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Das jüdische Echo · 1926-02-04 · 5 (4.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
5 (4.2.1926)
Date
1926-02-04
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 5 4. Februar 14. Jahrgang Redaktionsschluß für die nächste Nummer: Dienstag ahend Liberalismus und Pro~Palästina"Koniitee Die Gründung des deutschen Pro-Palästina-Komitees bedeutet unzweifelhaft einen großen Erfolg des deutschen Zionismus. Das durch Angehörige fast aller seiner Parteien, von den linken Sozialdemokraten bis zu den Deutschnationalen, durch Wirtschaftsführer, durch Wissenschaftler und Künstler repräsentierte deutsche Volk hat damit die Auffassung kundgegeben, daß das von der zionistischen Bewegung inaugurierte und getragene Palästinaaufbauwerk vollste Anerkennung verdient, daß es hohe menschliche und kulturelle Werte in sich trage und daß es den Juden nur Ehre bringen kann, dieses Werk begonnen zu haben. Indem das Pro-Palästina-Komitee dieser großen und idealen Sache Erfolg wünscht und alle deutschen Juden auffordert, sie zu unterstützen, hat es gleichzeitig bezeugt, daß vom deutschen Standpunkt aus nicht das geringste dagegen einzuwenden ist.. So ist es auch zu verstehen, daß Männer wie Prof. Sombart und der Deutschnationale Prof. Hoetzsch zum Pro-Palästina-Komitee zugezogen wurden: es sollten eben Persönlichkeiten möglichst aller deutschen Richtungen in ihm vereinigt sein, da das Komitee doch eine deutsche Angelegenheit ist und nur vom deutschen Standpunkt aus urteilt. Man sollte nun meinen, daß die Bildung des Pro-Palästina-Komitees, wenn sie überhaupt irgendeinen Widerspruch herausfordert, nur einen von rein deutschem Standpunkt erfahren würde; insofern als jemand etwa glauben könnte, daß das Palästinaaufbauwerk oder der Zionismus dem Deutschtum in irgendeiner Weise Schaden zufüge. Ein solcher Widerspruch aber ist kaum erfolgt, was beweist, daß kein vernünftiger Deutscher glaubt, daß der Zionismus dem deutschen Staatsbürgertum Abbruch tut. Dagegen hat es die Vereinigung für das liberale Judentum für nötig gehalten, gegen die Gründung des Pro-Palästina-Komitees Protest einzulegen. Anstatt sich damit zufrieden zu geben, daß der seit Jahrzehnten von ihr vertretene Gedanke: die zionistische Propaganda schädige die bürgerliche Stellung der Juden und damit die jüdische Religion durch die Bildung des Pro-Palästina-Komitees, in dem sich doch deutsche Politiker fast aller Richtungen — auch der Deutschnationalen! — zusammenfinden, auf das schlagendste widerlegt ist, anstatt nun eine Revision dieser Theorie vorzunehmen, verdächtigt man die Zionisten unlauterer Machinationen. Man behauptet, sie seien nur durch falsche Informationen über das „Wesen des Zionismus und die Strömungen im deutschen Judentum“ in der Lage gewesen, das Komitee zustande zu bringen, man bestreitet solchen Freundschaftserklärungen jeden inneren Wert und vermag es nicht zu glauben, daß die Mitglieder des Pro-Palästina-Komitees ihre wahre Meinung zum Ausdruck gebracht haben. Es genügt der Vereinigung für das liberale Judentum jedoch nicht, selbst das unerschütterliche Wissen um die Gefährlichkeit des Zionismus zu besitzen; sie hält es auch für ihre unabweisbare Pflicht, diese Ansicht der Öffentlichkeit mitzuteilen. Sie hat deshalb eine Umfrage bei den Mitgliedern des Pro-Palästina-Komitees wegen ihres Beitrittes veranstaltet und sie um Stellungnahme zu den Zielen des Liberalismus gebeten. Eine Anzahl der erhaltenen Antworten sind veröffentlicht in einem in der letzen Nummer der jüdisch-liberalen Zeitung erschienenen „Freunde des Zionismus?“ betitelten Artikel. Wenn die Vereinigung für das liberale Judentum glaubt, damit einen erschöpfenden Wahrheitsbeweis für die Behauptung geliefert zu haben, daß die Zionisten ihre neu gewonnenen Freunde — die übrigens zum Teil schon jahrelang sich für die zionistischen Bestrebungen interessieren — nicht richtig informiert hätten, so ist das ein Irrtum; die von ihr veröffentlichten Briefe besagen nichts dergleichen. Es ist selbstverständlich, daß das Pro-Palästina-Komitee zu innerjüdischen Fragen keine Stellung nimmt und daß es nicht seine Aufgabe sein kann, den Patriotismus oder die Gesinnung der deutschen Juden nachzuprüfen. Wenn sich die Liberale Vereinigung an die Mitglieder des Komitees wendet und um deren Stellungnahme zu ihren Zielen bittet, so wird sie infolgedessen auch loyale Worte der Anerkennung zu hören bekommen und das setzt nicht einmal die Zionisten in Verwunderung; haben diese denn etwa versucht das Pro-Palästina-Komitee als Sturmbock gegen die Liberalen vorzuschieben oder bedeutet die von dem Pro-Palästina-Komitee ausgesprochene Anschauung, daß das Palästina- Werk hohe menschliche und kulturelle Werte in sich trage und deshalb die Unterstützung der deutschen Juden verdiene, einen Angriff auf die liberale Religionsauffassung, ein Hineinzerren nichtjüdischer Persönlichkeiten in den innerjüdischen Streit? — Weder war ein Eingreifen des Pro-Palästina-Komitees in innerjüdische Angelegenheiten beabsichtigt, noch kann seine Konstituierung so verstanden werden; allerdings haben die Liberalen bisher eine Anerkennung: des Zionismus vom deutschen Standpunkt für unmöglich erklärt und es ist bezeichnend für ihre innere Unsicherheit, daß sie sich durch eine solche Anerkennung, die freilich gegen ihren Willen erfolgt, angegriffen fühlen. Geradezu grotesk wirkt es, wenn man ausgerechnet den Zionisten vorwirft, sie hätten falsche Informationen gegeben: alle zionistische Tätigkeit spielt sich seit den Anfängen der zionistischen Bewegung vor der breitesten Öffentlichkeit ab, die ganze Welt kann sich nach den Leistungen des Zionismus in Palästina ein selbständiges Urteil über diese Bewegung bilden, jede größere Zeitung bringt Nachrichten über die Ereignisse in Palästina, die zionistische Presse bemüht sich

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