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Das jüdische Echo · 1925-10-02 · 40 (2.10.1925) · p. Seite 763

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
40 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
Seite 763 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 40 Uas Jüdische Echo 763 2. der religiösen Belebung und Vertiefung des Gemeindelebens zu dienen, 3. als Vorbeter einen würdigen Gottesdienst zu gestalten, 4. in vielem Gemeinden im gegebenen Falle das Amt des Schächters zu üben. Ich will nicht auf dieses Aufgabengebiet weiter eingehen, aber heute schon Anregung geben, daß unsere Bezirksversammlungen und im nächsten Jahre die Mitgliederversammlung das Thema „Lehrer- und Kultusbeamtenvorbildung“ als Arbeitspensum wählen. Ich darf hier mit besonderer Freude feststellen, daß unser bayerischer Gemeindeverband und nach seinem Vorgang der preußische und badische ansehnliche Mittel für Präparandenschule und Seminar genehmigt haben. So wird die Zeit nicht mehr fern sein, in der diese Anstalten nicht mehr auf das entwürdigende Spendensammeln angewiesen sind. Mir wurde als besondere Freude auf Antrag des Verbandspräsidiums die Mitarbeit als Beirat im Seminar-Kuratorium übertragen. So kann ich an der Anstalt wieder mitschaffen, in der ich vor bald 40 Jahren als Hilfslehrer und Präzeptor begonnen. Es schließt sich mit den nahenden 60 ein Ring, der an die 20 anschließend überschäumende Jugendzeit und besinnliches Alter verbindet. VI. In aller Kürze will ich einen Überblick der Jahresarbeit und des Personalstandes unseres Vereins geben. Seit der 43. Mitgliederversammlung in Würzburg empfingen wir 330 Briefe und Anfragen, die mit 374 Antwortschreiben erledigt wurden. 6 Rundschreiben unterrichteten die Verwaltungsmitglieder über die Arbeiten des Vorstandes und hielten durch mehr oder minder ausführliche Antworten der Kollegen die Fühlung aufrecht. 12 Nummern der Mitteilungen wurden vom Schriftführer Rosenfeld hinausgesandt. Sowohl er, wie Kassier Hellmann beklagen sich mit Recht über die bescheidene Zurückhaltung der Vereinsmitglieder sowohl am Ausbau der Mitteilungsblätter, wie am Aufbau unserer Hilfskasse. An das Ministerium für Unterricht und Kultus wandten wir uns wegen der konfessionellen Lesebücher, wegen Milderung des Abbaus jüdischer Volksschulen, wegen der Pensionen der abgebauten Volksschullehrer und der zulässigen Nebenämter, endlich wegen der Gewährung des Haupt- und Oberlehrertitels an Religionslehrer und abgebaute Volksschullehrer. In wiederholten Besuchen bei den Referenten begründeten Wir in mündlicher Aussprache unsere Eingaben. Wir haben die Bescheide auf unsere Gesuche in den Mitteilungen bekanntgegeben. Der Vorstand steht im ständigen Gedankenaustausch mit dem Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Mit herzlichem Dank gegenüber dem Präsidium, dem Rat und der Tagung verzeichnen wir als Erfolg des vergangenen Jahres: den Entwurf des Beamtenrechts, die Übernahme der Pensionsregelung in den Zuschußgemeinden, das Schiedsgericht des Verbandes, die großzügige Steigerung der Zuschußleistungen, die Gewährung von Sustentationen an Altpensionisten und unversorgte Witwen. 204 jüdische Lehrer, Kantoren und Beamte sind in unserem Bunde vereint. 9 Kollegen entriß uns der Tod. 6 Neuaufnahmen erfolgten 1924/25: Bernstein- Aub, Strauß - Leutershausen, Herz - Altennuhr, Berendt-Veitshöchheim, Hirsch-Coburg und Rehfeld- Gunzenhausen. Die Kollegen: Einstädter-Kitzingen, Ehrenreich- Nürnberg, Krämer-Speyer wurden zu Hauptlehrern, Blatt-Übbach zum Oberlehrer, Bernheim-Nürnberg zum Studienrat, Wetzler-Ludwigshafen zum Oberstudienlehrer, Dr. Klugmann-München zum Studienprofessor ernannt und befördert. Vier Kollegen konnte ich zum 50jährigen Dienstjubliäum beglückwünschen: Kissinger-Ermershausen, Strauß-Windsheim, Wertheimer-Hartheim, Ehrmann-Friedberg. Unserem Ehrenpräsidenten Goldstein durfte ich mit dem Schono tovoh-Glückwunsch auch den zum Eintritt ins 70. Lebensjahr übersenden. Möge er ad meoh weesrim Schono sich bester Gesundheit und an dem Aufblühen unseres Vereins erfreuen, an dessen Wiege er 1880 stand und den er so viele Jahre geführt. Allen Kollegen ein herzliches Massel tov! Unsere heutige Versammlung stellt uns vor neue Aufgaben: Das Referat unseres Kollegen Müller am Begrüßungsabend behandelte ein Arbeitsgebiet, auf dem 90% der Lehrerschaft zum Lobe Gottes und zur Erbauung der Gemeinde jahraus, jahrein wirkt. Meister des Chasonus (Heymann-Augsburg, Bamberger-Kitzingen, Fränkel-Nürnberg und Müller- München) haben uns gezeigt, wie die theoretischen Forderungen in die Tat umgesetzt werden und mein lieber Jugendfreund Sanitätsrat Dr. Steinhardt begleitete in feinsinniger Weise die Feierklänge. Dr. Bamberger und Hirnheimer werden uns zeigen, wie die moderne Arbeitsschule die uralten heiligen Schätze der Thora und der Gebete dem Herzen und den Köpfen unserer Jugend wieder erobert. Eine Fülle von Anregungen zur Beamtenordnung, zur Versorgung der Altpensionisten werden ihnen unterbreitet. Endlich gilt es den Einigungsgedanken, von dem ich ausgegangen, auch bei uns in die Tat umzusetzen, Der Lehrerverband hält ein einheitliches Zusammengehen aller jüdischen Lehrer Deutschlands im Interesse der Zukunft unseres Standes für dringend erforderlich. Wir erkennen die Berechtigung dieses Gedankens an und ich glaube, in ihrem Namen zu sprechen: Wir begrüßen die Einigung und werden mithelfen, sie In die Tat umzusetzen. Wenn die Gemeindeverbände zum Reichsverband sich zusammenschließen, so wollen die CAFE FÜRSTENHOF BESITZER: OTTO SEE LAND ER M Ü N C H E N NEUHAUSERSTRASS,E 21 * Geöffnet täglich ab 3 Uhr nachmittags DER BLA UE SAAL SEHENSWÜRDIGKEIT EIGENE KONDITOREI NACHMITTAG UND ABEND KONZERTE

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