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Das jüdische Echo · 1927-04-08 · 14 (8.4.1927) · p. Seite 217

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
14 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
Seite 217 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 14 217 Das Jüdische Echo immer erneuert. Seiner Gewässer Ausstrahlung ist der der Sonne gleich. Oben herrscht Unruhe, Donner und Getöse, unten aber ist Ruhe und Frieden. Es nährt Millionen Wesen und dennoch genügt ein Augenblick seines Zornes, um ein Schiff mit Menschenleben zu zerschellen.“ Der König hörte allen Worten zu, sein Gemüt war lief bewegt, seine Seele weitete sich wie ein Segel im Morgenwind, und er lächelte dem nächsten zu, ihn so zur Rede auffordernd. Da trat ein stiller Einsiedler aus dem Kreise und stand dem König gegenüber. Er blickte ihm fest ins Auge und sprach: Was ist passender für des Königs Siegelring als das Bild eines Wurmes?“ Ein Gemurmel des Unwillens erhob sich und die königliche Leibgarde drang mit ihren Lanzen auf den Redner ein. Doch Salomo gebot ihnen, sich zurückzuziehen, und der Einsiedler konnte weitersprechen: „Schön ist dein purpurner Mantel, wie gereifte Rehen im Sonnenlichte, und außer dir darf niemand solchen Mantel tragen. Schön sind die gehauenen Marmorquadern deines Palastes. Doch, wenn du auf deinem goldenen Throne im Marmorpalast, in deinen Purpurmantel gehüllt, sitzest — wo ist das Würmchen „Chilazon“ (Purpurschnecke), mit dessen Blut dein Purpurmantel gefärbt wurde? Und wo ist das Würmchen „Schamir“, mit dem die festen Steine geschnitten wurden?“ Da entließ König Salomo die Versammelten. Den Siegelring aber ließ er nicht anfertigen. (Aus dem Jiddischen übertragen von Salo Perlstein.) Gemelnden-u.Vereins-Kcho Beginn der Schekelaktion. Die diesjährige Schekelaktion befindet sich jetzt in Vorbereitung; ihre Durchführung wird Chol-Hamoed-Pessach und in den anschließenden Tagen erfolgen. Gesinnungsgenossen, die sich uns zur Verfügung stellen wollen, bitten wir, sich im Ortsgruppenlokal, Ottostraße 2/0, melden zu wollen und sich Schekelblocks aushändigen zu lassen. Die Schekelkommission. Schaffung einer hebräischen Bibliothek. Der bedeutendste hebräische Verlag A. J. Stybel, Warschau, wandte sich vor einiger Zeit mit einem Aufruf an das jüdische Volk und bat um Unterstützung und Hilfe. In Anbetracht der großen Leistungen, die dieser Verlag in nun zehnjähriger Arbeit schon vollbracht hat, und in Anbetracht seiner außerordentlichen Verdienste um die neuhebräische Literatur ist es Pflicht aller am Hebräischen interessierten Kreise, dem Verlag durch den Kauf der bei ihm erschienenen hebräischen Bücher die Weiterarbeit zu ermöglichen — um so mehr als der Verlag auch die Preise für seine Bücher heruntergesetzt hat. Diese gute Gelegenheit möchte die hebräische Sprachschule München benützen, um sich endlich die schon seit langem notwendige hebräische Handbibliothek zu schaffen. Die Notwendigkeit einer solchen Bibliothek braucht wohl nicht weiter begründet zu werden. Ein ersprießliches Arbeiten der fortgeschrittenen Klassen ist nur dann möglich, wenn auch geeignete hebräische Lektüre als Unterrichtsmittel zur Verfügung steht. Die Mittel zum Ankauf eines Grundstocks zu dieser Bibliothek sollen durch eine Verlosung hebräischer Bücher aufgebracht werden. Auf diese Weise kann man zwei Ziele auf einmal erreichen: Man hilft dem Stybelverlag und damit der neuhebräischen Literatur und gibt der hebräischen Sprachschule die Möglichkeit eines rationellen zielbewußten Arbeitens. Die neugegründete Bibliothek soll zum Andenken an den vor kurzem verstorbenen hebräischen Denker Achad Haam den Namen „Merkas Haruach“ (geistiges Zentrum) tragen. Für die Leitung der hebräischen Sprachschule Rachmiel Katz Spenden in Geld- und Buchform zum Ausbau der Verlosung werden erbeten an Herrn Paul Grünbaum, Rothmundstraße 6/1. Lose sind zu haben im Büro der Zionistischen Ortsgruppe, Ottostraße 2/0; Die Verlosung findet voraussichtlich am 30. April statt. Hebräische Sprachschule, München. Samstag, den 9. April, abends 7.45 Uhr pünktlich, Ottostraße 2, Vortrag des Herrn R. Katz: „Mappu als Schöpfer des ersten hebräischen Romans.“ Zionistische Ortsgruppe, München. Zu der angesetzten Aussprache über die zionistische Gemeindepolitik hatten sich leider in Anbetracht der Wichtigkeit des Gegenstandes nur wenige Mitglieder eingefunden. Der Abend bot Gelegenheit, die Grundsätze zionistischer Gemeindepolitik und ihre Methoden, ihre Ziele und Erfolge zu erörtern. Herr R.-A. Dr. Julius Siegel leitete an Stelle des verhinderten Justizrats Dr. E. Straus die Aussprache mit einem kurzen aber sehr interessanten Referat ein. Gesamtausschuß der Ostjuden. Der Gesamtausschuß der Ostjuden verteilt auch in diesem Jahre wieder Pessachunterstützungen an Unbemittelte; die Verteilung findet statt vom Sonntag, den 10. April bis zum Freitag, den 15. April, nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr, Reichenbachstraße 27. Jüdischer Jugendverein München. Wenn wir die Namen Ludwig Tieck und Johannes Brahms vernehmen, so wissen wir uns in die Zeit der Romantik, der deutschen Romantik versetzt. Wir Heutigen haben zu ihr kaum mehr das rechte Verhältnis und das ist mitunter sehr schade, wie letzthin der 5. musikalische Abend des Jüdischen Jugendvereins bewies. Zweifellos ist es ein Verdienst des Jüdischen Jugendvereins, daß er die „Geschichte von der schönen Magelone“ in der Fassung von Tieck zu Gehör brachte. Man findet das Märchen in jedem deutschen Märchenbuche, aber es ist so entzükkend, daß auch Erwachsene noch ihre helle Freude daran haben können. Die darin enthaltenen Lieder hat Brahms in Musik gesetzt. Merkwürdig übrigens, wie hier der Meister, der doch in seinen großen Symphonien und in der Kammermusik ganz eigene Wege geht, so ganz „romantisch“ wirkt: könnte nicht z. B. das Liebeslied der Sulima ganz gut auch von Schumann sein? Die Aufführung zeigte, daß die Bemühungen der Veranstalter recht beachtliche Resultate hatten. Als Vorleserin fungierte Frl. Camnitzer, im allgemeinen recht erfreulich. Besonders lobenswert scheint mit die gute Aussprachetechnik. — Eine Bitte "nur: etwas langsamer sprechen! Das würde die Wirkung sehr erhöhen! (Die dafür mehr Benötigte Zeit könnte man überreichlich gewinnen durch pünktlichen Beginn.) Die eingestreuten Lieder wurden von Frau Loeb und Herrn Wagner vorgetragen, beide guh

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