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Das jüdische Echo · 1926-10-08 · 41 (8.10.1926) · p. Seite 657

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
41 (8.10.1926)
Date
1926-10-08
Page
Seite 657 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 657 Drei Jahre waren vergangen. Da verstand ich erst Sterns Haltung voll und ganz. Ich war in der Baseballmannschaft. Vor einem der wichtigsten Spiele trat ich an den Kapitän heran mit der Bitte, mich als ersten an die Schlaggrenze zu stellen. Er entgegnete: „Sag einmal, wer führt eigentlich das Spiel?“ Schließlich gab er aber doch nach und erteilte die Erlaubnis. Der Ballwerfer hatte noch nicht den rechten Umlauf aufgebracht und ich machte darauf einen „one-bagger“. Gegen den Befehl des Kapitäns stahl ich mich hinweg und machte es.. Infolge mehrerer Verletzungen wurde ich weggetragen. Ich war die schärfste Konkurrenz im Spiel, und als ich den Siegerpreis gewann, trat mir der Kapitän entgegen mit den Worten: Du, Jude, versuchst du nochmal das Spiel zu führen, he?“ Es war das letzte Mal, daß ich für die Universität an den Start ging. Die Juden werden in Amerika in zwei Kategorien eingeteilt. Der Typus von Juden, von denen die Andersgläubigen sagen, daß es auch unter ihnen anständige Menschen gibt, die man auch in nichtjüdischen Kreisen zu Freunden hat und dann die Kategorie der sogenannten „Unerwünschten“. Vor einiger Zeit erschien ein Artikel in der „Liberty“, der sich mit dem Ausschluß der Juden von den Universitäten befaßte. In einer Rundfrage wurde eine Reihe von nichtjüdischen Professoren und Studenten zu einer Äußerung aufgefordert. Ein großer Teil trat offen für den „Numerus clausus“ ein. Andere fordern nur den Ausschluß der „underirables“. Die meisten Universitäten wollen sich mit dieser Frage beschäftigen. Ich wiederhole, der Antisemitismus an der Hochschule ist der böseste Unhold, von dem die Juden betroffen sind, weil die Juden nicht nur physischen Verfolgungen ausgesetzt sind, sondern geistig und seelisch aufs schlimmste leiden. Denn man wird mir bestätigen, daß seelische Qualen viel schlimmere Spuren zurücklassen als nur körperliche. Ich habe jedenfalls den Judenhaß an den hiesigen Universitäten gründlich kennengelernt. Dempsey—Jude Nach einer Mitteilung von Dr. Willy M e i s 1 in der letzten Nummer des „S c h i 1 d“ ist Jack Dempsey, der langjährige Weltmeister im Schwergewicht, der vor kurzen in einem sensationellen Boxkampf die Meisterschaft an Tunney verlor, von jüdischer Abstammung. Sein eigentlicher Name ist Harry Harrison, Tagung des Deutschen Kreises des Makkabi-Weltverbandes Der in Leipzig abgehaltene Makkabi-Kongreß, über dessen sportliche Ereignisse wir bereits ausführlich berichteten, hat sich auch mit einer Reihe theoretischer Frage befaßt. Am bemerkenswertesten ist eine wohl unter dem Eindruck der schlechten Erfahrungen der Wiener „Hakoah“ gefaßte Entschließung gegen den Professional i s m u s, die folgenden Wortlaut hat: „Der Professiionalismus verträgt sich nicht mit den Aufgaben des Makkabi-Weltverbandes; er widerspricht dem Sinn und der Würde dieser Körperschaft, die, getragen von dem Verantwortungsbewußtsein für die nationale Zukunft des jüdischen Volkes, lediglich ihre in ihrem Tendenzparagraphen bezeichneten Ziele verfolgt und sich von einer Richtung fernzuhalten hat, die in irgendeiner Form dem Charakter eines Geschäfts nahe kommt. Das Präsidium des Weltverbandes wird ersucht, sofort bei den betreffenden Vereinen auf Abschaffung des Professionalismus zu dringen, da dieser nlicht einmal, wie die Delegierten des letzten Makkabikongresses annahmen, ein geeignetes Propagandamittel für die Sache der Leibesübungen unter den Juden darstellt.“ „Hakoah66 österreichischer Ringkampf-Meister Wien, 29. September (J.T.A.). Bei dem letzten Meisterschaftskampf unter den 11 besten österreichischen Ringkampf-Vereinen gewann die Ringkampf-Sektion des jüdischen Sportklubs „Hakoah“ die österreichische Mannschafts-Meisterschaft. Den Endsieg für „Hakoah“ errang Ingenieur Kadmon, der den österreichischen Champion, und Europameister Ludwig Sesta bezwang, (Schluß des Sportechos) Gemelnden-u.Vereins-Kcho Jüdischer Jugendverein, München. Der Vorverkauf für den Vortrag des Herrn Rabb. Dr. M. E 1 k (Stettin am Dienstag, dem 12. November, 81U Uhr, im Museums-Saal, Promenadestraße, über: „Der moderne Mensch und die Religion“ hat bereits begonnen. Der Vortrag kann nur einmal stattfinden, und es empfiehlt sich deshalb bei der großen Nachfrage die Eintrittskarten rechtzeitig zu besorgen. Mitglieder des J. J. V. und Münchener Jugendorganisationen erhalten im Vorverkauf gegen Ausweis ermäßigte Karten. Numerierte Plätze sind bereits im Vorverkauf (Ewer- Buchhandlung, Ottostraße 2) erhältlich. Soweit noch verfügbar kosten diese an der Abendkasse allgemein M. 1.50, die übrigen Plätze M. 1.—. Es wiiird nochmals darauf hingewiesen, daß der Vortrag pünkflich 81/* Uhr beginnen muß. Jung-Jüdischer Wanderbund München. Samstag, den 9. Oktober. 3.30 Uhr: Kleine Mädels, Heimnachmittag. 5.00 Uhr: Kleine Jungens, Heimnachmittag. 6.30 Uhr: Mittlere Jugens, Heimabend. 8.00 Uhr: Große Mädels und Jungens, Sichah. Sonntag, den 10. Oktober. Kleine Mädels: 9 Uhr Ostfriedhof (Billett nach Grünwald); bei Regenwetter 3 Uhr Max-Denkmal. Die übrigen Fahrten werden im Heimabend bekanntgegeben. Dienstag, den 12. Oktober: Vortrag Dr. Elk im Museumssaal. Mittwoch, den 13. Oktober: 8 Uhr große Jungens und Mädels, Literarischer Abend. Donnerstag, den 14. Oktober: 8 Uhr mittl. Jungens. Heim: Herzog-Max-Straße 3/5, Rückgbd. Anfragen an: Herbert Fröhlich, Seidlstraße 22. Telephon 53 0 60. Schachklub „Lasker“, München. Ab nächsten Montag, den 11. Oktober, beginnt das Training zum Winter-Turnier 1926/2 7, das in den nächsten Wochen beginnen wird. Die Mitglieder werden ersucht an den Schachabenden vollzählig zu erscheinen. Gäste sehr willkommen. Spiellokal: Restaurant Herzog Heinrich, Ecke Landwehr- und Mathildenstraße. Die Spielleitung. Bar-Kochba, München. Bis auf weiteres erfolgt das Damenturnen nach den alten Turnzeiten, Montag und Donnerstag von halb 8 Uhr bis 9 Uhr.

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