Absicht haben, an diesen Kursen teilzunehmen, werden gebeten, sich im Kurslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgeb. (Fernruf 297 449) anzumelden. Der in der vorigen Nummer des „Echos“ aufgestellte Stundenplan wird wie folgt geändert, so daß sämtliche Morgenkurse ausfallen: Mo 6.30-7.30 Uhr abends Kurs I 7.30—8.30 Uhr abends Kurs IV 8.30-10.00 Uhr abends Kurs III Di 6.00-7.30 Uhr abends Kurs II 7.30-9.00 Uhr abends neuer Anfängerkurs 9.00—10.00 Uhr abends Kurs V Mi 6.30—7.30 Uhr abends Kurs IV 7.30-8.30 Uhr abends Kurs III 8.30-10.00 Uhr abends Kurs I Do | 6.00—7-00 Uhr! abends Kurs II 7.00—8 30 Uhr j abends Kurs V - Leiter der Kurse: Rachmiel Katz; Unterrichtslokal: Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgeb. Hebräische Sprachschule München. Donnerstag, den 8. September 1927, abends punkt 8.30 Uhr, spricht im Kurslokal, Herzog - Rudolf - Straße 1 Rückgeb., Herr Rachmiel Katz über „Das Christentum und seine Beziehungen zum Judentum“. Jüdisches Kammerorchester, München. Die regelmäßigen Proben beginnen wieder am Mittwoch, dem 7. September, pünktlich 8 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde. In die Leitung der Proben teilen sich Herr Kleinbauer und Herr Lamm wie folgt: Kleinbauer, Sept.: Mittwoch, 7., Mittwoch, 21.; Okt.: Dienstag, 4., Donnerstag, 20. Jüdischer Volkskunstabend Samstag, den 17. September, abends ß'ltUhr, Museumssaal, Promenadestr. unter Mitwirkung der bekannten Künstler M.Sakaschansky H. Lehmann A. Zimmermann u. a. Am Fiügei: Dr.KurtBettsack,München Zur Aufführung gelangt: „Die Mischumeides“ oder der Gassenklessmer ein Lebensbild in 2 Aufzügen von Eisenstadt. Außerdem Solo und Duette von Volksliedern neuester Bearbeitung Preise der Plätze: RM. 2.— und RM. 1 50, Jugendl. RM. 1.— Vorverkauf: Ewer-Buchhandiung, Ottostr. 1 b, Tel. 52 407, S. Orljansky & Sohn, Neuhauser Str. 29, Telephon 90 5 61, E. Löwenherz, Sendlinger Straße 55, Telephon 91384

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