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Das jüdische Echo · 1927-05-13 · 19 (13.5.1927) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
19 (13.5.1927)
Date
1927-05-13
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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304 Das Jüdische Echo Nr. 19 Die internationale Bedeutung des Schekels Vor Jahrtausenden hatte der Schekel die Bedeutung einer religiösen Steuer. Jeder Jude hatte die Pflicht zum Bau der Stifthütte und später des Tempels in Jerusalem alljährlich beizusteuern. Der Zionismus, der in so mancher Beziehung an den durch das römische Schwert durchschnittenen Faden historischer Kontinuität anknüpfte, gab diesem vergessenen Begriffe nationale Bedeutung. Jeder Jude, welcher bei dem Aufbau der nationalen Heimstätte in Erez Israel mithelfen will, bekräftigt sein Bekenntnis durch die Zahlung des Schekels. Heuer im Jahre 1927 treffen zwei erinnerungsschwere Jubiläen zusammen: 30 Jahre sind es her, seit dem ersten Zionistenkongreß in Basel und schon 10 Jahre seit der Verlautbarung der Balfourdeklaration. In diesem Jahre wird die ganze nichtjüdische und nichtzionistische Welt mit besonderer Neugierde unserem Aufmärsche zuschauen. Heute hat der Schekel bereits eine internationale Bedeutung. Aus der Zahl der Schekelzahler wird sowohl die prozionistische als noch mehr die antizionistische Umwelt ihre Schlüsse ziehen, wie stark der Zionismus ist und welcher Platz ihm auf dem Gebiete des internationalen Rechtes und der Weltpolitik gebührt. Dies alles hängt von der Erfüllung der Schekelpflicht ab. .Mit Nelson sagen wir: „Israel erwartet, daß jedermann seine Pflicht tut.“ Senator Dr. Michael Ringel, Lemberg. Aus der jüdischen Welt Neue Wege zum Reichsverband der Deutschen Juden Berlin, 6. Mai. (JTA.) Für den 22. Mai hat der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden eine Konferenz nach Dresden einberufen, nachdem der sächsiche Verband seine gastliche Bereitschaft, die Vertreter der deutschen Landesverbände in Dresden zu empfangen, ausgesprochen hatte. Die Einladung geschieht auch zugleich im Namen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Vom preußischen Landesverband werden die Herren Kammergerichtsrat Wolff, Rechtsanwalt Dr. Klee, Bankier Galewski und Justizrat Lilienthal anwesend sein. Vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund werden voraussichtlich die Herren Prof. Dr. M. Sobernheim, Dr. Ismar Freund, Justizrat Salomon und Rechtsanwalt Dr. Kollenscher erscheinen. Aus München wird Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer erwartet. Die Konferenz hat den Zweck, die Frage des Reichsverbandes neu aufzurollen, insbesondere festzustellen, ob und wieweit die nichtpreußischen Verbände diejenigen Forderungen anzunehmen gewillt sind, die, weil sie im früheren Entwurf nicht vorhanden waren, zur Ablehnung des Entwurfes im Plenum der preußischen Landesversammlung geführt haben. Es wird auch eine Aussprache darüber stattfinden, ob nicht nunmehr der Weg über den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund, wie er besonders von Dr. Freund nachdrücklichst vertreten wird, gegangen werden soll. Vom Preußischen Landesverband Auf Anregung des Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist nunmehr in Berlin endgültig die Eröffnung der Sehächterschule zum 15. Mai d. J. beschlossen worden. An der Spitze der Verwaltung dieser Anstalt steht ein Kuratorium, das sich aus drei Mitgliedern des engeren Rates des Landesverbandes und vier Rabbinern zusammensetzt, von denen je einer in Breslau und Frankfurt a. M. und zwei in Berlin amtieren. Diejenigen jungen Leute, die Neigung und Eignung für das Fach eines Schächters besitzen, und sich diesem Beruf widmen wollen, mögen sich beim Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin N 24, Oranienburger Straße 29, melden, wo auch die einschlägigen Aufnahmebedingungen zu erfahren sind. In der vorigen Woche fand unter dem Vorsitz von Herrn Galewski eine Sitzung der Subventionskommission statt. Zu 29 Angelegenheiten mußte Stellung genommen werden. Am 8. Mai hat der Große Rat eine Sitzung abgehalten, in der eine außerordentlich umfangreiche Tagesordnung erledigt wurde. Unter anderem wurde die Ausarbeitung eines Verbandsgesetzes über die Einsetzung eines Wahlprüfungsgerichts beschlossen. Einen breiten Raum in den Beratungen nahm die Frage des Judengesetzes ein. Nach einer lebhaften Aussprache wurde beschlossen, eine Kommission zu wählen, die Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband aufnehmen soll. Ein Antrag, den Artikel 24 wieder in der ursprünglichen Form, wie ihn der Rat der Landesversammlung vorgelegt hat, herzustellen, nämlich so, daß jede Synagogengemeinde verpflichtet sei, einem annerkannten Landesverbände anzugehören, wurde mit 16 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Die übrigen Änderungen der Landesversammlung wurden en bloc mit 17 gegen 9 Stimmen genehmigt. Friedhofschändungen ohne Ende Berlin, 5. Mai. (JTA.) Erst jetzt wird bekannt, daß vor etwa vier Wochen der alte Friedhof in Hillesheim beschädigt worden ist. Der Friedhof liegt, wie uns geschrieben wird, etwa 25 Minuten vom Orte entfernt, näher an Dolgesheim als an Hillesheim in Rheinhessen. Er liegt abseits von der Straße, durch eine natürliche Hecke umzäunt, ohne besonderes Tor. Arbeiter, die in der Nähe eine kleine Brücke zu reparieren1 hatten, bemerkten, daß acht Grabsteine gewaltsam umgeworfen worden sind. Sie sind nicht zerbrochen, sondern — wie die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben — aus der Erde herausgehoben. Man ist sich in Hillesheim darüber einig, daß nur Völkische als Täter in Frage kommen, können, und zwar wird vermutet, daß es zwei Fremde waren, die vor etwa vier Wochen auf dem Friedhof gesehen wurden. Ein weiterer krasser Fall von Friedhofschändung wird jetzt aus Bopfingen (Württemberg) berichtet. Die „Nördlinger Zeitung“ bringt darüber die folgende Schilderung: „In Touristenkreisen wohlbekannt ist der israelitische Friedhof am Fuß des Schenkensteins bei der Haltestelle Aufhausen. I>eutsche Wenwäschrrei €r. m.b.H. 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