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Das jüdische Echo · 1927-02-11 · 6 (11.2.1927) · p. Seite 90

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
6 (11.2.1927)
Date
1927-02-11
Page
Seite 90 (sequence 10)
Language
German
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90 Nr. 6 Das Jüdische Echo Tagung des Minderheitenausschusses in Dresden Berlin, 6. Februar, (JTA.) Am 1. und 2. Februar hat in Dresden der im vergangenen August vom Minderheitenkongreß in Genf gewählte Ausschuß getagt und wichtige Schritte zur Organisierung der Minderheitenzentrale sowie zur Vorbereitung des nächsten Kongresses getroffen. Anwesend waren die Vertreter der Deutschen, Juden, Polen, Ungarn und Katalonier. Der Präsident des Ausschusses, der bekannte Minderheitenführer Dr. Wilfan, Triest, der bei allen nationalen Minderheiten in gleicher Weise ob seiner Objektivität und Hingabe großes Vertrauen und Autorität genießt, hat aus äußeren Gründen dieser Tagung nicht beiwohnen können. Auf Antrag des jüdischen Vertreters wurde sodann zum Vorsitzenden dieser Tagung Dr, Schiemann, Riga, gewählt. Die Sitzung hat bereits ein reichhaltiges Programm für den nächsten Kongreß der Minderheiten, der voraussichtlich Ende August in Genf tagen wird, ausgearbeitet, wobei insbesondere folgende Probleme behandelt werden sollen: Wirtschaftsfragen, Sprachenfragen, eine theoretische Begründung für das staatliche Zusammenleben vom Mehrheitsvolk und nationalen Minderheiten, die Frage der Schiedsgerichte zwischen Mehrheitsvolk und Minderheiten u. a. m. Auch das Problem der Staatenlosen soll auf die Tagesordnung kommen. Jüdischerseits nahm das Präsidialmitglied, Herr Leo Motzkin (für die nationalen Minderheiten aus Ost- und Südosteuropa), an den Verhandlungen teil. Das Büro der Minderheiten soll unter Leitung des Dr. Ammende von Mitte Februar an in Wien seinen Sitz nehmen. Hauptversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums Berlin, 6. Februar. (,TA.) Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, E. V., hält ihre diesjährige Hauptversammlung am Mittwoch, dem 23. Februar 1927, abends 8 Uhr, im Brüderverein, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 115/116, ab. Es ist gelungen, Herrn Rabbiner Dr. Kober, Köln a. Rh., als Redner zu gewinnen. Er wird über das Thema „Von den ältesten jüdischen Grabstätten in Deutschland, ihrer archäologischen und geschichtlichen Bedeutung (mit Lichtbildern) sprechen. Der Maler Oskar Haberer 60 Jahre alt Berlin, 3. Februar. (JTA.) Am 16. Februar d. J. wird der bekannte jüdische Maler Oskar Haberer 60 Jahre alt. Haberer ist der Maler des Badischen Schwarzwalds. Er ging aus der Karlsruher Kunstgewerbeschule hervor und war einer der besten Schüler von Professor Goetz, Neben anderen großen Auszeichnungen und Diplomen erhielt er im Jahre 1909 den Grand Prix der Vereinigten Staaten und 1910 in Brüssel die Goldene Medaille. Er hielt sich vor dem Kriege lange Zeit im Auslande auf und war einer der talentvollsten Werber für deutsche Kunst. Führende ausländische Kunstzeitschriften brachten begeisterte Artikel über die Werke des badischen Künstlers. Haberer kehrte kurz vor Ausbruch des Krieges nach Deutschland zurück und lebt nun in Berlin seiner Kunst, Von Haberer mit Intarsien verzierte jüdische Kultusgegenstände sind vielfach in Privatbesitz, einige seiner besten Zeichnungen jüdischer Typen und Skizzen aus dem jüdischen Familienleben befinden sich in der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde in der Oranienburger Straße. Anläßlich des 60. Geburtstages von Oskar Haberer findet am 20. Februar in Berlin in Caspers Kunstsalon eine Kollektivausstellung der zur Zeit verfügbaren Ölgemälde und Intarsien statt; die Ausstellung gibt einen Überblick über das Gesamtschaffen des Malers. Neue Studentenkrawalle an der Wiener Universität Wien, 4. Februar (JTA.) Nachdem schon gestern schwere Zusammenstöße zwischen deutschnationalen und sozialistischen Studenten im Universitätsgebäude und auf der Ringstraße stattgefunden haben, die in blutige Keilereien ausarteten, nahmen heute die Zusammenstöße eine gefährliche Form an. Auf Seiten der Hakenkreuzler trugen die Kundgebungen einen direkt antisemitischen Charakter, Die Hakenkreuzler demonstrierten gegen den sozialdemokratischen Professor Tandler. Bei Einschreiten der Universitätsbehörden konnte Tandler seine Vorlesung abhalten. Dann aber drangen 200 deutschnationale Studierende, die dem anatomischen Institut nicht angehören, in die Hörsäle ein und forderten die jüdischen und die sozialistischen Studenten zum Verlassen der Hörsäle auf. Trotz der Bemühungen der Dekane gelang es nicht, eine blutige Schlägerei zu verhindern. Zwei Studierende wurden verletzt. Erst als die sozialistischen und jüdischen Studenten die Hörsäle verließen, trat Ruhe ein. Die deutschnationalen Studenten zogen in geschlossenem Zuge zur Universitätsrampe. Auf dem Wege dorthin kam es wiederholt zu Zusammenstößen. Zusammenschluß der hebräischen Kulturorganisationen Warschau, 6. Februar. (JTA.) Die hebräischen Kultur- und Erziehungsorganisationen „Tarayerische Gegründet Vereinsbank 1869 Niederlassungen an allen größeren Plätzen des rechtsrheinischen Bayern Verzinsung von Bareinlagen zu günstigen Sätzen Gewährung von Goldhypotheken auf landwirtschaftl. undstädt. Grundbesitz

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