Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- 5 (29.1.1926)
- Date
- 1926-01-29
- Page
- Seite 79 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 79 Das Jüdische Echo Dem allen werde ich von Ferne Zusehen. Ganz allein. . . . Auf dem Weg von Ein Charod nach Tel Joseph. Es ist Vorabend. Ich gehe weiter. Nicht ohne eine gewisse Furcht. Die Leute kehren von den umliegenden Feldern auf Mauleseln nach Ein Charod zurück. Allmählich verlassen die letzten das Feld. Pis ist schon dunkel. Ich frage einen der Vorbeireitenden: „Genosse, ist kein Grund zur Furcht vorhanden, jetzt ganz ajlilein nach Tel Joseph zu gehen?“ Er antwortet mit fester Sicherheit: „Nein, man hat nichts zu befürchten. Ringsum ist alles jüdisch.“ Weiter jedoch, nach einer kurzen Strecke wiederhole ich, sündiger Mensch, meine Frage an einen zweiten, der, wie es scheint, als letzter heimkehrt. Dieser beruhigt mich mit einem bloßen Lächeln, das mich davon überzeugt, daß ich hier auf Personalia Ah 1. Januar wurde Herr Lehrer Julius L a m m in Rockenhausen, Pfalz, zum Hauptlehrer in Gruppe VIII der Besoldungsgruppe befördert. tprechsaal Herr Rabbiner Dr. Heinrich Ehrenlreu, nun 40 Jahre segensreich in unserer Gemeinde tätig, gewährte unserem heimischen Künstler Hermann Segall, ehemaligem Meisterschüler von Prof. Carl von Marr, einige Sitzungen zu einem Porträt. Von Segall haben wir schon manche wertvolle Arbeit interessanter Frauenbildnisse in der Ausstellung „Privatsalon“ gesehen. In lebhafter Erinnerung steht von jüngst die treffliche Skizze des Herrn Albert Landauer im Münchner Israelitischen Kalender von 1925/26. Segall hat mit dem Pastellbildnis des allseits hochverehrten Rabbiners einen ausgezeichneten Wurf getan. Bei längerer Betrachtung zwingt uns das Bild in seinen Bann. Das Haupt hebt sich würdevoll aus dem Helldunkel des Hinlergrundes heraus. Um den gütigen Mund spielt das feine Lächeln, das jeder kennt, der jemals mit Dr. Ehrentreu ins Gespräch gekommen ist. Im Auge (hront der Geist des Studiums, dem sich Dr. Ehrenlreu in verdienstvollen Jahren widmete. Die hohe Stirn wirkt wie eine Krone, die Licht ausstrahlt. Für Verehrer des Jubilars und für Freunde der Kunst wird Gelegenheit geboten werden, das Por- Irät als farbiges Kunstblatt zu erwerben. Das Blatt ist von der Kunstanstalt Gaus & Co. (Inh. A. Eisenberg) in vorzüglicher Reproduktion hergestellt worden. jüdischem Boden nichts zu fürchten habe, auch wenn ich allein bin. Und dann kam mir vor Tel Joseph der klare, helle Mond entgegen. Er rief in mir Erinnerungen aus alter Zeil wach. Die Geister aller Geschlechter, die in meinem innersten jüdischen Ich leben und weben, erstanden wieder. Die Prophetin Debera, Barack ben Awinoam, Gideon und seine Heldenschar und der Prophet Alijah, Emek, die Pleimal des jüdischen Heroismus zu allen Zeiten. Helden leben und sterben; ihre Schatten begleiten mich jedoch auf meinem jetzigen Gang. Und ich fühlte ein ungeheueres Behagen, während ich dem Monde entgegensehrilt. Meinem Monde. Denn, der Boden, auf dem ich schreite, gehört mir. E. Steinmann (TelAwiw). Gemeinden-u. Vereins-Echo Kreis national-jüdischer Jugendverbände München. Die Verbände K.J.V., vertreten durch Konrad Ja- ■coby und Ludwig Mayer; /. /. W. B., vertreten durch Herbert Fröhlich und Julius Dillenberger; Blau- W e i ß, vertreten durch Walter Goldstern; H ec h aluz, vertreten durch Erich Deutsch, schlossen sich zur Intensivierung der national-jüdischen Jugendarbeit zum „Kreis national -j ii d i s c h e r J uge n d v e r b ä n d e M ii nclie n“ zusammen. Die erste Veranstaltung findet Montag, den 1. Februar, um 3/«9 Uhr abends, im C.-V.-Zimmer (Herzog-Max-Straße) statt. Herr Erich Deutsch wird über Fragen der Jugende r ziehung sprechen. Zutritt haben nur Mitglieder genannter Vereinigungen und durch solche eingeführte Gäste. Auskünfte bei Dr. Justh („Jüd. Echo“). Hechaluz. Samstag, den 30. Januar, Herzog-Max- Straße 5/1, Rckgb., halb 7 Uhr. Tagesordnung: „Geographie Palästinas“. i. A.: Erich Deutsch. Jung-Jüdischer Wanderhund München. Mädelsgruppe: Heimabend Samstag, den 30. Januar, abends 8 Uhr, Herzog-Max-Straße 5, Rckgbd. Zionistische Ortsgruppe München. Die Gesinnungsgenossen werden auf den Aufruf der Exekutive aufmerksam gemacht (Rundschau vom 22. Januar, Nummer 6), der den sofortigen Beginn der Schekel- Bayerische Gegründet Vereinsbank 1869 Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns Eigene Abteilungen für Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren / Moderne Stahlkammeranlage Individuelle Beratung in alle Vermögensangelegenheiten, insbesondere in Aufwertungsfragen