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Das jüdische Echo · 1927-04-01 · 13 (1.4.1927) · p. Seite 205

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
13 (1.4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 205 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 205 Der Alte zog aus der Tasche ein Geldstück und warf es in die Öffnung. Als von der zweiten Öffnung ein Stück Schokolade herausflog, krümmte sich Sapogow vor Lachen und rief entzückt: „Aber, wie ist es denn möglich? Ach, du lieber Gott! Wie geht es denn, Alter?“ Sein verwunderter Blick haftete am Apparat wie festgebannt. „Das ist so eine Maschine,“ sagte der Alte achselzuckend, „sehen Sie es denn nicht?“ „Eine Maschine, das stimmt wohl, hm... eine Maschine,“ erwiderte Sapogow. „Aber wie entsteht die Schokolade? Das Geld ist doch aus Kupfer, hart, während die Schokolade süß und weich ist! Wie kann aus dem harten Gelde ein so schmackhafter Gegenstand durch diese Öffnung herauskommen?“ Der Jude betrachtete mit seinen geröteten Augen den Schutzmann und senkte langsam die Augenbrauen. „Elektrizität und Säure. Die Säure verdünnen, die Elektrizität verwandelt es, dann befördert es die Spiralfeder nach außen.“ „Na, na, na,“ nickt^ Sapogow mit dem Kopfe. „Was die Leute alles/ausdenken! Du sollst nur weitermachen, Alter. Das ist ein gutes Handwerk. Arbeite für deine Gesundheit!“ „Das tue ich auch!“ sagte der Alte gleichgültig. „Arbeite, Alter. Dies da, Bruderherz, ist eine Kunst. Nicht einem jeden ist es gegeben! Lebe wohl, Alter. Cha—eha—cha!“ Was aber der Schutzmann nach diesen Worten tat, kann man sich nur durch seine Verwunderung und durch seine Ehrfurcht vor den Naturgeheimnissen und der Tiefe der menschlichen Wissenschaft erklären: er reichte dem Alten mit einer freundlichen Bewegung ... die Hand. Nächsten Tages verließen Szepelewitsch und Goldin mit dem ersten abgehenden Dampfer die Stadt. In Erfüllung seiner Dienstpflicht kam Sapogow hin, um sie zu begleiten. „Für euch, niedrige Menschen, habe ich kein Herz,“ sagte er, treuherzig den Kopf schüttelnd. „Es gibt nur einen anständigen Juden, der ohne Betrug lebt, und es gibt eine andere Sorte Juden, und zw'är eine betrügerische. Wenn du, Bruderherz, ehrlich arbeitest, mit Schokolade oder was anderem, werde ich dich in Ruhe lassen! Jawohl! Aber, wenn — Wogopas Schtiwomiskam Lewap ... nun was sollte ich denn machen?“ Gemeinden-u. Vereins-Echo München, Zionistische Ortsgruppe. Mittwoch, den 23. März, fand im Bibliotheksaal der israelitischen Kultusgemeinde ein Lichtbildervortrag von Herrn Jakob Reich über „Die Grundlagen der Palästinasiedlung“ statt. Nach einer Skizzierung der gegenwärtigen Lage des Zionismus kam der Redner kurz auf die Grundlagen der zionistischen Ideologie zu sprechen, die in der bestehenden Not des Judentums ihre Wurzeln hat und auf die Notwendigkeit einer Neubelebung unserer Arbeit. Diese Neubelebung, die hier einsetzen muß, wird in Palästina zur Auswirkung kommen und rückwirkend die Situation des Zionismus günstig beeinflussen. Als neben dem Keren Hajessod wichtigste Mittel unserer Aufbauarbeit in Palästina muß der Keren Kajemeth angesehen werden, dessen Gedanke, den Boden als Eigentum der Gesamtheit des jüdischen Volkes zu erwerben, auch zugleich ein Mittel zur Bodenreform und einen sozialen Ausgleich darstellt. Die einzelnen Tätigkeitsgebiete des Keren Kejemeth wurden an Hand der Lichtbilder vorgeführt. Der Vortrag wurde von der Zuhörerschaft mit großem Interesse verfolgt. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde, Dienstag, den 5. April 1927, abends 8 Uhr, im Saal der Gemeindekollegien. Dr. W. Mayer (Nürnberg): Die Juden im mittelalterlichen Spanien. 5. und letzter Abend: Das Ende der Juden in Spanien. Jüdischer Jugendverein, München. Donnerstag, 7. April, abends 8.30 Uhr, im Saale der „Concordia“, Prannerstraße 4, Rechtsanwalt Dr. E. S c h m i d t : J ugend und P o 1 i t i k. Gäste willkommen. Landesverband der jüdischen Jugendvereine Bayerns. Sonntag, 27. März, fand in Nürnberg eine Tagung der neutralen jüdischen Jugendvereine Bayerns zwecks Neugründung des Landesverbandes statt. Es waren Jugendvertreter aus Bamberg, Bayreuth, München, Nürnberg, Regensburg, Würzburg u. a. anwesend. Die Gründung wurde einstimmig beschlossen und zum 1. Vorsitzenden Herr Rabbiner Dr. Rülf (Bamberg) ernannt, dessen hochinteressanter Vortrag: „Die Jugendlichkeit im Judentum“ den Abschluß der Tagung bildete. Der Landesverband ist dem Verbände der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Sitz Düsseldorf, angeschlossen. Jüdischer Gesangverein, München. Durch einen Trauerfall fällt der für Samstag, den 2. April, angesetzte gemütliche Abend aus. Poale-Zion Ortsgruppe München. Samstag, den 2. April, abends 8.15 Uhr, pünktlich im C.-V.-Zimmer, Herzog-Max-Straße 5, spricht Chawer Fritz Weißbart über seine Eindrücke aus Palästina. Gäste willkommen. J.J.W.B. München. Samstag, den 2. April 1927: 3.30 Uhr kleine Mädel, 5 Uhr mittlere Jungen, 8.15 Uhr Älterenschaft (siehe Poale-Zion). Bar-Kochba München. T e n n i s - A b t e i 1 u n g. Für die diesjährige Saison ist es uns gelungen, einen Platz am Tivoli für unsere Abteilung zu gewinnen. Wir fordern hiermit sämtliche Mitglieder und Interessenten auf, bis spätestens Freitag, den 8. April, ihre Meldung abzugeben. Auskunft erteilt Erl. Ida Orljansky, Rosental 9, Tel. 54561, an welche auch die Meldungen zu richten sind. Die Leitung. Bar-Kochba München. Turnplan: Damen Abt. I Montag von 7—8 Uhr, Abt. II anschließend von 8 bis 9 Uhr; Mädchen am selben Tage von 6—7 Uhr; sämtliche unter Leitung von Erl. Armbruster. Die Knaben turnen Dienstag von 6 bis halb 8 Uhr unter der Leitung von Herrn Gidalewitsch. Die Herren üben von halb 8—9 Uhr unter der Leitung von Hermann Renkazschok. Da der Besuch der Turnabende in letzter Zeit sehr viel zu wünschen übrig ließ, fordern wir sämtliche Aktive auf, nunmehr pünktlich und regelmäßig zu kommen. Die Leitung.

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