Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-12-11 · 50 (11.12.1925) · p. Seite 936 [934]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
50 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
Seite 936 [934] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9156088--07333-9080061
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

934 Das Jüdische Echo Nr. 50 sein Dasein war eine Offenbarung. Für die Chaluzim werden seine Briefe und die Legenden, die sich heute schon allüberall um sein Wirken winden, biblisch sein. Nicht erst Chanukka hat uns auf den Gedanken gebracht, aber jetzt ist es Zeit, es auszusprechen: Trumpeldor ist unser achter Makkabäer. Und wir wollen ihm zu Chanukka nicht in irgendeiner Ecke, sondern mitten auf dem Tisch ein helles Licht anzünden — mit dem innigen Wunsch, daß wir und die nach uns seinen Geist erfüllen können. D.E. Heinrich Heine, Gespräche. Dr. Hugo Bieber, der das Werk im Welt-Verlag herausgegeben hat. löst eine an sich sehr undankbare Aufgabe überaus glücklich. Das ungeheure Guellenmaterial von Briefen, Tagebüchern und Berichten von Heines Zeitgenossen ist in so sachkundig geschickter Weise zusammengestellt, daß sich aus ihm gerade der Subjektivität wegen, die die einzelnen Darstellungen erfüllt, ein objektiveres Bild von Heines Persönlichkeit ergibt, als gewollte Objektivität hervorrufen könnte. Wir verfolgen das ganze Leben des Dichters, Kindheit, Jugend, Studentenzeit, die ersten arbeitsreichen Jahre in Paris und die qualvollen späteren, das langsame erschütternde Sterben in der Matrazengruft. Das Werk, das nicht mehr sein will als eine nicht einmal vollständige Sammlung biographischen Materials, ist jedem, der sich auch nur einigermaßen gründlich mit Heine beschäftigen will, unentbehrlich und wärmstens zu empfehlen. J. Personalia München. Herrn Amtsrichter Dr. JosefSchä- 1 e r wurde Titel und Rang eines Oberamtsrichters verliehen. Heinrich Schalit veranstaltet am 9. Januar 1926, abends 8 Uhr. im Herkulessaal einen Kompositionsabend unter Mitwirkung der Konzertsängerin Else Buschhoff und des Kammersängers Karl Erb. Zum Vortrag gelangen, außer einem Vorspiel und einer Sonate für Klavier durch den Komponisten Schalit, eine Reihe von Sopran- und Tenorliedern. Unter letzteren beansprucht die Uraufführung dreier hymnischer Gesänge von Jehuda Halevy unser ganz besonderes Interesse. Einmal wegen der klassischen Dichtungen — aus dem Hebräischen Original ins Deutsche übertragen von Franz Rosenzweig — dieses mittelalterlichen spanisch-arabischen Dichterfürsten, von dem Heinrich Grätz sagt: „Jehuda Halevys Bedeutung als Dichter liegt in seinen national-religiösen Schöpfungen. Da, wo er Lehrkurse der Kultusgemeinde Dienstag, den 15. Dezember, abends 81/* Uhr, spricht im großen Saal des Hotels Bayerischer Hof, Promenadeplatz, Herr Geheimrat von Zwiedineck-Südenhorst (Prof.an d. UniversitätMünchen) über dasThema Gesellschaft u. Nation Im Os tja den tarn Karten zum Preise von 1 M. sind in der Gemeindekanziei sowie an der Abendkasse zu erhalten. aus der Tiefe seiner Dichterbrust schöpfte, wo sein ganzes Wesen in Begeisterung auf geht, wo er Zion und ihre einstige und zukünftige Herrlichkeit besingt, wo er über ihre jetzige Knechtsgestalt sein Haupt verhüllt, da ist seine Dichtung Wahrheit, da ist nichts Gekünsteltes, nichts Gemachtes, alles ist tief empfunden.“ Dann aber auch zwingt uns Schalit in seinen Bann durch die kongeniale Vertonung der 3 Hymnen: „Sehnsucht“, „Nachts“ und „Im Heiligtum“.. Wie des Dichters Herz erfüllt ist von der großen Sehnsucht nach Gott: „Zu ihm, des wahren Lebens Quell, hintracht ich“, von der Sehnsucht nach entschwundenen Herrlichkeiten: „Und selig hört das Lied ich der Lewiten, in ihrem Kreis, geschart nach Dienstes Graden“, so entströmen auch des Tondichters tief und wahr empfindendem Herzen weitgespannte melodische Bogen, durchflutet von Sehnsuchtsgefühlen, die der Komponist durch orientalischen Einschlag zu eigenartig tönendem Ausdruck meisterhaft zu bringen versteht. Freilich erfordert die entsprechende Wiedergabe dieser schwärmerischen Lyrik einen Gesangskünstler von außergewöhnlicher Einfühlungsfähigkeit, einen Interpreten, dem die Gabe eignet, die Seele eines Kunstwerks so zu erfassen, daß sie, mitschwingend in seinem Vortrag, den Weg zu den Herzen der Hörer findet. Wir alle wissen, wie diese Voraussetzungen in reichem Maße gegeben sind bei Karl Erb, dem intelligenten, tiefschürfenden Vortragskünstler. Dieser sowohl wie Frau Buschhoff und der Komponist Schalit, sie bieten die Gewähr für einen anregenden, genußreichen Abend, für ein nicht gewöhnliches Kunsterlebnis, dein eine perliche rege Anteilnahme, ein recht zahlreicher Besuch, insbesondere seitens der jüdischen Bevölkerung Münchens, von Herzen zu wünschen wäre. München. E. Kirschner. PORZELLAN-NIEDERLAGE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUS W AHE IN G E B R A U C H S P O R ZG UL, AN TÄGLICHE LAGERERGÄNZUNG

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.