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Das jüdische Echo · 1926-09-30 · 40 (30.9.1926) · p. Seite 639

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
40 (30.9.1926)
Date
1926-09-30
Page
Seite 639 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 40 Das Jüdische Echo 639 In diesen Tagen erschien in Wien die erste Nummer der Monatsschrift „Schutzweh r“, Organ des „Verbandes der jüdischen Kriegsbeschädigten, Invaliden, Witwen und Waisen“. In dem einleitenden programmatischen Aufsatz wird gesagt: Der Umsturz und der Einzug der republikanischen Freiheit hat in den unterlegenen Staaten ebensowenig das Ende des Antisemitismus zur Folge gehabt, wie etwa das stolze Gefühl des Sieges in den Staaten der Entente. Überall reckt der Faszismus drohend sein Haupt! und, wo er wegen der Staatsform nicht zur Geltung zu kommen vermag, wie etwa in Österreich, blüht doch der stille, gesellschaftliche und zum Teil sogar der Staatsantisemitismus. Die Parteiführer jüdischer Abstammung innerhalb der sozialdemokratischen Partei gehen wir soweit, daß sie von den Unterdrückten, Armen und Elenden des eigenen Volkes nichts wissen wollen, sofern diese sich lediglich zu ihrem Volkstum bekennen. Auch der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde werden Vorwürfe gemacht, weil sie für die jüdische Kriegsinvaliden-Fürsorge nichts tut. Ferner wird dem vom Joint gestützten Komitee für jüdische Kriegswaise vorgeworfen, daß in diesem Komitee die Kriegsinvaliden durch kein einziges Mitglied vertreten sei. * In Wilna ist am 1. September d. J. die erste Nummer der neugegründeten zwangslos erscheinenden Zeitschrift „Freie Schrift en für den jüdischen sozialistischen Gedanken“ erschienen. Die Zeitschrift erscheint unter der Redaktion von J. Steinberg und unter der Mitwirkung von Dr. Ch. Schitlowsky, W. Natanson (Amerika), Dr. Gromer (Berlin), Dr. Seligmann (Berlin), Dr. A. Steinberg (Berlin), Dr. J. Heller (Berlin), Dr. J. Rubin (Warschau), P. Zunser (Wilna), H. Berger (Jena). Die „Schriften“ gehen von der Krise der zeitgenössischen jüdisch-nationalen und sozialistischen Ideen aus und stellen sich zur Aufgabe die aktuellen Probleme der jüdischen Kultur und sozialistischen Bewegung vom Standpunkte einer revolutionärethischen idealistischen Weltanschauung zu beleuchten. Die „Schriften“ sind nicht das Organ eines bestimmten Parteiprogramms.. Sport-Echo Am Sonntag, dem 8. August 1926, veranstaltete der Lübecksche Turnverein 1861 im Friedrichshain sein diesjähriges Sportfest, das hervorragende sportliche Kämpfe brachte. Der jüdische Turnverein „B a r Kochba“ (Berlin) errang hierbei drei bedeutende Erfolge. Der Langstrekkenläufer K a t z (Bar Kochba) hatte in einem 3000-Meter-Lauf Vorgaben bis zu 350 Meter aufzuholen und konnte den zweiten Platz in der Zeit von 8,35,8 Minuten belegen, eine der glänzendsten Leistungen in dieser Art. Damit ist der deutsche Rekord um fast 9 Sekunden unterboten worden. Den zweiten Sieg errang in der 4-mal-100-Meter- Staffel die Bar Kochba-Mannschaft Kirschen- Kauft bei den Inserenten des „Jüdischen Echos“ bäum, Simmenauer, Kurz II und Kurz I über die beiden Berliner Groß-Vereine S. C. C. und D. S. C. Bar Kochba siegte schließlich in der Wilhelm- Lübeck-Staffel gegen B. S. V. 1892 mit nicht weniger als 15 Meter Vorsprung. Die Bar Kochba-Jugend belegte noch in einer 5-mal-100-Meter-Staffel einen ehrenvollen Platz vor dem D. S. C. * Bei dem internationalen Sportfest des Sportklubs Charlottenburg am 12. September 1926, bei dem Peltzer seinen Weltrekord über 1500 Meter aufstellte, gelang es Katz (Bar Kochba, Berlin) im Lauf über zwei englische Meilen hinter Wide, Nurmi als Dritter in 9:22,1 durchs Ziel zu kommen. Bekanntlich stellte in diesem Lauf Wide über diese Strecke mit 9:01,2 ebenfalls einen neuen Weltrekord auf. Bei derselben Veranstaltung siegte Bar Kochba Berlin in der 2-mal- 100-Meter-Staffel in der ausgezeichneten Zeit von 8:02,2 gegen sämtliche B. C. D.-Vereine. * Anläßlich einer Tagung des Kreises Deutschland vom Makkabi-Weltverband am 22. Aug. 1926 in Leipzig wurden unter Teilnahme von 200 Leichtathleten die diesjährigen Meisterschaften ausgetragen. Die Ergebnisse waren: Herrenmeisterschaften: 100 Meter: 1. Kurz I. (Berlin) 11,7. — 1500 Meter: 1. Brünell (Frankfurt) 4:27,2. — 5000 Meter: 1. Katz (Berlin) 15:52. —. 4-mal-lOO-Meter-Staffel: L Bar Kochba (Berlin) 46,8. — 3-mal-1000-Meter-Staffel: 1. Bar Kochba (Berlin) 8:58,8. — Weitsprung: 1. Hübsch (Hakoah-Wien) 6,50. — Hochsprung: 1. Kurz I (Berlin) 1,60. — Kugelstoßen: 1. Bix (Prag) 9,80. — Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen): 1. Hübsch (Wien). Jugendmeisterschaften: 100 Meter (08/09) l.Kamerling (Leipzig) 12,1. — 100 Meter (10/11): 1. Rosenthal (Berlin) 12,1. — 4-mal-100-Meter (08/09): 1. Bar Kochba (Leipzig) 47,6. — 4-mal- 100-Meter (10/11): 1. Berlin 49,6. — 800 Meter (08/09): 1. Spielmann (Wien) 2:15. — Hochsprung (08/09): 1. Kamerling (Leipzig) 1,50. — Dreikampf (08/09): 1. Kamerling (Leipzig). — Theodor-Herzl- Staffel (100 u. 200 u. 300 u. 300 u. 200 u. 100 m): 1. Bar Kochba (Leipzig) 2:37,4, 2. Berlin. Damenmeisterschaften: Kugelstoßen: 1. Hummel (Berlin) 9,18. — 4-mal-100-Meter: 1. Berlin 58,6. Bei dem Leichtathletikjugendtag in Breslau konnte der dortige Bar Kochba folgende Plätze belegen: Fünfkampf. Klasse B: Bergmann 186 Punkte, 1. — Dreikampf. Klasse D: Faß 231 Punkte, 1 .Archim, 130 Punkte, 2. — Stafette 200 u. 50 u. 50 u. 100 Meter: Bar Kochba 2. — 4-mal-100-Meter. Gruppe A: Bar Kochba, 51 Sek. 3. — Olympische Stafette. Gruppe A: Bar Kochba 2. — 10-mal-1/2-Runde, Klasse B: Bar Kochba„ 4:23,3, 1. * Der jüdische Turn- und Sportverein Bar Kochba Frankfurt veranstaltete am 29. 8. 26 ein großes Sportfest, an dem etwa 200 Sportler aus Frankfurt a. M., Kassel, Worms, Weinheim,. Mainz und Offenbach teilnahmen. Die Organisation auf dem Sportplatz war mustergültig, wie überhaupt die ganze Veranstaltung für den Festgeber ein durchschlagender Erfolg war. In sportlicher Hinsicht zeigte sich eine starke Überlegenheit des „Bar Kochba Frankfurt a. M., der fast sämtliche ersten Preise erringen konnte. Wenn

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