Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 25 (24.6.1927)
- Date
- 1927-06-24
- Page
- Seite 399 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 399 Dr. Bernhard Kahn im Präsidium des deutschen Keren Hajessod Berlin, 16. Juni. (JTA.) Das Präsidium des deutschen Keren Hajessod hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, Herrn Dr. Bernhard Kahn, den Leiter des Europawerkes des Joint Distribution Committee, als Mitglied des Präsidiums zu kooptieren. Herr Dr. Bernhard Kahn hat zugestimmt, in das Präsidium des deutschen Keren Hajessod einzutreten. Der internationale P. E. N.-Klub und die Jiddische Literatur Aufnahme interterritorialer Literaturen im Prinzip beschlossen Brüssel, 20. Juni. (JTA.) Heute begann im Palais der Akademie zu Brüssel der 6. Kongreß des internationalen P. E. N.-Klubs. Zum Vorsitzenden wurde John Galsworthy gewählt, der zunächst über die Gesamtorganisation des Klubs sprach, woran sich die Diskussion über die erste Frage schloß, die die Zulässigkeit verschiedensprachlicher Klubs im gleichen Staatsterritorium betraf. Hierauf wurde die Zulassung von Literaturen, die auf Staaten und Territorien nicht begrenzt sind, erörtert. Anlaß hierzu gab das Ersuchen des jüdischen Schriftstellervereins in Warschau um die Aufnahme eines territorial nicht begrenzten jiddischen P. E. N.-Klubs. Der Sitzung wohnte als nicht stimmberechtigter Vertreter Herr Leon König vom Warschauer jüdischen Schriftstellerverein bei. Der Kongreß beschloß im Zusammenhang mit dem Antrag des Warschauer jüdischen Schriftstellervereins, daß der Anschluß von territorial nicht begrenzten nationalen Literaturen zulässig sei. Ebenso ist die Aufnahme einer Nationalitätengruppe innerhalb eines Staates (aber nicht'einer einzigen Stadt) zulässig. Den jüdischen Schriftstellern aller Länder wird anheimgestellt, sich zu einem repräsentativen Zentrum zu vereinigen und der Aufnahme in den internationalen P. E. N.-Klub zuzustimmen. Numerus-cIausus-Forderung der Wiener völkischen Studentenschaft Wien, 15. Juni. (JTA.) Die völkische Studentenschaft hat dem Rektor der Wiener Universität ein Memorandum überreicht, in welchem sie sich $aiser-$oiwc ift ba§ 0d)iinf)eit£mittet für alle, bte eine aarte unö iuöenbfrifdje £aut niaü hon atoeifelßaften ©efjeim* mittein erhoffen, fonbern überlegene ©djönßeitSbflege auf natürlicher ©runMage treiben motten. — @in Bufah bon Äaifer=S3oraj jum täglichen SBafchmaffer, macht ba^felbe nicht nur antifeptifd), reinigungefräftig unb hmnberbat* meid), er macht e§ auch gunt belebenden Sd)ünheit#n»affer, gießt gleit* tenb bie $oren gufammevt, heilt unb oerßinbert bei regelmäßigem Gebrauch Grrfranlungen ber 4?aut unb fchafft burch rege <£autatmung einen Haren, reinen £eint bon jugendlicher griffe unb Zartheit. $aifer=23ora£ toirb niemals l o f e, fonbern nur in ber befannten roten CriginaP^adung geliefert, toclche für bie Feinheit ber SÖare garantiert. — 2lu§* füßrlicße ©ebrauchSanmeifung liegt iebem Karton bei. §ehtrid} 5Öiad 9tad)fv Ulm a. als die einzige vom Senat amtlich anerkannte Vertretung der deutschen Interessen bezeichnet und eine Reihe von Forderungen stellt „als die alleinige Möglichkeit, daß die große Gefahr der Bolschewisierung und Judaisierung der Universität restlos beseitigt werde“. Es wird verlangt, daß dem sozialistischen Studentenverein jede Betätigung untersagt wird und daß ihm verboten werde, ausländische Juden als Mitglieder zu führen. Schließlich wird die Einführung des Numerus clausus für ausländische Juden verlangt. Die Universität bleibt zumindest bis Montag geschlossen. Die „Wiener Morgenzeitung“ fordert ein entschiedenes Durchgreifen der Polizei auf Universitätsboden, da „jeder, der Jude ist oder als solcher angesehen wird, seines Lebens nicht sicher ist“. 549 Geburtsanzeigen, aber 1092 Sterbefälle Wien, 16. Juni. (JTA.) In der Zeit vom 1. Jan. bis 30. Mai 1927 sind beim Matrikelamte der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 549 Geburtsanzeigen erstattet worden, hiervon 291 männliche und 258 weibliche. In dem gleichen Zeiträume sind 1092 Sterbefälle zur Eintragung gelangt, hiervon 1036 Erwachsene und 56 Kinder. Austritte aus dem Judentum kamen 371, Eintritte in die israelitische Religionsgemeinschaft 109 vor. 367 Trauungen fanden statt, 151 Ehescheidungen wurden durchgeführt. Enthüllung eines Hugo-Zuckermann-Denkmals in Eger Prag, 19. Juni. (JTA.) Am Sonntag, dem 19. Juni, wurde auf dem israelitischen Friedhof zu Eger ein Denkmal für den zu Beginn des Weltkrieges als Offizier an der Front gefallenen sehr begabten jüdischen Dichter Dr. Hugo Zuckermann enthüllt. Die Denkmalsenthüllung fand im Rahmen einer Gedächtnisfeier aus Anlaß der Errichtung von Grabsteinen für die im Weltkriege in Eger verstorbenen Soldaten statt. Zu den Feiern hatte der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Eger eingeladen. Hugo Zuckermann, der eine Reihe populär gewordener nationaler jüdischer Lieder verfaßt hat, ist auch der Autor des viel gesungenen österreichischen Reiterliedes „Drüben am Wiesenrand hocken zwei Raben ...“ Enthüllung des jüdischen Kriegerdenkmals in Prag Prag, 15. Juni. (JTA.) Auf dem jüdischen Friedhof zu Straschnitz bei Prag wurde ein Denkmal zum Gedächtnis der im Weltkriege gefallenen jüdischen Krieger im Beisein von Vertretern der großen jüdischen Organisationen und der Angehörigen der Gefallenen feierlich enthüllt.' Eine Kompagnie Soldaten war anwesend, eine Militärkapelle wirkte mit. Die Gedenkrede hielt Rabbiner Kraus. Der Vorsitzende des Invalidenvereins, Popper, begrüßte die Vertreter von Regierung und Stadt. Hierauf sprach der Ehrenpräsident des Vereins, Ehrlich, der die Anregung zur Errichtung des Denkmals gegeben hatte, dann Kröger für die 22. jüdische Schwadron, Altschul für den Invalidenverein und Grünhut für den Verband jüdischer Legionäre. Das von Architekt Kopecky entworfene Denkmal zeigt einen schlichten, aber eindrucksvollen Stein. Drei Millionen Pfund Keren Hajessod-Eingänge Jerusalem, 17. Juni. (JTA.)_ Im Mai 1927 gingen für den Keren Hajessod £ 47.862 ein gegen