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Das jüdische Echo · 1927-08-26 · 34 (26.8.1927) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
34 (26.8.1927)
Date
1927-08-26
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 34 26. August 14. Jahrgang Zum 15. Zlonlstenkongreß Die Aufgaben des 15. Zionistenkongresses Von Dr. Hugo Schachtel Der Kongreß ist die höchste Instanz der demokratischen zionistischen Organisation. In ihm soll der Wille der Juden zum Ausdruck kommen, die das zionistische Ziel, eine jüdische Heimstätte im alten jüdischen Lande, wollen. Drei Dingen sollte er dienen: er sollte vor aller Welt demonstrieren die Lage der Juden und des Judentums und als ihre Konsequenz die Notwendigkeit der zionistischen Forderung darlegen, er sollte der zionistischen Organisation ihre Gesetze geben und ihre Führerschaft bestimmen, und er sollte schließlich die Wege zur Erweiterung des zionistischen Ziels, die Richtlinien des zionistischen Handelns festlegen. Alle bisherigen Kongresse dienten diesen drei Aufgaben und dem, was mit ihnen zusammenhängt, bald mehr der einen, bald mehr der anderen. Der Kongreß ist ein Parlament der von den Zionisten gewählten Vertreter der jüdischen Nation in statu renascendi. Der zionistische Kongreß unterscheidet sich aber in zwei wesentlichen Punkten von Parlamenten anderer Länder: Er hat nicht die unbeschränkte Zeit zu seiner Verfügung, wie diese alle, und er hat nicht die Möglichkeit, wie diese in bindender und zwingender Form Steuern auszuschreiben. Gleich allen anderen Parlamenten besteht er nicht aus einer Reihe von Menschen, die in allen Fragen, die ihm zur Beratung obliegen, sachverständig sind, sondern von Menschen, die zu einem Teil zu Delegierten gewählt sind, weil sie bestenfalls für den Zionismus irgendwie gearbeitet haben aus wahrem echtem Idealismus und aus wirklich teuer Ergebenheit zur Idee, — zu einem Teil, weil sie in einem bestimmten Kreise, in einer bestimmten Gruppierung ein gewisses Ansehen gewinnen oder sich zu verschaffen gewußt haben und die Wähler der Meinung sind, daß diese ihren speziellen Interessen am besten dienen können. Denn innerhalb der zionistischen Organisation haben sich, wie in jedem Staatswesen, Gruppierungen, Parteien gebildet, die innerhalb der Organisation bestimmte Sonderinteressen vertreten. Und es kommt auch im Zionismus vor, daß solche Soderinteressen über das allgemeine Interesse hinauswachsen. Diese und andere Momente haben es zuwege gebracht, daß die Kongresse sich ihren Aufgaben nicht immer gewachsen erwiesen haben und daß sie nach der einen oder anderen Richtung versagt haben. So kam es, daß allmählich eine immer schärfere Kritik an der Institution und an der Einrichtung der Kongresse einsetzte und daß dem bevorstehenden 15. zionistischen Kongreß die Aufgabe gegeben ist, Reformen an sich selbst vorzunehmen. Es wird nicht die erste Reform sein, die an diesem höchsten Organ der Bewegung vorgenommen wird. Eine ganze Reihe solcher sind ihr schon vorangegangen. Die mehrfach stattgefundene und bedeutungsvollste für die Zusammensetzung des Kongresses war die Bestimmung über die Zahl der Schekelzahler, auf die ein Delegierter entfällt. Entsprechend dem Anwachsen der Bewegung konnte es natürlich nicht dabei bleiben, daß, wie ursprünglich vorgesehen war, für 100 oder 200 Schekelzahler ein Delegierter zu wählen war. Um den Kongreß arbeitsfähig zu erhalten, mußte die Zahl immer mehr heraufgesetzt werden. So selbstverständlich diese Änderung war, so schwer war es auch, die Selbstverständlichkeit durchzusetzen, die Zahl der Schekelzahler nicht blos des Kongreßjahres zur Grundlage der Beratung zu machen, sondern den Durchschnitt der beiden Jahre zwischen den Kongressen. Ausgesprochenes Parteiinteresse verhinderte lange Zeit die Durchsetzung dieses zuerst von mir eingebrachten Antrages. Und seine Ergänzung, daß nur der das Wahlrecht haben soll, der für beide Jahre den Schekel gezahlt hat, härrt noch der Annahme. Gerade die Wahlen zu diesem Kongreß haben die unbedingte Notwendigkeit dieser Ergänzung erwiesen. Viel weitreichender ist aber die von verschiedener Seite aufgetretene Anregung, überhaupt nicht mehr den Schekel, dessen Aufbringen eine Menge unlohnender Arbeit notwendig macht und mit dem zu leicht Mißstände aller Art sich verbinden, zur Grundlage der Wahl zu machen, sondern andere Leistungen für die Organisation. So insbesondere die Zahlung der nationalen Steuer, des Maasser für den Keren Hajessod. Dagegen erhebt sich jedoch der Einwand des Verlassens demokratischer Grundsätze, über deren letzte Berechtigung und Zweckmäßigkeit allerdings auch noch gestritten werden kann, und es fehUauch noch die genaue Formulierung für seine Änderung. Weiter wird man sich ernstlich unterhalten müssen über andere Reformen, die für den Kongreß selbst gefordert werden, so vor allem die Frage der Entlastung des Kongresses von spezialistischem Verhandlungsstoff. Es ist in der Tat unmöglich, daß der Kongreß alle Spezialfragen, die besonders jetzt immer wieder auftauchen, nachdem wir aus dem Vorkriegs-Stadium der zionistischen Vorbereitungsarbeit, die unseres Erachtens leider sehr unvollkommen war, in das Stadium der Verwirklichung des effektiven Aufbaus gekommen sind, — daß der Kongreß alle diese Fragen selbst erledigt. Er wird sich wohl bescheiden müssen, die Grundfragen zu entscheiden. Gewisse Dinge der Ausführung werden den Sachverständigen überlassen werden müssen, wenn nur endlich einmal in der zionistischen Organisation es zu einer Verständigung der Sachverständigen kommen würde, — wenn nur end-

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