Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 38 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- Seite 728 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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728 Das Jüdische Echo Nr. 38 Ein sensationeller Sportsieg der Wiener Hakoah. Wien (J.T.A.). Die Fußball-Sensation des Jahres ist der Sieg der Fußball-Sektion des Wiener jüdischen Sportklubs „H a k o a h“ über den tschechischen Meisterklub „S 1 a v i a“. Nachdem die Tschechen bereits 5:1 geführt hatten, gelang es den Hakoah-Sportlern in der zweiten Halbzeit das Spiel mit 6:5 siegreich zu beenden. Dem Matsch wohnten mehr als 20 000 Zuschauer bei, die den siegreichen Hahoahnern zujubelten. In Wiener antisemitischen Sportkreisen gab man sich der Hoffnung auf eine Niederlage der Hakoah, die die österreische Meisterschaft besitzt, hin. Diese Hoffnung ist nun zunichte. Jom Kippur ein gesetzlicher Feiertag in Tunesien. Tunis (J.T.A.). Die französische Protektoratsregierung hat auf Ersuchen der Judenheit Tunesiens ein Dekret erlassen, laut welchem der jüdische Versöhnungstag (Jom Kippur) als ein gesetzlicher Feiertag zu gelten habe. Sämtliche Banken und andere Handelsinstitute, ebenso die Börse, werden an diesem Tage geschlossen sein. Handelsgeschäfte dürfen an diesem Tage nicht abgeschlossen werden. Ein ähnliches Gesetz ist bereits in Syrien in Geltung. Literarisches Echo Nah um Sokolow: Die gesamte Geschichte des Zionismus. Interterritorialer Verlag Renaissance, Wien. Das Buch ist eine Programmschrift. Sie ist einerseits berechnet zur Aufklärung der allgemeinen Öffentlichkeit über den Zionismus, andererseits speziell für die englische Öffentlichkeit. Sie verfügt über die Vorzüge und Nachteile der meisten Programmschriften: knapp und sachlich, zugleich auch etwas nüchtern und kahl. Wer sachlich über den Zionismus und seine Wurzeln in die Vergangenheit bis ins 19. Jahrhundert zurück informiert sein will, wird zu diesem Buch greifen müssen, das, wenn auch vielfach nur andeutend und in subjektiver Auswahl, doch so reichhaltig ist, daß es in manchem als ein „Handbuch“ angesprochen werden kann. Besonders interessant sind die meist unbekannten Einflüsse, die während des Krimkrieges sich auf die britische Regierung geltend machten, zu dem Zweck, bei der Erledigung der Fragen des vorderen Orients Palästina der neuerstehenden jüdischen Nation einzuräumen. Damals waren es einzelne, die so verstiegene Gedanken hegen oder gar als politisch durchführbar ansehen konnten und diese galten Erhatic & Wille Herren- und Damenschneidern MÜNCHEN Marienplatz 18/1 Telephon 23829 durchaus als Sonderlinge, mit Ausnahme etwa von England und Amerika, wo die Gedanken über Juden und Judentum sich überhaupt in anderer Richtung bewegten als auf dem europäischen Festland. Noch Herzl ist es nicht anders gegangen und die Wurzel seiner zionistischen Erkenntnis — tiefstes persönliches Erlebnis, das zur Auswertung in der politischen Praxis führt — ist dieselbe, wie die seiner vielen jüdischen und nicht jüdischen Vorgänger; auch diese waren zumeist Schriftsteller, Theologen, ehemalige Offiziere, aber keine Politiker oder sonstwie in der Praxis des Lebens fundierten Personen. Was damals eine fast esoterische Gedankenwelt war, ist heute auf dem Wege, Wirklichkeit zu werden. So nahe liegt das Unwahrscheinliche neben der Verwirklichung, das Unmögliche neben der Tatsache. rsL * Ein neues Werk von Dr. Jakob Klatzkin. Soeben ist im Verlag „Eschkol“ ein neues hebräisches Werk von Dr. Jakob Klatzkin unter dem Titel „S c h k i a t h-h a c h a j j i m“ erschienen. Nachdem vor wenigen Monaten im gleichen hebräischen Verlag philosophische Miniaturen („Sutoth“) desselben Verfassers in einer buchtechnisch selten schönen Form veröffentlicht worden sind, liegt nunmehr in diesem neuen Buche, das in ebenfalls glänzender Ausstattung erscheint, das für die Beurtpi'iung] diesejs; eigenartigen philosophischen Schriftstellers wichtigste Werk vor. * Zwei Jahre Einstein-Literatur. — 3775 Publikationen. Nach einer Aufstellung des Professors Moris- L e g o t an der Universität Löwen sind während der letzten zwei Jahre 3775 Publikationen erschienen, deren Gegenstand Einsteins Relativitätstheorie bildet. Deutschland steht mit 435 Nummern bei weitem nicht an der Spitze; England mit 1150 und auch noch Frankreich mit 690 gehen ihm voraus; es folgen Italien mit 215 und Holland mit 126 Publikationen. * Band 7 des hebräischen Wörterbuches von Elieser Ben Jehuda. Wie der „Doar Hajom“ meldet, ist soeben die Drucklegung von Band 7 des großen hebräischen Wörterbuches von Elieser Ben Jehuda beendet worden. Der neue Band umfaßt einen Teil des Buchstabens „Nun“. * Im Verlag „Aufbau“, Berlin, ist soeben das neue Werk von Dr. Arthur R u p p i n: ,,D i e landwirtschaftliche Kolonisation der Zionistischen Organisation in Palästina“ erschienen. Hebräische Kurse München 3. Semester. 1. Anfängerkurs: Dienstag und Donnerstag abends 6—7.30 Uhr. 2. Mittlerer Kurs: Dienstag und Donnerstag abends 7.30—9.30 Uhr. 3. Oberkurs: Montag 7.30—9 Uhr, Mittwoch 8—9.30 Uhr. 4. Neuer Anfängerkurs: Montag und Mittwoch 6—7 Uhr. Erste Kursslunde: Montag, 12. Oktober. 5. Kurs der praktischen hebräischen Grammatik. Mittwoch abends 7—8 Uhr. Beginn: 23. September. Anmeldungen erbeten im Unterrichtslokal, Ottostraße 2.