Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 5 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 69 Aus der jüdischen Welt Wichtige Beschlüsse des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes — Einberufung des Gemeindetags Berlin, 28. Januar. (JTA.) Am 27. Januar 1927 trat der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes zu einer Sitzung zusammen, an der die folgenden Herren teilniahmen: Prof. Sobernheim als Vorsitzender. Prof. Apt, Kommerzienrat Berliner (Hannover), Emil Cohn, Dr. Freund, Geheimrat Goldfeld (Breslau), Rechtsanw. Kollenscher, Dr. Alfred Levy (Hamburg), Justizrat Lilienthal, Justizrat Makower, Sanitätsrat Dr. Nawratzki, Justizrat Salomon, Rabbiner Dr. Salomonski, Dr. Dandler, Geheimrat Julius Stern. Prof. Dr. Schaefer, Prof. Dr. Türk und E. Waldstein (Breslau). Gegenstand der Beratung war, zu der Frage des „Reichsverbandes der deutschen Juden“, insbesondere zu der durch die Ablehnung der Dachverbandsvorlage seitens des Preußischen Landesverbandes geschaffenen neuen Situation Stellung zu nehmen. Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeind’ebundes hat sich während der letzten Monate zurückgehalten, um nicht den Versuch der Schaffung eines Dachverbandes, wie er von anderer Seite über die Landesverbände zu gründen beabsichtigt war, zu stören und dadurch Verwirrung in das deutsche Judentum zu tragen. Nachdem dieser Weg durch die einstimmige Ablehnung sich als ungangbar erwiesen hat, hat der Ausschuß es für notwendig gehalten, nunmehr endlich die Beschlüsse des XV. Gemeindetages vom 23. Januar 1921 zur Durchführung zu bringen.. Die mehrstündige Aussprache in der Sitzung des Ausschusses hatte das Ergebnis, daß der folgende Antrag Freund angenommen wurde: „Die Überleitungs-Kommission des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes wird beauftragt: 1. Mit den Landesverbänden in Verbindung zu treten wegen der in § 2 Absatz. 2 letzter Satz der Verfassung vom 23. Januar 1921 vorbehaltenen Vereinbarung; 2. Die Überleitungs-Kommission wird ermächtigt, den Gemeindetag einzuberufen..“ Zu betonen ist, daß die Beschlüsse e i n s t i m - m i g gefaßt wurden. Für die in der Zwischenzeit durch Todesfälle frei gewordenen Plätze im Ausschuß wurden hinzugewählt die Herren: Justizrat Dr. Brodnitz, Eugen Caspary und Rechtsanwalt Dr. Isi Kahn (Jaffa). (Der oben angeführte Satz der Verfassung vom 23. Januar 1921 lautet: Mitglied des Bundes kann auch eine Vereinigung von Gemeinden sein, wenn sie die Rechtsstellung einer öffentlichen Körperschaft besitzt. In diesem Falle werden sowohl Private kaufmännische Kurse Telephon 55781 r\ | Gegründet 1879 Rudolf ÖUrCK München Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck Jeden Monat beginnen neue Kurse. Erste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Neuhauserstraße9 (Pauson-Haus) die Rechte (§ 20, Ziffer 1) als auch die- Pflichten (§ 4 b) der der Vereinigung angeschlossenen Gemeinden ausschließlich von der Vereinigung ausgeübt. Insoweit eine derartige Vereinigung von Gemeinden die Gesamtvertretung der Gemeinden eines Landes bezweckt und die überwiegende Zahl der Gemeinden des Landes umfaßt (Landesverband), bleibt die Regelung des Verhältnisses zwischen Bund und Landesverband der Vereinbarung Vorbehalten.) 25jähriges Jubiläum der Bibliothek der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 28. Januar. (JTA.) Die im Jahre 1902 eröffnete Bibliothek der jüdischen Gemeinde kann am 3. Februar d. J. auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Unter Leitung des Oberbibliothekars Dr. Moritz Stern hat sie einen großen Aufschwung genommen; sie umfaßt jetzt über 50 000 Druckschriften, die über jüdische Vergangenheit und Gegenwart belehren, darunter viele von großer Seltenheit.. Als besonderes Verdienst ist der Bibliotheksverwaltung anzurechnen, daß sie nicht nur nach ganz Deutschland, sondern auch ins Ausland Bücher verleiht und so der Gesamtwissenschafti dient. Mit der Bibliothek ist eine reichhaltige Handschriftenabteilung verbunden, die besonders für die Erforschung der jüdischen Geschichte wertvolle Manuskripte, Akten, Briefe usw. enthält. Neben der Bibliothek befindet sich unter gleicher Leitung die bekannte Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde, ein kleines jüdisches Museum, das, aus einer Stiftung des Dresdener Sammlers Albert Wolf erwachsen, 1917 eröffnet wurde und seitdem eine überraschende Entwicklung genommen hat. Seit dem Jahre 1920 ist an die Bibliothek der 0 r a - nienburgerstraße (Hauptbibliothek) eine Filialbibliothek in der Fasanenstraße angegliedert, die den Bewohnern des Westens zugute kommt und sich gleichfalls gedeihlich entwickelt hat. Im Laufe des Januar wurden Zweigbibliotheken in Pankow und Neukölln eröffnet und es ist zu hoffen, daß auch in den anderen Vororten solche Zweigbibliotheken bald entstehen. Misrachi-Jubiläumsfeiern in Deutschland Berlin, 28. Januar. (JTA.) Der Berliner Misrachi begeht das 25jährige Jubiläum der Weltorganisation Misrachi am 6. März durch eine gesellschaftliche Veranstaltung im Brüdervereinshaus. Das Zentralbüro des deutschen Misrachi veranstaltet aus dem gleichen Anlaß am 13. März einen akademischen Festakt mit Bankett. Zu diesem Termin wird das erste Jahrbuch des deutschen Misrachi als Festschrift erscheinen. Auch in anderen Zentren Deutschlands finden in der Zeit von Anfang Februar bis Mitte März Festveranstaltungen statt. Professor Felix Perles’ Berufung an die Jerusalemer Universität Königsberg, 30. Januar. (JTA.) Rabbiner Dr. Felix Perles, Professor an der Universität Königsberg, der eine Berufung an den neugegründeten Lehrstuhl für Bibelwissenschaft am judaistischen Institut der hebräischen Universität zu Jerusalem erhalten hatte, hat zwar eine dauernde Bestallung nicht angenommen, wird aber im Sommersemester 1927 dort Vorlesungen halten. Der Vorstand hat ihn für diese Zeit beurlaubt.