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Das jüdische Echo · 1925-12-22 · 52 (22.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
52 (22.12.1925)
Date
1925-12-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 52 22. Dezember 12, lahrgang Zur Organisation der Palästinaämter Nachstehende Ausführungen, die Herr Pnul Grünbaum als Memorandum der Palästina-Exekutive unterbreitet, haben den Zweck, Verbesserungen in der Praxis der bereits in allen Ländern bestehenden Palästinaämter herbeizuführen. (Die Red.i Nach dem Beschluß des lß. Zionisteii-Kongresses sollte das ganze Palästina wanderungswesen ausschließlich in die Hände der Palästinaämter gelegt und von diesen organisiert werden. Dieser Beschluß wurde nicht durchgeführt. Es besteht heute die Tatsache, daß ein großer Teil der Paläslinawanderung durch private Geschäflsunternehmungen ohne genügende Kontrolle der zionistischen Organisation durehgeführl wird, in deren Händen auch die gesamte Abfertigung aller unbemittelten Palästinafahrer liegt. Dies bringt mit sich, daß die Palästinawanderung im wesentlichen rein nach geschäftlichen Gesichtspunkten betrieben wird, wodurch nicht nur die einzelnen Auswanderer benachteiligt werden, sondern auch das Interesse der zionistischen Organisation leidet. Meines Erachtens hätten die Palästinaämler die Durchführung, der Übersiedlung nach Palästina ganz und ausschließlich in die Hand zu nehmen, und zwar Laus Gründen zionistischer Moral und Verantwortung und 2. aus geschäftlichen Erwägungen, da die von den SchilLsgesellschaflen gewährten Provisionen, Freikarten und die noch zu erwirkenden besonderen Bedingungen und Begünstigungen der Organisation zugute kämen und die im folgenden angedeutete Reorganisation finanziell f u n d ier eil k ö n n len. Diese Erweiterung der Arbeitsgebiete der Paläslinaämter setzt deren Reorganisation natürlich voraus. Eine solche müßte erzielen, daß sie untereinander in engere Verbindung kommen als bisher; so sollte zumindest einmal im Jahr eine gut vorbereitete Palästinaamtskonferenz stattfinden, um Erfahrungen auszutauschen und Verbesserungen vorzuschlagen. Im einzelnen müßten die Avisierungen gewissenhafter durchgeführt werden, damit sich nicht, besonders im Grenzverkehr, Stockungen und Schwierigkeiten ergeben. Man müßte die Fürsorge für die Palästinafahrer auf eine Grundlage stellen, die so breit wie möglich ist. In diesem Zusammenhang wäre zu empfehlen, bei allen Palästinaämlern Fürsorgekomitees zu schaffen, für die aus propagandistischen und erzieherischen Gründen auch Nichlzionisten, jüngere Frauen und Männer, zu gewinnen wären; die Aufgaben der Fürsorge umfaßten Bahnhofsdienst, der besonders wichtig ist, da die vorwiegend aus dem Osten stammenden Ghaluzim und anderen Palästinafahrer einerseits wenig Reiseerfahrung besitzen und anderseits meist auf voreingenommene antisemitische Beamte stoßen; das Reichen von Erfrischungen und dergl., Ratschläge und tatsächliche Unterstützung bei Einkäufen und Besorgungen, die die Wanderer im fremden Milieu größter Ausbeutung aussetzen. Ein weiteres Ziel der Reorganisation wären Verhandlungen mit den unterschiedlichen Eisenbahnverwaltungen, die den Palästinafahrern bisher nicht das einer ständigen Massenbeförderung gegenüber gebotene Entgegenkommen zeigten; so müßten Ermäßigung des Fahrpreises, Reiseerleichterung durch Beislellen direkter Sonderwagen und durch günstigere Bestimmungen in bezug auf Freigepäck erreicht werden. Ein ebenfalls bisher im großen und ganzen vernachlässigtes Gebiet der Palästinaamtspraxis ist der Verkehr mit den Konsulaten der für uns in Betracht kommenden Staaten; hier hätten die Leiter der Palästinaämter u. a. die Möglichkeit zu erhallen, die eigene Stellung und das Ansehen der Organisation den Konsuln gegenüber auch durch Repräsenlationsveranstaltungen, aufklärende Filmvorführungen und dergl. zu festigen. Ebenso wäre eine Wirtschaftsstelle hei jedem größeren Palästinaamt zu wünschen, die mit der Zentralstelle in Palästina enger als bisher in Fühlung stehen müßte, um allen Interessenten über die Entwicklung des Landes und dessen weitere Möglichkeiten auf allen Gebieten in gründlicherer und systematischerer Weise als bisher brauchbare Auskünfte erteilen und die Presse mit Aufsätzen, Statistiken usw. versorgen zu können. Der von mir skizzierte Ausbau unserer Palästinaämter ist bei der ständig, zunehmenden Einwanderungsströmung unbedingt nötig und ohne besondere Schwierigkeiten auch durchführbar. Er würde den einzelnen Wanderern die größten Erleichterungen, der Organisation das Bewußtsein bringen, ihre Aufgaben würdiger und in entsprechenderer Form als bislang zu erfüllen, und infolgedessen das Ansehen der Bewegung in der Außenwelt im allergiinsligslen Sinn beeinflussen. , Paul Grünbaum, München.

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