Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1925
- Issue
- 26 (16.10.1925)
- Date
- 1925-10-16
- Page
- Seite 63 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 26 Mitteilungen des Israel. Lehrervereins für Bayern 63 Nachruf geweiht. Ehre seinem Andenken und unser Dank über das Grab hinaus! Mit einem Dichterwort möchte ich das Andenken unserer Freunde ehren: Und kannst du nicht durch Denken oder Dichten Auf deiner Bahn ein stolzes Mal errichten, Und kannst du nicht mit Meißel oder Schwert Für spätre Enkel in die goldnen Scheiben Der Weltgeschichte deinen Namen schreiben, Bescheide dich! Des Werks Verdienst und Wert, Wird nach des Mannes Sinn und Kraft gemessen: Wer seinen Brüdern nützt, bleibt unvergessen, Grab' eine Quell aus dürrem Wüstensand. Pflanz' einen Baum in ödes Heideland, Auf daß ein Wandrer, der nach vielen Jahren An deinem Born sich labt und Früchte bricht Von deinem Baum, dich segnend spricht: „Ein guter Mensch ist dieses Wegs gefahren!" (Friedrich Weber.) Wir schreiben den lieben Toten auf das Grab das Wort: H 3 H J n „Seien ihre Seelen eingetan in das Band des Lebens." Darauf sprechen wir: Amen. 25 jähriges Ortsjubiläum Kitzingen a. M. Der Abend des 10. September gestaltete sieh für die israelitische Kultusgemeinde Kitzingen zu einem Festabend. Galt es doch, das 25. Ortsjubiläum des allseits geachteten und beliebten Religionslehrers und Kantors Herrn Naphtali Bamberger zu leiern. Der Saal des Zentral-Hotels war gefüllt von seiner dankbaren Gemeinde und die Feier nahm einen erhebenden und erfreulichen 'Verlauf Der 2. Vorstand, Herr Eduard Sonder, begrüßte die Erschienenen. Der 1. Vorstand, Herr J. Ullmann, feierte in äußerst herzlichen Worten die Verdienste des Jubilars und überreichte ihm als äußeres Zeichen der Anerkennung ein wertvolles Ehrengeschenk der Gemeinde und, in duftenden Blumen wohl verwahrt, eine Ehrengabe der Mitglieder der Gemeinde. Gleichzeitig gab er die Einreihung des Jubilars in Gehallsklasse IX bekannt. Herr Disiriktsrabbiner Dr. Wohlgemuth schilderte in groß angelegter Rede den Gefeierten als einen Beamten, der der Gemeinde zur Zierde gereicht, der in sellener Gewissenhaftigkeit undVorbildlichkeit seines Amtes waltet und zeichnete ihn dadurch noch ganz besonders aus, indem er ihm den 12H Titel, den der Jubilar bereits schon früher einmal erhallen halle, erneuerte. Ferner sprachen noch die Herren: Hauptlehrer Einstädter, B. Sonder, Löwenhaupt, Lustig, Dr. Bamberger (Nürnberg) und zum Schluß der Jubilar selbst in längeren, herzlichen und tiefdurchdachten Ausführungen. Die Reden waren umrahmt von Jubiläumsgedichten, die in vollendeter Weise von Schülern zum Vortrag gebracht wurden. Dialektgedichte und ein kleines Theaterstück mit lokalem Zuschnitt, bei dem die gesamte Jugend ihr schauspielerisches Talent entfalten konnte, trugen ganz besonders zur Hebung der Feier bei. Die Leitung der äulkrsl wirksamen deklamatorischen und theatralischen Darbietungen lag in den Händen des Herrn Hauptlehrers Einstädter. Das Fest ehrte den Gefeierten und seine Gemeinde und zeigte so recht, daß der Jubilar es während der 25 Jahre vorzüglich verstanden hatte, sich das Herz der Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde zu erobern. Herr Bamberger hat sich auch durch Leistungen, die außerhalb seines Berufes liegen, verdient gemacht. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Synagoge veröffentlichte er 1908 als Festgabe eine Schrift, die Geschichte der Juden in Kitzingen. Auch zum Schmuck des Gotteshauses hat des Jubilars künstlerischer Sinn beigetragen. Der Entwurf des die Ostmauer zierenden Fenslers, das die Festtage in symbolischer Weise darstellt und wegen seiner sinnvollen Ausführung die Bewunderung eines jeden Besuchers findet, stammt von seiner kunstfertigen Hand. Dem Jubilar ein herzliches rütP PIKÖ IV! Möge es ihm vergönnt sein, sowohl in und außerhalb seines Berufes weiterhin segensreich zu wirken! A 1 l e n sladt. Am 1. September beging hier Hauptlehrer Rose unter Teilnahme der ganzen Gemeinde sein 25jähriges Ortsjubiläum. Die Kultusverwalturtg überreichte ein größeres Geldgeschenk mit einem ehrenden Schreiben, das die Verdienste des Jubilars für Schule, Gotteshaus und Gemeinde entsprechend würdigte. Da von einer öffentlichen Feier abgesehen worden war, überbrachten die einzelnen Gemeindemitglieder persönlich ihre Glückwünsche, zum Teil mit Geschenken. Auch der Ortsgeistliche als früherer Lokalschulinspektor fehlte nicht unter den Gratulanten. Nachtrag zur Neujahrswunseh- Enthebung sliste Berlinger, Schlüchtern; Edelstein, Sugenheim; Gutmann, Burgpreppach; Kissinger J., Frankenwinheim; Kissinger M., Frankenwinheim; Strauß, Windsheim; Wolf, Lendershausen. Neuaufnahmen Dem Verein sind als ordentliche Mitglieder beige treten Seminarrabbiner Dr. Neubauer in Würzburg und Lehrer Max Jankelewitz in Bechhofen. Einzahlungen seit l.IX. 25. Von: Goldstein, Würzburg RM. 5.—; Hellmann, Würzburg 5.—. Durch: Sonn, Buttenwiesen RM. 15.—; Gundersheimer, Brückenau 16.55; Hellmann, Würzburg 44.—; Dingfelder, München 410.—; Blumenthal, Hofheim 20..—; Hof mann, Rothenburg 100.—; Blum, Ichenhausen 40.—. Die Kollegen werden in den nächsten Wochen Quittungsformblätter zur Erhebung der außerordentlichen Mitgliederbeitäge erhalten. Ich ersuche um recht eifrige Sammeltätigkeit für unsere Hilfskasse. Einzahlungen auf unser Konto: Amt Nürnberg Nr. 6479. Würzburg, 12. 10. 25. Mit koll. Gruße M, Hellmann.