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Das jüdische Echo · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
13 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 4 22. Januar 15 Jahrgang Der Abonnementsbetrag für das „Jüdische Echo“ beträgt M. 8. — für das Jahr. Wir bitten unsere Bezieher, den Betrag für 1926 auf unser Postscheckkonto Nr. 3987 (B. Heller, Herzog-Max-Straße 4) CiüZtlZallldl. Centralverein und Keren ßajessod Von Fritz Foerder (Breslau). Vorbemerkung: Den ersten Teil der nachfolgenden Ausführungen hatte ich der „G.- V.-Zeitung“ als ,,E r g änzung u n d E r \v i - d e r u n g“ zur Veröffentlichung übersandt. Die Redaktion hat den Abdruck abgelehnt. Als langjähriges Mitglied des Centralvereins, das mich in der Propaganda für den Keren Hajessod Tätig ist, fühle ich mich verpflichtet, den Ausführungen in Nummer 52 der „C.-V.-Zeitung“ vom 24. Dezember 1925 einiges hinzuzufügen. Der Beschluß des Hauptvorstands vom 10. April 1921 geht von dem nationalen Aufbau Palästinas aus. Dies bringt auch der Artikel vom 24. Dezember 1925 zum Ausdruck, wenn er die Schlußfolgerung zieht, den jüdisch-nationalen Aufbau Palästinas den deutschen Nationaljuden zu überlassen. Filter diesen Umständen bleibt es eigentlich unverständlich, weshalb der Beschluß in seinem letzten Satze sagt, daß den Juden in Deutschland dringendere Aufgaben obliegen. Es liegt nahe, hierin eine Abschwächung der ersten Sätze zu finden. In der damaligen Zeit der beginnenden Inflation war es selbstverständlich, daß in erster Reihe die jüdischen Institutionen Deutschlands erhalten werden mußten; inzwischen hat sich aber die wirtschaftliche Lage sowohl des Deutschen Reiches wie der zahlreichen jüdischen Institutionen erheblich gebessert, und deutsches Geld fließt — auch von jüdischer Seite — bereits in reichlichem Maß bei Vergnügungsreisen ins Ausland. Mag auch im Augenblick der Beschlußfassung die Abschwächung nicht gewollt gewesen sein, was ich übrigens aus verschiedenen Gründen nicht annehmen möchte, ■so ist eine solche doch nach der Hauptversammlung im November 1921 offiziell erfolgt. Herr Dr. Holländer erklärte nämlich in einem Rückblick auf die Hauptversammlung in der Zeitschrift „Im Deutschen Reich“ vom Dezember 1921, daß die Versammlung Irrlümer richtig stellen konnte, die durch falsch oder mißdeutbar in die Öffentlichkeit gelangte Vorstandsbeschlüsse entstanden seien. Zu diesen Beschlüssen gehört auch der bereits erwähnte, der den nationalen Aufbau Palästinas betrifft. Herr Dr. Holländer schreibt: „Man hat behauptet, der C.-V. sei der geschworene Feind der öffentlich-rechtlichen Heimstätte in Palästina. Dieses ist falsch. Wir bekämpfen allerdings jeden Nationalismus.“ Er wendet sich also nur gegen den „nationalen“ Aufbau und bringt hernach noch Ausführungen über die wirtschaftliche Lage der jüdischen Institutionen Deutschlands, wie ich sie bereits oben gemacht habe. Den gleichen Sinn hat der in der Broschüre des Keren Hajessod abgedruckle Brief unseres Eugen F u e h s , der im Artikel vom 24. Dezember erwähnt ist, soweit er den Palästinaaufbau behandelt. Daß der Brief einem anderen Zweck als gerade der Stellungnahme zu dieser Frage diente, sieht jeder, der ihn liest. Ich glaube deshalb, daß durch den Abdruck kaum „ein trügerischer Anschein erweckt“ werden könnte. Bleibt noch der „trügerische Anschein“, als sei in dem Brief eine endgültige Stellungnahme des C.-V. zum Keren Hajessod enthalten. Daß auch dieser nicht erweckt werden kann, geht gleichfalls aus dem Inhalt des Briefes hervor. Im übrigen weiß wohl jeder Jude, daß im Jahre 1918 der Keren Hajessod noch gar nicht bestand, man zu ihm also zu dieser Zeit noch nicht Stellung nehmen konnte. Aber ich muß hier ausdrücklich feststellen, daß er zur Z e i t des Vorstandsb e s c h 1 u s s e s v o m 10. April 1 9 2 1 a u c h n o c h n i c h t best a n d , und auch noch nicht einmal zur Zeit der Hauptversammlung im November 1921, d. h. als Keren Hajessod, wie wir ihn h e u t e haben. Der Beschluß vom 10. April 19 2 1 enthält also ebenfalls keine Stel- 1 u n g n a h m e des C.-V. zum Keren H a j e ss o d , sondern nur zum „n a t i o n a 1 e n“ Aufbau Palästinas. Im Sommer 1920 wurde der Keren Hajessod als zionistische r Sammelfonds gegründet. Ende 1921 Anfang 1922 wurde er in den „neutralen“ „Paläslinagrundfonds“ umgewandelt, der er noch heute ist. Der Artikel vom 24. Dezember geht von einer falsch e n Vor a u s setz u n g aus, wenn er den Beschluß vom 10. April 1921 auf den neutralen Keren Hajessod der Jetztzeit anwenden will. Daß wir deutschen Juden uns nicht prinzipiell vom Aufbau Palästinas abseits halten sollen, ist am 24. Dezember bereits gesagt worden. Unser unvergeßlicher Eugen Fuchs hat auf der Hauptversammlung von 1919 ja auch ausdrücklich auf die Bedeutung des Paläslinaaufbaus hingewiesen, indem er erklärte: „Wir müssen uns für Palästina interessieren; wir können an Palästina nicht vorübergehen. Palästina ist da, und wenn die deutschen Juden ihren Einfluß dort nicht geltend machen werden, werden sie die Gefahr auf sich nehmen, daß sie dort die Elemente ausschalten, welche noch die gemäßigtesten sind“. Dieser Mahnung folgend, haben sich zahlreiche hervorragende Centralvereinler bei Gründung des neutralen Keren Hajessod im Winter 1921/22 diesem zur Verfügung gestellt; es seien nur Namen genannt wie Rabbiner Dr. G o 1 dm a n n (Leipzig), Justizrat Hirschberg (Breslau), Justizrat C all en (Köln), Rechtsanwalt Dr. Krombach (Essen). Diese Männer hätten das nicht getan, wenn sie nur einen Zweifel an der Neutralität des Keren Hajessod gehabt hätten, und

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