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Das jüdische Echo · 1927-08-26 · 34 (26.8.1927) · p. Seite 549

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
34 (26.8.1927)
Date
1927-08-26
Page
Seite 549 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 549 gen. Mit Herz und Seele sehnten wir uns nach einem neuen Wort, nach einem Propheten, einem Führer. Wir harrten auf den Mann, der uns die verlorene Parole wiedergeben, der der Chibath- Zion-Bewegung wieder Odem einflößen sollte. Unser ganzes Wesen verzehrte sich nach diesem erweckenden und erschütternden Rufe, und plötzlich hörten wir ihn. Mitglieder unserer Gruppe, die nach Kudowa verreist waren, schickten uns den „Judenstaat“ von Herzl. Gleichzeitig lasen wir in der „Birschewja Wjedomosti“ einen Artikel über „Die neue Utopie“. In einer ganz einfachen, sachlichen und doch anziehenden Sprache redete der fremde Mann in seinem Buche zu uns. Er erzählte uns seinen Glauben, daß unserem Volke noch Makkabäer entstehen werden, er appelierte an uns, wie freie Menschen in unserem Lande zu leben und zu sterben. Es kam die erste Meldung über den Zionisten-Kongreß. Das heißersehnte Wort war gesprochen. Im Frühling des Jahres 1897 gingen Klausner und ich nach Heidelberg. Der Frühling der Natur, der Frühling unseres Lebens verknüpfen sich mit dem Frühling unserer Bewegung. Wir beide schrieben an Dr. Herzl. Wir versicherten ihn unserer unbedingten Ergebenheit, die voll Begeisterung und Glauben war, voll von unendlicher Liebe zu unserem Führer, den wir nicht kannten und dem wir doch ganz vertrauten. Bebenden Herzens warteten wir auf seine Antwort. Die Antwort kam. Herzl dankte uns, ermutigte uns und lud uns zum Kongreß ein. Unser Glück war grenzenlos. Wir führten einen Kampf mit Prof. Hermann Schapiro, dem Greis, dessen Herz voll’ Sturm und Feuer war. Er mahnte zur Ruhe, zur Vorsicht, zur langsamen Arbeit. Er fürchtete, daß die neue Bewegung, daß unsere gewagten Forderungen der Palästina-Kolonisation Schaden bringen könnten. Aber wir wollten nichts hören von Gelassenheit und Zurückhaltung. Der Sturm der Begeisterung, der die besten Kreise des jüdischen Volkes damals ergriff, ging auch an unserem ehrwürdigen Freunde nicht spurlos vorüber. Die gewaltige Bewegung erschütterte auch ihn, ihr Glaubensmut, ihr jugendliches Feuer zwangen ihn in ihren Bann. Er kam zum Kongreß, wurde besiegt und wurde ein treuer Anhänger Dr. Herzls und seiner Gedanken. Wir haben Herzl erwartet, wir haben ihn geschaffen mit unserem Glauben und mit unserer Sehnsucht. Er vernahm das Klopfen unserer Herzen, aus unserer Seele schöpfte er die Worte, die wir von ihm gehört haben. Er gab sie uns wieder, leuchtend von der Stärke, strahlend von der Glorie, die seinem edlen Herzen, seiner wunderbaren Persönlichkeit entströmten. Wir gingen zum Kongreß, wir gingen zu unserem Führer. Heilige Verheißung, Botschaft des nahen Festes zitterten in unserer Seele. Gemeinden-u. Vereins-Echo Jüdisches Kammerorchester, München. Die regelmäßigen Proben beginnen wieder am Mittwoch, dem 7. September, pünktlich 8 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde. In die Leitung der Proben teilen sich Herr Kleinbauer und Herr Lamm wie folgt: Kleinbauer, Sept.: Mittwoch, 7„ Mittwoch, 21.; Okt.: Dienstag, 4„ Donnerstag, 20. Lamm, Sept.: Mittwoch 14., Donnerstag, 29.; Okt.: Donnerstag, 13. Am Sonntag, dem 23. Oktober 1927 um 8 Uhr findet anläßlich Simchas-Thora ein öffentliches Konzert statt. Geschlossene Hauptprobe vorm. 9 Uhr. — Es ist deshalb zuverlässiges Erscheinen zu den Proben geboten. Die Leitung. Jüdischer Künstlerabend. Am Samstag, 27. August, abends halb 9 Uhr, gibt das bekannte Künstlerpaar M. Sakaschan sky — H e n nyLe hm a n n einen einmaligen jüdischen Künstlerabend im Museumssaal. Die Künstler, die bereits, vor zwei Jahren in München aufgetreten sind, bringen jüdische Volkslieder in neuester Bearbeitung. (Siehe auch die Anzeige in dieser Nummer.) Die Israelitische Volksschule, München, teilt mit, daß sie als dritten Lehrer Herrn Julius Kissinger gewonnen hat. Herrn Julius Kissinger, Bruder des bewährten und beliebten Herrn Ferdinand Kissinger, geht der Ruf eines besonders tüchtigen Schulmannes voraus. Derselbe war lange Jahre an der Volksschule in Mainz tätig. Der Unterricht in der untersten Klasse findet in den uns dankenswerter Weise seitens der Israelitischen Kultusgemeinde mietweise überlassenen Räumen, Herzog-Rudolf-Straße 1 /i, statt. Die übrigen Klassen verbleiben in den seitherigen Räumen. Tätigkeitsbericht der Hebräischen Sprachschule München über das Wintersemester 1926/27 Der Bericht über das Wintersemester 1926/27 umfaßt die Monate vom 16. November bis zum 14. April (5 Monate). Es bestanden während dieser Zeit fünf Grundkurse sowie zwei Parallelkurse (Kurs I a und Kurs II a). Außerdem fand fast jeden Samstag nachmittag eine dreistündige Konversationsstunde statt, bei der den Schülern aller Kurse Gelegenheit geboten wurde, das praktische Sprechen zu erlernen. Es wurden in diesem Semester acht öffentliche Vorträge gehalten (hebräischer Klub). Auf Anregung einiger Chaluzim wurde ein Chaluzkurs am 18. Dezember 1926 eröffnet, jedoch wegen zu geringer Beteiligung am 22. Januar 1927 wieder geschlossen. Der Besuch des hebräischen Klubs sowie des Chaluzkurses war unentgeltlich. Das Schulgeld für die Kurse betrug RM. 24.— pro Semester. Aus der allgemeinen Besuchsstatistik geht hervor, daß insgesamt 2P/2 Wochenstunden erteilt wurden, die von insgesamt 56 Schülern besucht wurden. Davon waren 29 Neueintretende, die übrigen (27) Schüler waren aus dem vorigen Semester. Während der Berichtsperiode wurden insgesamt 308 Unterrichtsstunden abgehalten, davon 2681/2 Kursstunden, 351/;? Konversationsstunden und 4 Chaluzkurse (je 1 Stunde). Die Teilnahme der Schüler an allen 5 Grundkursen war äußerst rege und gewissenhaft; die I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostümstickereien Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22 975

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