Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 39 (25.9.1925)
- Date
- 1925-09-25
- Page
- Seite 746 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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746 Das Jüdische Echo Nr. 39 eben, nicht verwehende Laute, nicht eitel Wind und Luft sein sollen, dann müssen wir über das Gral) hinaus Liehe erweisen, Taten der Zedoko! Fortsetzung und Schluß folgt. Frauen im Zionismus Von Anita Müller-Cohen (Wien). Bei dem Weltkongreß jüdischer Frauen, der vor zwei Jahren in Wien tagte und dessen Protokoll etwas verspätet jetzt erst die Druckerpresse verließ, hatte eine Frau durch die Einfachheit und Energie ihres Wesens besonderen Eindruck gemacht. Es war die einzige Delegierte aus Palästina, Frau Nelly Moshenson. Sie begann ihren Bericht über Palästina mit den denkwürdigen Worten: Ich bin nicht mehr eine Zionistin, ich bin eine Bürgerin Palästinas. Einst erzählte man sich von dem Chaluz, der in Palästina ankam und fragte, wo er Arbeit finden könne und ob eine Universität da sei für seine Frau zum Weiterstudieren. Damals fürchtete man sich, daß in Palästina dieser Typus der Frau zur Einrichtung wird. Cdücklicherweise kam es anders. Mann und Frau sind gleichwertige Arbeiter an dem großen nationalen Werk in Palästina. Unter den Führern wie unter den namenlosen Helden der Kolonie sind Mann und Frau innig verbunden mit dem geschichtlichen Schicksal, welches hier gestaltet wird. Zu dem Kongreß der Weltorganisation zionistischer Frauen kamen Delegierte in großer Zahl aus Palästina und aus einer Reihe anderer Länder. Wir begrüßten sie mit Freude in Wien und glauben bestimmt, daß die Arbeit, die sie leisteten, eine gedeihliche sein wird. Wohl sind die Frauen dem Zionismus manches schuldig geblieben. Die zionistische Bewegung war die erste große geschichtlich-politische, die den Frauen von allem Anfang an gleiche Rechte mit den Männern gab. Trotzdem blieben die Frauen in der Bewegung im wesentlichen passiv. Sie nahmen an der Arbeit im Galuth vielfach nicht den Teil heraus, dej auf sie entfiel. Umso freudiger muß man es feststellen, daß es in Palästina nicht so war. Hier haben die Frauen ihr Bestes für das Land gegeben. Es ist nur natürlich, daß an der Weltkonferenz der zionistischen Frauen die Palästinenserinnen mit einer großen Gruppe vertreten waren. Mit innigen schwesterlichen Gefühlen begrüßten wir jede einzelne. Sie haben in dem Land der Väter das geleistet, was von jüdischen Frauen, den Enkelinnen biblischer Frauen, erwartet werden kann. Frauen kommen in das Land in immer größer werdender Anzahl. Die Chaluzoth bauen das Judenland auf. Wer erzieht diese Arbeiterinnen an dem großen nationalen Werke? Jüdische Frauen sind es, welche diese Arbeit leisten. Hier zeigen sie sich groß und menschlich wertvoll. Es heißt erziehen, Menschen bilden und Schicksale gestalten. Gehen wir schon in das Land der Juden, so müssen wir die Kraft, die sittliche Energie haben, die das Land von den Arbeitern verlangt. Keine Goldgräber, welche ausschließlich ihre eigene Person, ihre Klassengenossen in den Mittelpunkt ihres Denkens und Trachtens stellen. Es ist außerordentlich wichtig für die Zukunft Palästinas, daß die Generation, welche dort aufwächst, den Geist vor sich sieht, der in der zionistischen Weltanschauung unerläßliche Vorbedingung des Judentums ist. Es ist nicht gleichgültig, wer nach Palästina geht, wie er dort lebt und welcher Anschaung er ist. Egoistisch-materialistische Lebensauffassungen haben in einem Land Platz, wo man hinkommt, um nach Gold zu graben. In Palästina nicht. Der Materialismus, der egoistisch ist, ob er der einen oder der anderen Theorie folgt, sieht in dem Menschen nicht das Mittel zu einem idealen Zweck. Dies aber ist die einzige Betrachtungsweise, unter der man in Palästina etwas leisten kann. Die Wirksamkeit der jüdischen Frauen in Palästina ist dieser idealen Weltanschauung gewidmet. Es sind tapfere, liebe, schlichte Menschen, die in Palästina wirken. Die Frauen aus Palästina werden es verstehen, wa- Die Frauen aus Palästina werden es verstehen, warum im Galuth die zionistische Frauenarbeit in ihrer Intensität und in ihren Erfolgen so weit hinter der Arbeit in Palästina zurückbleibt. Es ist der angestammte Arbeitskreis der Frau, in Gebieten zu wirken, welche Haus und Hof und Familie betreffen. Palästina aber ist. ein Haus, eine Familie und die Einrichtung des eigenen Heimes ist die Lieblingsaufgabe der jüdischen Frau. Im Galuth ist es vielfach nicht so. Dort wird die Frau durch die Arbeit in einer politischen-Partei veranlaßt, in die Öffentlichkeit zu treten und außerhalb des eigenen Heimes oder dessen, was sie noch als das empfindet, zu wirken. Es soll also den Frauen kein Vorwurf daraus gemacht werden, daß die Intensität ihrer Arbeit in der zionistischen Partei sich nicht zu messen vermag mit der Arbeit, die Frauen aus Palästina leisten. Nun hatten aber die Delegierten der zionistischen Frauen Gelegenheit, mit Palästinenserinnen zusammen zu beraten. Der wohltätige Einfluß dieser Gemeinsamkeit dürfte nicht ausbleiben. Es wird ein Ansporn zur kräftigeren, intensiveren zionistischen Frauenarbeit im Galuth sein, daß wir und die Palästinenserinnen uns an einer Tagung vereinigten. Der Weg der Intensivierung der Galutharbeit ist der, verbunden zu sein mit dem Heim des Volkes und zu fühlen, wie sehr es das eigene Heim einer jeden von uns ist. („Wiener Morgenzeitung“.) Hebräische Kurse München H. Semester. L Neuer Anfängerkurs: Montag und Mittwoch 6 bis 6 Uhr abends. Erste Kursstunde: Montag, 12. Oktober. Anmeldungen werden täglich 9—12 und ß—6 Uhr im Unterrichtslokal entgegengenommen. 2. Bisheriger Anfängerkurs: Dienstag und Donnerstag abends (i—7.ß0 Uhr. S. LEVINGER MÜNCHEN Bayerstraße 25 Pfisterstraße 6 am Hauptbahnhof am Platzt Zigarren / Zigaretten Rauchtabake Das Haus für feine Tabakerzeugnisse