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Das jüdische Echo · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 65

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 65 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 65 und heilere Rezitationen von I. L. Perez und Sch. Alejchem bringt, und B. Kluger, der im Melodrama rezitiert, wirken im musikalischen Teil mit Frl. H. G i d a lcwilsch (Klavier); Frl. N. W i 1 - c z y n s k i (Violine); Frl. E. Berger (Sopran); 11. Lamm (Flöte) und M. Goldberg (Violine). Der Abend verspricht, sehr interessant zu werden, und wir laden alle Freunde und Interessenten dazu höfl. ein. Beginn pünktlich 8 Uhr abends. Die Saalliir bleibt während der Vorträge geschlossen. Eintrittspreis für Angehörige der Jugendorganisationen 50 Pfennig, sonst M. 1.— Die Vorstandschaft. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Nach einer längeren, durch den öffentlichen Vortrag von Herrn Kurt Blumenfcld und durch die christlichen Feiertage verursachten Pause nahm die Zionistische Ortsgruppe am 7. Januar ihre interne Arbeit mit einem Referat von Herrn Rechtsanwalt Feilchenfeld über ,,25 Jahre jüdischer Geschichte“ wieder auf. Der Redner zeigte in klar durchdachten und instruktiven Ausführungen, welche Umwandlungen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art seit 25 Jahren Judentum und Judenheit durchgemacht haben, wie das politische Schwergewicht durch den Krieg nach Amerika und in den Orient verlegt worden sei, wie in der Judenheit eine Entwicklung zur Proleiarisierung einerseits und zum Großkapilalismus anderseits festzustellen sei und wie der Zionismus eine durchgreifende Umstellung des jüdisch-politischen und kulturellen Lebens erreicht habe. Als Endergebnis der vergangenen letzten 25 Jahre bezeichnete der Redner die Tatsache, die seltsamer als ein Märchen sei, daß das Judentum zu neuem Leben erwacht sei, daß es endlich, getrieben durch den Zionismus, sein Schicksal wieder selbst iu die Hand genommen habe und nun imstande sei, wie es ja die sozialen Neuschöpfungen in Palästina beweisen, der Welt noch manches zu geben. An der lebhaften Diskussion, die sich nach dem Vortrag entspann, beteiligten sich die Herren Dr. Liebstädter, Dr. Nußbaum, Dr. Mayer, Dr. Bamberger. Hechaluz. Samstag, den 23. Januar, J/s 7 Uhr, Herzog-Max-Slraße 5/1, Rckgbd. Tagesordnung: „Geographie Palästinas“. i. A.: Erich Deutsch Der von Heinrich S c h a 1 i l im Herkulessaal veranstaltete Kompositionsabend begegnete gleich seinem vorjährigen mit Recht wieder weitgehendem Interesse. Schalit ist ein Musiker, der aus innerem Drang und tiefschürfendem Empfinden heraus schafft und unbekümmert um das auch in der Tonkunst da und dort auffallende Wetterleuchten seines Weges geht. Eine eigene Welt hat sich ihm in der Vertonung biblischer Poesien aufgetan, und man kann begreifen, daß die wundersame Sprache, der aus gläubigem Gemüt quellende Gefühlsreichtum des größten jüdischen Dichters aller Zeiten Jehuda Halevi (übersetzt von Franz Rosenzweig) verwandte Saiten in ihm zum Erklingen gebracht und zur Nachschöpfung seiner „Hymnischen Gesänge“ angeregt hat. Sie sind aus tiefem Schauen in den Geist und die Vorstellung des Dichters entstanden, mit ihm errichtet er sein Heiligtum, aus dem er in höchster Verzückung und ekstatischem Jubel dem Herrn lobsingt. Schalit hat sich gewissermaßen seinen eigenen musikalischen Stil geschaffen und in geschickter Weise synagogale Ausdrucksformen mit zeitgenössischen Harmonien in Einklang gebracht. Trotzdem der gesanglichen Ausdeutung der Dichterworte die führende Rolle zugewiesen ist, erscheint die in klarer Polyphonie und groß angelegten Akkorden sich angliedernde instrumentale' Zeichnung als ein wesentlicher Bestandteil der sich ergebenden imposanten Wirkung, ln Herrn Kammersänger Karl Erb halle der Komponist einen Interpreten zur Seite, der nicht nur mit dem Aufgebot seiner herrlichen stimmlichen Begabung und vollendeten Gesangskunst, sondern mit wirklichem Erfülltsein, mit freudiger Überzeugung und sichtlicher Liebe an die anspruchsvolle Aufgabe herantrat und ihren Erfolg gewährleistete. In Liedern für Tenor und solchen für Sopran nach Gedichten von Dauthendey u. a. betätigte der Komponist seine Gewandtheit, auch die vielgestaltigen Stimmungen der weltlichen Lyrik in künstlerische Form zu kleiden, doch spricht, aus ihnen weniger Persönlichkeit als aus den biblischen Gesängen, auch scheint mir Schalits Entwicklung auf rein instrumentalem Gebiete, so sympathisch und liebenswürdig sich auch seine Ballade und Sonate präsentiert, noch mancher Entwicklung fähig. Neben Karl Erb bewährte E 1 s e B u s c h h o f f wieder ihr von künstlerischem Ernst getragenes musikalisches, ihr durch Schlichtheit und klanglichen Reiz in hohem Grade ansprechendes Können. Daß außer den Solisten auch der Komponist außerordentlich herzlich gefeiert wurde, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Julius Schweitzer. KEREN KAJEMETH LEJISRAEL (Jüdischer Nationalfonds) Postscheckkonto München 10442 Nürnberg 24565 Fernsprecher München 56199 Nürnberg 9226 Zentrale für Deutschland Berlin W 15 Meinekestraße Nr. io 100000 uuMdri UM Bf W! Mtiiimi •>n/i(iu sdodmi PflJftD fÜR DCft T MRtt* Kqjimirn ixJiiPim Münchener Spendenausweis Nummer 12 vom 12. Januar bis 19. Januar 1926. Bäume: Felice Schragenheim s. A. Garten. Jenny Feuchtwanger dem Andenken ihrer geliebten Mutter 3 Bäume M. 18.—. M a t e r i a 1 v e r k a u f : N. E. Telegramme M. 3.—. G h a n u k k a - S p enden: Gesammelt durch Eva Hayinann : Dr. Oster M. 1.—; N. N. M. 1.—; Engelberg M. 2.—; Zeilberger M. 2.—; Neumann M. 10.— — M. 16.—.

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