Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 34 (26.8.1927)
- Date
- 1927-08-26
- Page
- Seite 542 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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542 Das Jüdische Echo Nr 34 nur Außenstehende, zu glauben scheinen, die Frage der Einstellung der Zionisten als Staatsbürger, die für die Zionisten aller Richtungen aber auch nie eine Frage war. Ihr stets absolut loyales staatsbürgerliches Verhalten war und ist nur eine Selbstverständlichkeit, wurde auch immer von allen vorurteilslosen Nichtjuden, auch den maßgeblichen, anerkannt. Nur gewisse jüdische Kreise glauben, aus einer in ihrem Unterbewußtsein noch schlummernden Ghettofurcht heraus ein Mehr für erforderlich zu halten. Von größter Bedeutung wird die dem Kongreß obliegende Aufgabe sein, die in engstem Zusammenhang mit allen anderen zu behandelnden Fragen steht: die Frage der Neuwahl der Leitung, des A. C. und vor allem der Exekutive. Diese Neuwahl wird diesesmal von um so größerer Bedeutung sein, als der letzte Kongreß nach dieser Richtung völlig versagt hat und es anderseits, ein offenes Geheimnis ist, daß eine Anzahl von Ämtern durchaus ungenügend besetzt ist. Es gehört vielleicht auch hierher, daß die zionistische Organisation endlich ein Beamtenrecht erhält, in dem auch die Frage der Pensionen von „Ministern“ und „Staatssekretären“ einmal geregelt wird. Denn es dürfte manchmal die Umbesetzung eines Postens daran gescheitert sein, daß man keine weitere Verwendung für eine Arbeitskraft wußte, die sich ganz in den Dienst der Organisation gestellt hatte. Bei den Neuwahlen werden die Parteien ihre staatsmännische Befähigung besonders zu beweisen haben, sie werden ihre speziellen Parteiinteressen mehr als je zuvor hinter den Gesamtinteressen der Organisation zurücktreten lassen müssen. Es wird darauf ankommen, nicht Vertreter der Parteien, sondern die besten und fähigsten Gegr. Bayerische Vereinsbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayern r. d. Rh. emoo ttiieiuiJVM <D0lö4)fanöbnef 3. ölee. *•' jwietii 35 ganjc unft ©ramm $ringolö 100 ©olömarf. m* Baycnftc Bereinetanf m SunfoBt&riWfl ucnjffi ano & .mm Sti&fatl Bagtrifot Ümintbon! bfbt Die Pfandbriefe der Bayerischen Vereinsbank sind hochverzinslich und mündelsicher Männer mit den schwierigen Aufgaben zu betrauen, die gerade die nächste Zeit zu lösen haben wird. Und die Männer, die die Leitung der Organisation übernehmen werden, werden dann — anders als manchmal bisher — sich als die Vertreter eines Ganzen, nicht als Vertreter ihrer Parteien zu behaupten haben, die sich etwa gelegentlich den Luxus einer Sonderfronde gestatten dürften. Die Neuwahl wird vielleicht die schwierigste Aufgabe des Kongresses sein, denn von den Männern hängt mehr ab, als von den Worten. Der 15. Kongreß am Ende des 30. Jahres der Bewegung wird so nicht bloß ein Jubiläumskongreß sein, sondern einer der wichtigsten Arbeitskongresse, voll der verantwortungsvollsten Aufgaben. Die Tagesordnung des Kongresses Die zionistische Exekutive veröffentlicht folgende Tagesordnung des XV. Kongresses in Basel vom 30. August bis 9. September 1927 I. Sitzung Dienstag, den 30. August, 8 Uhr abends 1. Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Ch. Weizmann. 2. Eröffnungsansprache des Präsidenten der Zionistischen Exekutive, Herrn N. Sokolow. 3. Begrüßungen. 4. Wahl des Präsidiums. 5. Gedenkrede auf Achad Haam von Dr. Martin Buber. Um IO1'/2 Uhr abends tritt der Permanenzausschuß zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. II. Sitzung Mittwoch, den 31. August, 91/2 Uhr vormittags bis P/2 Uhr nachmittags 6. Entgegennahme des Berichtes des Kongreßgerichtes über die Kongreßwahlen, Berichterstatter: Vorsitzender des Kongreßgerichtes, Rechtsanwalt S. Gronemann. 7. Unterbreitung des Berichtes der Exekutive und Darlegung der zukünftigen Politik durch die Herren Dr. Ch. Weizmann und N. Sokolow. 8. Eröffnung der Generaldebatte. III. Sitzung Mittwoch den 31. August, 3 bis 6V2 Uhr nachm. 9. Nachruf zu Ehren der Zionisten, die in der letzten Kongreßperiode verschieden sind. 10. Fortsetzung der Generaldebatte. IV. Sitzung Mittwoch, den 31. August, 8V2 bis IP/2 Uhr abends 11. Vorschläge des Permanenzausschusses für die Wahl folgender Ausschüsse: a) Politische Kommission b) Kolonisationskommission — c) Budgetkommission — d) Organisationskommissi°n e) Erziehungskommis'sion — f) Immigrationskommission — g) Finanzpolitische t_ ^on^mission — h) Resolutionsausschuß. 12. hortsetzung der Generaldebatte. Donnerstag, den 1. September, findet keine Plenarsitzung des Kongresses statt. Vormittags, um IOV2 Uhr, findet im Kasinosaal eine Feier des 1. Kongresses statt.