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Das jüdische Echo · 1925-10-30 · 44 (30.10.1925) · p. Seite 827

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
44 (30.10.1925)
Date
1925-10-30
Page
Seite 827 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 44 Das Jüdische Echo 827 Geschäft, dann verstanden sie, obwohl dies ein ganz sinnloser und unmenschlicher Vorwurf ist, den man einer ganzen Nation machen kann und mit der man einen Krieg beginnt. Ein junger Freund erzählte mir einst folgende Geschichte, ln Polen war er im Haus eines armen Juden einquartiert, der drei Söhne im Alter von elf, dreizehn und fünfzehn Jahren hatte. Eines Tags, als er mit ihnen sprach, fragte er jeden der Knaben, was er werden wolle. Der elfjährige erwiderte eifrig: „Ich möchte ein großer Mann werden, ein Millionär.“ Und der zweite sagte ernsthaft: „Ich möchte ein Jude werden.“ Der dritte, der traurig abseits stand, und der absichtlich die Frage mehrmals überhörte, antwortete schließlich dem beharrlichen Frager: „Ich werde zu Stäub werden wie du.“ Drei Arten jüdischer Menschlichkeit sind in diesen drei Antworten enthalten. Das Eigenartige und Tragische ist, daß die Deutschen immer, seit undenklichen Zeiten, nur das erste bemerkten. Sie stützen sich nur auf das erste und gegen dieses erste wendet sich ihre Wut, welches auch immer ihre Vorwände sein mögen. Sie stützen sich dabei gern auf das Ghristentum, als ob das christlich wäre, als ob das Christentum eine Entschuldigung für das Unmenschliche wäre, das sie tun. Kassentheorien und philosophische Systeme und sogar der Beweis, der von einem übereifrigen Hasser erbracht wurde, daß Christus nicht semitischer Abkunft sei — um all dies kümmere ich mich nicht weiter —, sie dienen dazu, oberflächliche Geister zu blenden und das Volk zu täuschen. Aber mir scheint, daß das dem Christentum wenig ansteht, denn heute ist es, genau genommen, der geistig hochstehende Jude, in dem das christliche Ideal und die christlichen Sitten in kristallner Klarheit zutage treten. Das aber ist ein Durchgangsphänomen, durch das wir auf die Zukunft schließen können. Jakob Wassermann. Personalia Wie uns berichtet wird, hat der hier wohnhafte Dr. Ing. I. I. Postowsky einen Ruf an die Uralische Hochschule Jekaterinburg (Rußland) als Dozent für organische Chemie erhalten. Dr. Postowsky wurde unter 30 Bewerbern als Jude, trotz seiner großen Jugend, berufen. Er war bisher Privatassistent am organisch-chemischen Laboratorium der Technischen Hochschule München und hat während seiner hiesigen Tätigkeit auf Grund seiner Arbeiten aus dem Farbstoffgebiet in wissenschaftlichen Kreisen allgemein Beachtung gefunden. Hebräisehe Kurse München Der Lektürekurs findet jeden Samstag ab 6.45—7.45 Uhr statt. Es wird z. Z. Agnons ,,M e - c h a m a t h h a m e z i k“ gelesen. Gemelnden-u.Vereins-lchr Zionistische Ortsgruppe München. Donnerstag, den 5. November, U>9 Uhr abends, wird Herr I) r. Wladimir E 1 i a s b e r g im Bibliotheksaal der Kultusgemeinde die Freundlichkeit haben, einen Vortrag aus seinem Arbeitsgebiet zu halten. Der V ortrag „D a s erziehungsschwierige jüdische Kind“ wird in Probleme einführen, die gerade in unseren Kreisen auf regsten Anteil rechnen dürfen. Die Vorstandschaft. Hechaluz. Samstag, den 31. Oktober, X>7 Uhr abends, Mitgliederversammlung im C.-V.-Zimmer, Berzog-Max-Straße, Rückgebäude. Vortrag: „Holland und seine Juden.“ i. A.: Erich Deutsch. Jüdischer Kulturveresn J. L. Perez, München. Samstag, den 31. Oktober 1925, abends 8' Uhr, im kleinen Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog-Max- Straße 5, Rgb. I., Kursabend für jiddische Sprache und Literatur. Ab 9 Uhr Theaterprobe. Alle Mitwirkenden beim kommenden Theaterabend sind verpflichtet, pünktlich zu erscheinen. Die Vorstandschaft. Jüdischer Jugendverein München. Was die in der letzten Nummer in Aussicht gestellten Klubabende betrifft, können wir die erfreuliche Mitteilung ma- ’chen, daß uns die Gesellschaft „Concordia“ ihre Räume in der Prannerstraße jeden Donnerstag aufs dankenswerteste von 8 Uhr abends an zur Verfügung stellt. Es'soll jedermann Gelegenheit geboten werden, einen Abend in der Woche in geheizten. bequem ausgestatteten Zimmern bei angenehmster Unterhaltung, bei Lektüre, Musik oder Schach, verbringen zu können. Wir hoffen, daß diese Einrichtung allgemein Anklang finden wird. Ferner weisen wir nochmals auf unsere Freitag - A b e n d - F e i e r n hin, bei denen jedermann herzlich willkommen ist. Die Vorstandschaft. Mädelgruppe des Jung-Jüdischen Wanderbunds, München. Sonntag, den 1. November, um 9 Uhr, Ostfriedhof, Billett nach Grünwald; Heimabend Sonntag, den 1. November, 6 Uhr (nach der Fahrt), Herzcg-Max-Straße 5. Jüdischer Kultur verein J. L. Perez, München. Voranzeige: Wir geben schon jetzt bekannt, daß Sonntag, den 29. November 1925, ein großer Theater-Abend stattfinden wird. Die Vereine werden höflich ersucht, bei ihren Veranstaltungen auf diesen Tag Rücksicht zu nehmen. Die Vorstandschüft. München. Sonntag, den 1. November, 4U Uhr nachm., findet in der Synagoge an der Herzog-Rudolf-Straße ein Trauergottesdienst für den verschiedenen 1. Vorsitzenden der Religionsgesellschaft Ohel Jakob, Herrn Kommerzienrat Sigmund F r a e n k e 1 s. A., statt. München, ln der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde an Stelle Kommerzienrats Sigmund Fraenkels Herr Hermann Rosenthaler in den Vorstand gewählt. Als dessen Nachfolger wurde der 1. Ersatzmann, Herr Victor Löwenstein, in die Vertretung berufen. Eai-Kcchba, Leichtathletikabteilung, München. Dienstag, den 3. November, nimmt das regelmäßige Wintertraining seinen Anfang. Unter Leitung des neugewählten Sportlehrers, Herrn Leo Schindel, wird das Training zwar nicht räumlich und zeitlich, trotzdem aber technisch vollkommen vom Turnbetrieb getrennt geleitet werden. Wir fordern alle aktiven Leichtathleten auf, pünktlich um E?8 Uhr in der Simultanschule an der Luisenstraße zu erscheinen. Die Leitung. Bar-Kccbba, Skiabteilung, München. Mittwoch, den 4. November, findet im Bibliotheksaal der Gemeinde eine Versammlung aller Interessenten der Skiabteilung statt, bei welcher deren Programm besprochen werden soll. Wir erwarten eine rege Beteiligung aller Mitglieder und Interessenten. Die Leitung. Chcvvewe Iwrith, Nürnberg. Die nächste Konversationsstunde findet am Samstag, den 31. ds.,

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