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Das jüdische Echo · 1927-07-01 · 26 (1.7.1927) · p. Seite 416

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
26 (1.7.1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 416 (sequence 8)
Language
German
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416 Das Jüdische Echo Nr. 26 DieWäscherei derHausff rau die größte Mietwäscherei Münchens ist mit den besten und modernsten Anlagen ausgestattet. Sie ermöglicht Ihnen: Zeitersparnis S in ca. 11/2 Stunden wird jedes Quantum in Ihrer Anwesenheit gereinigt Geldersparnis; Billiger als im eigenen Haushalt. Trommeln von RM. 3.70 an. Größte Schonung der Wäsche; kein Bürsten und Reiben mehr. Trockenanlagen u. Bügelmasch. stehen zur Verfügung. Unser Auto holt und bringt die Wäsche kostenlos. Besichtigen Sie unsere Musterwaschanlage. Wir liefern jeden Posten Wäsche gebrauchsfertig. DieWäscherei derüausf rau HOCKER & BÄUERLE Landwehrstr.57/59, T596858 Und wenn der Artikel zu dem Schluß kommt, daß die Aktion nicht genügend durchdacht erscheint, so ist darauf hinzuweisen, daß in dem vorbereitenden Ausschuß unsere bedeutendsten Kenner und Fachleute sitzen. Das Projekt ist auch nicht als starr aufzufassen, vielmehr wird je nach den zur Verfügung stehenden Geldsummen Lehrgut und Siedelung in Angriff genommen werden können, wobei es klar ist, daß ein von vorneherein auch fest auszuarbeitendes Programm nur möglich ist, wenn die Summe der dafür verfügbaren Gelder feststeht. Abzuweisen ist, daß mit der Siedelungsaktion des Frontbundes „kein neuer jüdischer Kulturkreis“ geschaffen werden kann. Diesen Kulturkreis setzen wir als vorhanden voraus und wird derselbe nicht etwa durch verschiedene Berufsgliederungen verändert. Die Idee des Nationalstaates aber hat mit der Siedelung auf deutschem Boden nichts zu tun. Hier handelt es sich nur darum, einen Berufszweig wieder zu gewinnen, der vor Jahrzehnten von uns mit Stolz betrieben wurde. Hier handelt es sich darum, bei den herrschenden Verhältnissen die Möglichkeit der Ausbildung und die Unterstützung bei der Siedelung für unsere Glaubensgenossen zu finden. Damit wird auch die Palästinaidee der Zionisten nicht bekämpft, es soll nur denjenigen, die in der alten Heimat bleiben wollen oder auch müssen, die Gelegenheit gegeben werden, in den Beruf, den sie erstreben, zu kommen, oder ihn als neuen Beruf zu schätzen. Zurück zur Scholle ist eine allgemeine jüdische Angelegenheit und das Problem der Stunde. Möge es auf fruchtbaren Boden zum Wohle der Gesamtheit fallen. Dr. Franz Gutmann. Anschließend an die Ausführungen des Herrn Emrich in Nummer 24 des „Jüdischen Echos“ kann ich nicht umhin, auch noch ein paar Worte zur Frage der Ansiedlung junger deutscher Juden auf dem Lande zu sagen. Ich bin selbst praktischer Landwirt und in Deutschland teilweise sogar auf jüdischen Siedlungen ausgebildet — ich kenne einen großen Teil unserer Landwirte und Gärtner und darf feststellen, daß sie alle, die draußen körperlich arbeiten, mit ganz wenigen Ausnahmen, nicht daran denken, sich als Ackerbauern in Deutschland niederzulassen. Sie alle haben ein anderes Ziel: 1. Entweder sie sind Zionisten; dann gehen sie, soweit irgend möglich, schließlich nach Palästina oder 2. sie sind nur Landwirte; dann versuchen sie doch mehr oder weniger schnell von deutscher Scholle, die relativ geringe Verdienstmöglichkeiten bietet, wegzukommen, um vielleicht nach Amerika — vielleicht als Getreide-, Viehhändler usw. in die Stadt zu gelangen. Schließlich muß gesagt werden, daß viele bereits ausgebildete Landwirte aus den mannigfaltigsten Gründen diesen Beruf, der ihnen unter Umständen sogar lieb geworden ist, wieder aufgeben. Auf die Motive, die zu solcher Rückschichtung veranlassen, hat Herr Emrich ja zum Teil hingewiesen. Nun zur Frage der Siedlung als solcher! Ein entscheidendes Moment hierbei ist vor allen Dingen die Möglichkeit der Zusammenarbeit der verschiedenen Siedler. —; Ich glaube nicht daran, daß die Söhne und Töchter des jüdischen Bürgertums — und das dürfte die Masse sein — mit so viel Idealismus ausgestattet sind, daß sie als ausgebildete, also ältere Menschen in einer Siedlung in Deutschland gemeinsam arbeiten können! Die Arbeit in einer Siedlung setzt Zähigkeit, Opferwilligkeit, vor allem aber die Fähigkeit, sich unterordnen zu können, voraus — Eigenschaften, die nicht alltäglich sind und zumal bei Juden in dieser Verbindung nicht oft Vorkommen. Eine andere Sache ist allerdings die Einführung einer. landwirtschaftlichen Pflichtausbildungszeit, für die jedermann eintreten müßte. Es wäre ein ungeheurer Erfolg, wenn man die jüdischen Eltern davon überzeugen könnte, wie wertvoll für ihre Kinder, die irgenwie dazu fähig sind, in körperlicher sowohl wie in geistiger Beziehung ein Jahr draußen auf dem Lande wäre. — Diese Zeit ist nicht verloren — selbst wenn man nicht beim landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Berufe bleibt! Und wenn die beabsichtigte Siedlung des jüdischen Frontsoldatenbundes Ausbildungsort sein wird oder, besser gesagt, erste Ausbildungsstätte für junge Juden — denn wenn’s die einzige bleiben soll, ist das ganze Projekt eine Zeit- und Geldverschwendung —, dann hat der Plan realen Wert — mehr Wert sicher, als eine Art jüdische landwirtschaftliche und gärtnerische Erwerbslosenfürsorge! Walter Deutsch. Montag,4.Juli,abds.8Uhr spricht im Kunst gewerbehaus, Pfandhausstr. J, Herr Kurt Blumenfeld Berlin Vorsitzender der Zion. Vereinigung für Deutschland, über Unkostenbeitrag für Erwachsene i M.,fugendl.$o Pf. Kongress und Palästina

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